Die Lyriden sorgen im April für ein Himmelsschauspiel. Wir erklären, wie und wann sie am besten zu sehen sind – und wo rund um Köln.
Sternschnuppen-Ereignis am 22. AprilWo kann man die Lyriden rund um Köln sehen?

Sternschnuppen sind in der Nähe von Nettersheim in der Eifel am Nachthimmel zu sehen. (Archivbild)
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Sternschnuppen faszinieren Menschen, weil sie als flüchtige Lichtstreifen am Nachthimmel etwas scheinbar Magisches und Unvorhersehbares haben. In wenigen Sekunden verbinden sie Naturphänomen und Wunschmoment – viele nutzen den Augenblick, um einen Wunsch zu äußern. Gerade diese Mischung aus Seltenheit, Schönheit und kurzer Dauer macht ihren besonderen Reiz aus.
Lyriden im April
Die Lyriden bringen die erste größere Gelegenheit zum Sternschnuppengucken in diesem Jahr. Sie sind nicht so bekannt wie die Perseiden, bei denen unter idealen Bedingungen am Höhepunkt im August typischerweise rund 60 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein können. Doch auch die Lyriden können etwa 20 Sternschnuppen pro Stunde vorweisen, die man beobachten kann, wenn die Verhälntisse – also bei klarem Himmel und möglichst wenig Lichtverschmutzung – stimmen.

Eine Sternschnuppe des Perseiden-Schauers. (Archivbild)
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Der Meteorstrom ist seit der Antike bekannt und zeigt sich jedes Jahr im April am Himmel. Verantwortlich dafür ist der Komet C/1861 G1 (Thatcher): Die Erde durchquert dabei eine Staubspur, die er auf seiner Bahn hinterlassen hat. Treffen diese Partikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, verglühen sie als helle Lichtstreifen – die Sternschnuppen, die wir von der Erde aus sehen. Die NASA beschreibt die Lyriden als einen der ältesten dokumentierten Meteorströme, dessen Ursprung klar auf den Kometen Thatcher zurückgeführt wird.
Lyriden: Wann kann man Sternschnuppen sehen?
Die Lyriden sind laut der Internationalen Meteororganisation (IMO) vom 14. bis 30. April aktiv. Ihr Aktivitätsmaximum erreichen sie am Mittwoch, den 22. April. Am besten sichtbar sind die Sternschnuppen allerdings erst in den Stunden nach Mitternacht.
„Am besten zu beobachten sind sie, wenn der Radiant hoch am Himmel steht“, sagt Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der höchste Stand des sogenannten Ausstrahlungspunkts wird kurz vor der Morgendämmerung erreicht – die optimale Beobachtungszeit liegt demnach zwischen etwa 1 Uhr und den frühen Morgenstunden.
Wo sieht man Sternschnuppen am besten?
Entscheidend ist neben einem wolkenfreien Himmel vor allem Dunkelheit – Stadtlicht ist der größte Feind jeder Sternschnuppenjagd. In Deutschland gibt es deshalb mehrere besonders dunkle Regionen, die als sogenannte „Dark Sky Parks“ von der International Dark Sky Association (IDA) ausgezeichnet wurden, darunter etwa die Insel Spiekeroog oder der Naturpark Westhavelland. Neu in dieser Liste ist die Wittstock-Ruppiner Heide (auch Kyritz-Ruppiner Heide), ein rund 12.000 Hektar großes ehemaliges Militärgelände, das nun dauerhaft als Sternenpark geschützt sowie touristisch weiterentwickelt werden soll.
Sternschnuppen gucken rund um Köln: Eifel
Auch rund um Köln gibt es gute Bedingungen für Sternschnuppenbeobachtungen. Besonders die Eifel gilt als einer der dunkelsten Orte in Nordrhein-Westfalen und ist ebenfalls als Sternenpark anerkannt. Hier setzt man bewusst auf den Schutz des Nachthimmels – die Region bietet mit ihren offenen Flächen und Wäldern ideale Voraussetzungen für freie Sicht auf die Sterne. Die Sternwarte der Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ bietet regelmäßig Führungen rund um den sternenreichen Himmel im Nationalpark in deutscher und englischer Sprache an. Der nächste Termin hier ist allerdings erst der 8. Mai 2026.
Aber auch wer sich selber auf den Weg macht, bekommt viel zu sehen. Zwei gute Beobachtungsplätze sind am „Freizeitgelände Weißer Stein“ in Hellenthal-Udenbreth und „Schöne Aussicht“ in Nideggen-Schmidt. Die Sternenwarte liegt auf dem Internationalen Platz Vogelsang – unweit der Bundesstraße 266 zwischen Schleiden-Gemünd und Simmerath-Einruhr.
Sternenwarte Vogelsang IP, 53937 Schleiden | sterne-ohne-grenzen.de
Sterne gucken im Siebengebirge

