Der Verschönerungsverein hat die „VVS-Stiftung Naturschutz Siebengebirge“ gegründet. Er hofft auf Spenden und weitere Stifter.
VVSNeue Stiftung soll als „Geldmaschine“ dem Naturschutz im Siebengebirge dienen

Initiatoren und Unterstützer der neuen VVS-Stiftung am Forsthaus Lohrberg: (v.l.) Michael Ridder, Brigitte Kohlhaas, Philipp Herzog, Hans Peter Lindlar, Lisa Limmer, Stephan Schütte, Sebastian Schuster, Werner Stieber und Eike Rilinger.
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„Viele Menschen fühlen sich dem Siebengebirge extrem verbunden“, weiß Stephan Schütte. Genau dieses Gefühl für die Heimat wollen sich die Initiatoren um den Vorsitzenden des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) sowie seinem Vorgänger Hans Peter Lindlar mit der neuen „VVS-Stiftung Naturschutz Siebengebirge“ zunutze machen.
Sie zielen auf Bürger ebenso wie auf Unternehmen, auf Erbschaften und Zustiftungen ebenso wie auf Spenden. Man wolle „die Geldmaschine anwerfen“, formulierte es Lindlar, der Vorsitzende der neuen VVS-Stiftung, etwa flapsig.
Verein besitzt viel Wald und mehrere Gebäude im Siebengebirge
Im Grunde werde mit der Stiftung „das Engagement des VVS für die Ewigkeit festgeschrieben“, sagte Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster am Montag (20. April) bei der Vorstellung des neuen Projekts. „Zweck der Stiftung“, heißt es in Paragraf 2 der Satzung, „ist die Förderung des Umweltschutzes und insbesondere des Natur- und Artenschutzes im Naturschutzgebiet Siebengebirge sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung.“
Der VVS, 1870 gegründet und heute Eigentümer von Wald (850 Hektar), Wegen und Gebäuden im Naturschutzgebiet Siebengebirge, hat das Grundstockvermögen in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung stellt. Dieser Betrag wird nicht angerührt. Nur dessen Erträge fließen in die Arbeit zum Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft.
Wald des VVS solle sich über Jahre zum Wildnisgebiet entwickeln
Hinzu kommen vom VVS 5000 Euro „zum Verbrauch“ sowie – zum Stiftungsstart – für die ersten fünf Projekte je 3000 Euro der Kreissparkasse Köln, wie Lisa Limmer am Montag ankündigte. Schuster schoss spontan aus seiner Privatschatulle 1000 Euro zu. Schon bisher erhielt der VVS, der zwei Drittel seines Waldes zunächst bis 2030 dem Land NRW zur Entwicklung von Wildnisgebieten verpachtet hat, Spenden in Höhe von rund 30.000 Euro jährlich, sagte Hans Peter Lindlar.
Bei einer Stiftung wüssten die Spender oder auch weitere Stifter (Zustiftungen sind ab 500 Euro möglich) angesichts klar definierter Ziele, dass ihr Geld garantiert nur in Maßnahmen für den Naturschutz im Siebengebirge fließe, betonte der Stiftungsvorsitzender. Ausdrücklich will die Stiftung auch andere Initiativen oder Vereine unterstützen, die im Naturschutz im Siebengebirge engagiert sind. Aber auch Maßnahmen zur Umweltbildung oder für eine „naturschutzorientierte Besucherlenkung“ will die VVS-Stiftung fördern.
Unterstützt wird die Initiative des Verschönerungsvereins von den Städten Bad Honnef und Königswinter, wenn auch zunächst (noch) nicht finanziell. Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog und Königswinters Vize-Bürgermeister Michael Ridder begrüßten die Idee am Montag ausdrücklich. Nach Einschätzung von Philipp Herzog treffe das Engagement für die Heimat einen Nerv.
Die Pflege von Biotopen zum Erhalt der Artenvielfalt und die dauerhafte Unterhaltung von 100 Kilometer Wanderwegen, 200 Bänken und mehr als 20 Schutzhütten sei nur dank des ehrenamtlichen Einsatzes der VVS-Mitglieder möglich. „Immer wieder stehen aber auch Aufgaben an, für die professionelle Leistungen von Unternehmen angefordert und teuer bezahlt werden müssen“, heißt es in einer Pressemittelung der VVS-Stiftung.
Landrat Sebastian Schuster kritisiert Naturparkpolitik des Landes
Wie es mit den Wildnisgebieten nach 2030 weitergeht, muss der Verschönerungsverein unterdessen mit dem Land NRW in den nächsten Jahren klären. Rund 66.000 Euro im Jahr bekommt er von der Landesregierung für den Verzicht auf eine Bewirtschaftung seines Waldes. Denkbar ist theoretisch statt jährlicher Zuschüsse eine große Zustiftung des Landes für die neue VVS-Stiftung, wie Schütte und Lindlar sagten.
Landrat Sebastian Schuster, zu dessen Kreis drei Naturparke gehören, nutzte die Gelegenheit für eine Kritik an Düsseldorf. Es sei im Vergleich mit anderen Ländern „eher traurig“, was in Nordrhein-Westfalen in der Naturparkförderung passiere.
