Zum ersten Mal findet in Bad Honnef ein Bevölkerungsschutztag statt. Für Bürgermeister Philipp Herzog hat das Thema „oberste Priorität“.
AktionstagHilfsorganisationen werben in Bad Honnef für private Vorsorge auf den Krisenfall

Ein Starkregen ging im Juni 2013 über Königswinter nieder, hier Aufräumarbeiten in der Flurgasse in Oberdollendorf.
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Bevor Philipp Herzog im Herbst vorigen Jahres zum Bürgermeister der Stadt Bad Honnef gewählt wurde, hat er beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn gearbeitet. „Ich bin Bevölkerungsschützer, und das Thema nehme ich natürlich mit nach Bad Honnef“, hat er seinerzeit gesagt. „Es ist ein wichtiges Thema für mich und hat oberste Priorität“, betont das Stadtoberhaupt auch jetzt.
Die Konsequenz: Zusammen mit Hilfsorganisationen findet in Aegidienberg der erste Bad Honnefer Bevölkerungsschutztag statt, und zwar am Sonntag, 14. Juni. Dabei soll es nicht nur um die Arbeit der beteiligten Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, dem Technischen Hilfswerk, der Freiwilligen Feuerwehr oder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft gehen.
Lebensmittel und Trinkwasser für den Krisenfall bevorraten
Die Bürgerinnen und Bürger sollen zudem sensibilisiert werden für den Selbstschutz. „Die Bevölkerung muss tatsächlich selbst aktiv werden. Das ist, glaube ich, vielen nicht bekannt“, sagt Herzog. „Wir wollen in den Vordergrund stellen, dass man eben auch selber etwas tun kann und etwas tun muss.“
Seit Langem appellieren Helfer, Retter und Behörden an die Menschen, sich beispielsweise auf Starkregen, flächendeckende Stromausfälle oder Stürme vorzubereiten und dafür vorzusorgen. Zum Beispiel durch einen gewissen Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser, einem Solar- oder Kurbelradio, einer Hausapotheke oder mit ausreichend Medikamenten, auf die man angewiesen ist.
Es muss nicht immer gleich eine Katastrophe wie die Flut an der Ahr vor fünf Jahren sein. Es reicht auch schon ein Unwetter, um die Stromversorgung für längere Zeit ausfallen zu lassen. Es gehe neben dem Katastrophenschutz auch um den Zivilschutz.
„Funktioniert die Heizung noch? Ist warmes Wasser verfügbar? Können Speisen und Getränke zubereitet werden? Wie können Lebensmittel oder lebenswichtige Medikamente gekühlt werden? Wo gibt es verlässliche Informationen? Wo kann Hilfe angefordert werden? Der Bevölkerungsschutztag soll dazu beitragen, diese Fragen verständlich und alltagsnah zu beantworten – ohne Verunsicherung, aber mit dem klaren Ziel, Vorsorge zu fördern“, so die Stadt Bad Honnef.

Die Vertreter der Hilfsorganisationen, die den Bevölkerungsschutztag organsieren.
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Sie hat im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und einem seinerzeit befürchteten Ausfall der Energieversorgung ihr „Leuchtturmkonzept“ entwickelt. Das sind die Standorte der Feuerwehr (Rhöndorf, Aegidienberg, Mitte) und das Rathaus. Sie verfügen über Notstromaggregate, die Stadt hat darüber hinaus mehrere mobile Generatoren. „Wärmeräume“ sollen dann in den Turnhallen an der ehemaligen Konrad-Adenauer-Schule und der Grundschule in Aegidienberg eingerichtet werden.
Über dieses Konzept will das Ordnungsamt beim Bevölkerungsschutztag informieren, so der Leiter des Ordnungsdienstes, Thomas Breutigam. Die DLRG will sich auf das Thema Starkregenereignis und daraus resultierendes Hochwasser konzentrieren, hieß es bei der Vorstellung des Aktionstags.
„Wir werden eine Fahrzeug- beziehungsweise Bootsausstellung mitbringen. Wir wollen noch mal klarmachen, dass wir eben nicht nur ein reiner Schwimmverein, sondern dass wir auch im Bevölkerungsschutz aktiv sind.“ Die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef konzentriert sich bei dem Aktionstag auf das Thema Waldbrand, sagte Thomas Weiss, der stellvertretende Leiter der Wehr. Man sehe immer wieder Menschen rauchend durch den Wald laufen, dabei seien viele uneinsichtig. Man wolle für das Thema und die Gefahren sensibilisieren.
Das Deutsche Rote Kreuz Bad Honnef will nach Angaben von Bereitschaftsleiter Jens Koelzer das Thema aufgreifen, „das wir eigentlich seit 2009 schon hier im Stadtgebiet vorantreiben“, nämlich die persönliche Vorsorge der Bevölkerung. Die Malteser wollen nach Aussage von Maximilian Kornfeld, Leiter der Einsatzdienste, in einem Fachvortrag praktische Hilfestellungen geben, wie man bei einem Starkregen mobilitätseingeschränkte Angehörige retten kann und dabei den Eigenschutz beachtet.
Bevölkerungsschutztag, Sonntag, 14. Juni, 10 bis 17 Uhr, auf dem Aegidiusplatz und im Bürgerhaus.