Siebengebirge. (Archivbild)
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Der Verein Sternwarte Siebengebirge begibt sich bei trockenem Wetter in der langen Nacht der Sternschnuppen in der Regel auf den Drachenfels. Der Drachenfels ist dann nur zu Fuß erreichbar. Vom Parkplatz etwa 45 Minuten Fußweg. www.sternwarte-siebengebirge.de.
Die Margarethenhöhe in Königswinter im Stadtteil Ittenbach ist ein beliebter Startpunkt für Wanderungen. Doch auch nachts oder in den frühesten Morgenstunden lohnt es sich, den Wanderparkplatz anzusteuern: Auf 320 Metern Höhe im Naturschutzgebiet Siebengebirge ist man den Sternen gleich ein gutes Stück näher. Von hier aus kann man ein schönes Fleckchen Erde suchen, von dem aus der Himmel gut sichtbar ist.
Zum Parkplatz (kostenpflichtig): Mit dem Auto über die A59 und B42 bis Ausfahrt Königswinter, dann auf der Ferdinand-Mülhens-Straße (L331) Richtung Ittenbach bis Margarethenhöhe, Parkplatz an der Einmündung Löwenburger Straße.
Im Siebengebirge gibt es weitere schöne Aussichtspunkte, von denen man den Himmel gut im Blick hat. Zum Beispiel den kleinen und großen Ölberg oder den Geisberg.
Parkplatz Margarethenhöhe, an der L331, 53639 Königswinter | siebengebirge.com | auf Google Maps anzeigen
Sonnenberg im Bergischen

Blick vom Sonnenberg. (Archivbild)
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Im Bergischen gibt es einige Orte, an denen man der Großstadt entkommen kann und trotzdem noch einen schönen Blick auf sie hat. Beispielsweise auf dem Sonnenberg in Odenthal-Voiswinkel, der auch Teil einer Wanderroute ist. Von hier aus kann man sogar die Türme des Kölner Doms erblicken. Tagsüber ist man der Sonne – der wichtigste Stern für uns Erdbewohner – besonders nah. Dank der weitläufigen Wiesen kann man auch in der Nacht, wenn sie denn klar ist, den Himmel fast in alle Richtungen nach tanzenden Sternen absuchen. Über die Oberborsbacher Straße gelangt man noch hinter der Tagungsstätte „Haus Sonnenberg“ zu einem Wanderparkplatz, der gleich an die Wiesen grenzt. Die Wege von dort aus sind asphaltiert, ein barrierefreier Besuch also möglich.
Parkplatz Sonnenberg: Oberborsbacher Straße 35, 51519 Odenthal | Auf Google Maps anzeigen
Rodderberg
Wer gerne im Rhein-Sieg-Kreis wandert, hat vielleicht schon Erfahrung auf der Feuerroute gesammelt. Diese führt von Wachtberg bis Rheinbach und greift an sechs Stationen das Thema „Feuer“ auf. Eine dieser Stationen ist der Rodderberg, der jüngste Vulkan im Drachenfelder Ländchen. Diese Anhöhe bietet eine wunderbare Sicht auch auf den Himmel. Ein Vorstandsmitglied des Vereins Sternwarte Siebengebirge empfiehlt diesen Ort auch zum Sternegucken. Insbesondere wegen der tollen Rundumsicht eigne sich dieser Platz besonders gut.
Die Route, die er empfiehlt, um dorthin zu gelangen, gibt es hier zu sehen. Der Weg führt zur Broichhofkappelle, die sich neben dem Gut Broichhof und ein wenig oberhalb der Station Rodderberg befindet. Von hier kommt man auch gut zum Aussichtspunkt Rodderberg.
Rodderberg in Wachtberg | auf Google Maps anzeigen
Sternschnuppen in Köln?

Zwischen Bäumen und Wegen gibt es auch freie Rasenflächen im Forstbotanischen Garten. (Archivbild)
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Und wenn es doch Köln sein muss? Wer es nicht schafft, lange wach zu bleiben oder noch vor den Vögeln aufzustehen, um in dunklere Regionen zu fahren, hat es deutlich schwerer. Die Lichtverschmutzung in der Stadt ist hoch, sodass nur die hellsten Sternschnuppen überhaupt sichtbar werden. Mit etwas Glück, Geduld und warmer Kleidung – vielleicht auch Tee oder Glühwein – könnte sich der Versuch an möglichst dunklen Orten innerhalb der Stadt dennoch lohnen. Dazu zählen etwa der Rheinpark, der Herkulesberg, die Poller Wiesen an der Südbrücke oder der Forstbotanische Garten in Rodenkirchen.
