Planungsbüro gibt einem Neubau den Vorzug vor einer kernsanierten Schule. Auch ein neuer Standort ist denkbar.
Machbarkeitsstudie65 Millionen für eine neue Roseggerschule in Waldbröl

Die Förderschule in Waldbröl wurde im Jahr 1975 gebaut. Inzwischen ist sie baulich marode und räumlich nicht mehr zeitgemäß.
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Die bauliche und räumliche Situation der aus dem Jahr 1975 stammenden Roseggerschule in Waldbröl ist schon seit Jahren nicht mehr auf dem Stand, den sich Träger, Kollegium, Schüler und Eltern wünschen. Doch es scheint so, als seien die Beteiligten einem Neubau, bzw. einer Kernsanierung der Förderschule in öffentlicher Trägerschaft mit den Förderschwerpunkten Lernen und emotionale und soziale Entwicklung einen großen Schritt näher gekommen.
In der jüngsten Sitzung des Sonderschulzweckverbandes – neben der Roseggerschule betreibt dieser die Jakob-Moreno-Schule in Gummersbach – hat das Planungsbüro BMP die Ergebnisse seiner Machbarkeitsstudie für einen Neubau oder die Kernsanierung des Altbaus vorgestellt, wie Verbandsvorsteher Raoul Halding-Hoppenheit, zugleich Bürgermeister von Gummersbach, berichtet. Das Büro habe über Monate den Ist-Zustand aufgenommen und mit Kollegium und Schulleitung über die Anforderungen an die künftige Raumsituation gesprochen, erläutert Halding-Hoppenheit. Herausgekommen seien zwei Varianten der neuen Roseggerschule. Die eine sieht demnach eine Kernsanierung des Altbaus mit Teilabriss und Ersatzneubau vor, die andere ist ein kompletter Neubau am jetzigen Standort.
Kernsanierung und Teilneubau würden 59 Millionen kosten
Aktuelle Kostenschätzungen gehen bei einem Neubau von 64 Millionen Euro Investitionen aus, bei der Sanierung wären es 59 Millionen. Beide Preise sind inklusive der Ausgaben für eine Interimsunterbringung der Schule für die Phase der Bauarbeiten. Und die würde im Falle von Sanierung/Teilneubau rund zwei Jahre dauern, während ein Neubau schneller fertig wäre, wie der Verbandsvorsteher dieser Zeitung sagte. Das Planungsbüro, so Halding-Hoppenheit weiter, habe sich in der Vorstellung der Studie am Ende klar für einen Neubau ausgesprochen. Und das vor allem, weil man ja nicht in die Wände des Altbaus schauen könne. Einen Risikopuffer könne man zwar einkalkulieren, aber es sei eben auch nicht gewiss, dass der am Ende reicht.
Gesprochen wurde auch darüber, ob es in Waldbröl einen alternativen Standort gibt. Bürgermeisterin Larissa Weber begrüße einen Verbleib der Schule in der Stadt, sagt Halding-Hoppenheit, doch eine konkrete Idee für einen neuen Standort gebe es noch nicht. Dieser hätte den Charme, dass man den Bestandsbau nicht abreißen müsse, was rund 700.000 Euro Kosten sparen würde. Zudem könnte man das Areal veräußern. „Der Standort der Schule ist ein hervorragendes Wohngebiet.“ Und zu guter Letzt müsse man nicht für eine Interimsunterbringung bezahlen. Halding-Hoppenheit berichtet, dass die Mitglieder des Gremiums darin einig gewesen seien, dass in Waldbröl etwas passieren muss.
Welche Variante angegangen wird – also Neubau oder Kernsanierung – müsse beraten werden. Dazu gehörten zahlreiche Details wie etwas die Frage, ob man Geld dadurch sparen kann, dass man die zugrunde gelegte Quadratmeterzahl pro Schüler von vier auf drei reduziert. Natürlich müsse auch geklärt werden, wie eine Finanzierung funktioniert, merkt Halding-Hoppenheit an. Aktuell hat die Schule knapp 300 Schüler, 80 davon kommen aus dem Rhein-Sieg-Kreis oder Windeck. Mit beiden besteht eine Kooperationsvereinbarung. Dem Sonderschulzweckverband gehören neun der 13 oberbergischen Kommunen an. Nicht dabei sind die Kommunen im Norden, also Wipperfürth, Lindlar, Hückeswagen und Radevormwald.

