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Frühling im WinterIn Rhein-Sieg wird es Ende Februar bis zu 18 Grad warm

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Die milde und feuchte Witterung zeigt Folgen: Die Sieg führt Hochwasser. Den Krokussen gefällt's – sie blühen schon kräftig.

Die milde und feuchte Witterung zeigt Folgen: Die Sieg führt Hochwasser. Den Krokussen gefällt's – sie blühen schon kräftig.

Der Winter verlief in der Region insgesamt etwas zu mild, resumiert Meteorologe Dr. Karsten Brandt.

Die aktuelle Wetterlage zeigt sich außergewöhnlich mild und sorgt im Rhein-Sieg-Kreis für einen regelrechten Frühlingsrausch. Anlass genug, auch kurz Bilanz über den zurückliegenden Winter zu ziehen.

Der Winter verlief in der Region insgesamt etwas zu mild. In Troisdorf lag die Durchschnittstemperatur bei etwas über vier Grad. Dabei trug vor allem der Februar mit seiner - besonders nach Karneval - milden Witterung dazu bei, dass der Winter am Ende wärmer ausfiel als im langjährigen Mittel (4,4 Grad in Troisdorf). Ursache war eine stabile Großwetterlage, bei der sich die Region überwiegend auf der milden Seite der Luftmassengrenze befand, während der Norden und Osten von Deutschland im Dauerwinter feststeckten.

Am Mittwoch und Donnerstag kommen im Rhein-Sieg-Kreis Höchsttemperaturen bis 18 Grad

Beim Niederschlag zeigt sich eine weitgehend ausgeglichene Bilanz. Die feuchten Karnevalstage und das letzte Wochenende mit 30 bis 50 l/m² haben hier jedoch entscheidend beigetragen.

Zum Ende des Winters stellt sich nun eine sehr milde Wetterphase ein. Solche Temperaturen sind für den Februar keineswegs ungewöhnlich: Bereits in den vergangenen Jahren wurden in der zweiten Februarhälfte wiederholt Höchstwerte von rund 16 bis 17 Grad gemessen. Auch in diesem Jahr bewegen sich die Prognosen in einem ähnlichen Bereich.

Am Mittwoch (25. Februar) und Donnerstag (26. Februar) werden im Rhein-Sieg-Kreis verbreitet Höchsttemperaturen von 17 bis 18 Grad erwartet, lokal sind sogar bis zu 19 Grad möglich – insbesondere in geschützten Tallagen wie etwa an der Sieg oder in den Weinbergen am Drachenfels. Auch der Freitag bleibt mit 15 bis 18 Grad frühlingshaft mild, selbst in den höher gelegenen Regionen wie Eitorf, Windeck und Much. Der Samstag dürfte ebenfalls mild ausfallen, wenngleich mit einer zunehmenden Regenwahrscheinlichkeit.

Der Pollenflug nimmt spürbar zu, insbesondere Hasel- und Erlenpollen sind verstärkt in der Luft

Diese ungewöhnlich warmen letzten Februartage lassen das Temperaturmittel weiter ansteigen und wirken sich bereits deutlich auf die Natur aus. Der Pollenflug nimmt spürbar zu, insbesondere Hasel- und Erlenpollen sind verstärkt in der Luft. Zudem wird vielerorts die sogenannte 200-Grad-Temperatursumme im Grünland erreicht – ein Schwellenwert, ab dem das Pflanzenwachstum einsetzt und Dünger auf die Felder darf. Die Landschaft beginnt langsam zu ergrünen, der Frühling ist förmlich zu riechen.

Auch wenn im März noch einzelne Kaltlufteinbrüche möglich sind, fallen diese in der Regel deutlich schwächer aus als im Hochwinter. Der Übergang in die wärmere Jahreszeit ist damit eingeläutet – und kaum noch aufzuhalten.