Etwa 100 Bürger versammelten sich auf dem Vorplatz des Kaller Rathauses zu einer Gedenkversantlung am fünften Jahrestag der Hochwasserkatastrophe.
„Narben in den Herzen“In Kall wurde der Menschen gedacht, die bei der Flut 2021 starben

Kerzen im Gedenken an die Opfer der Katatstrophe entzündete Bürgermeister Emmanuel Kunz.
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Es war still auf dem Rathausvorplatz, als der evangelische Pfarrer Christoph Ude an die Nacht erinnerte, als plötzlich alles anders wurde für die Menschen in der Eifel.
Es dürfte wohl niemand unter den rund 100 Besuchern der Gedenkveranstaltung an die Flutnacht vom 14./15. Juli 2021 gegeben haben, der nicht wusste, wovon er redete, als er davon sprach, wie der Begriff Sintflut auf einmal Wahrheit geworden sei. Von der Verzweiflung der Betroffenen, von den drei Kaller Bürgern, die ihr Leben in der Katastrophennacht verloren haben, von dem Kampf und dem Einsatz der Rettungskräfte, aber auch von dem Zusammenhalt der Menschen und der Welle der Hilfsbereitschaft, die der Flut folgte. Mit Pater Wieslaw Kaczor SDS gestaltete Ude eine ökumenische Andacht.
Der Wiederaufbau gestaltet sich langwierig
„Vieles erstrahlt in neuer Schönheit. Aber längst nicht sind alle Wunden wirklich verheilt“, mahnte er. Der Alltag lasse das Geschehene in den Hintergrund rücken. Deshalb sei es gut, sich fünf Jahre danach die Zeit zu nehmen, sich an die Flut und ihre Folgen zu erinnern.

Vor dem Rathaus erinnert nun eine Stele an die Flutnacht.
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Mehr als 1800 Tage, mehr als 43.000 Stunden seien seit der Flutnacht vergangen, sagte Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz. Für manche sei diese Nacht bereits weit entfernt. Doch für andere sei sie bis heute so präsent, als sei es gestern gewesen. Viele Menschen trügen die Folgen bis heute mit sich. Die Einsatzkräfte hätten Außergewöhnliches in diesen Tagen geleistet.
Die Flut hat nicht zerstört, was Kall ausmacht.
Auch das Rathaus sei betroffen gewesen, erinnerte er. Unter der Leitung seines Vorgängers Hermann-Josef Esser habe die Verwaltung eine beeindruckende „Ärmel-hoch-Mentalität“ bewiesen. Doch wie langwierig der Wiederaufbau gewesen sei, werde allein schon dadurch deutlich, dass es genau bis zu dem Tag dieser Gedenkveranstaltung gedauert habe, bis auch das letzte Büro, das wegen der Sanierung ausgelagert wurde, ins Rathaus zurückgekehrt sei.
Vor allem aber betonte Kunz den Wert des Zusammenhaltes, den die Gesellschaft gezeigt hatte. „Die Flut hat vieles zerstört. Aber sie hat nicht zerstört, was Kall ausmacht“, sagte er. Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und der Wille, wieder aufzustehen, seien geblieben. „Die Gemeinde Kall hat in ihrer schwersten Stunde gezeigt, welche Kraft in einer Gemeinschaft steckt, wenn Menschen füreinander einstehen“, so Kunz.
Stele auf dem Kaller Rathausplatz enthüllt
Zentraler Moment der Gedenkveranstaltung war die Enthüllung der Stele, die auf dem Rathausplatz an die Flutnacht erinnert. Gestaltet wurde sie aus Cortenstahl vom Sistiger Schmied Stefan Pütz. „Sie steht sinnbildlich für die Narben, die die Flut in unserer Landschaft, unseren Häusern und auch in den Herzen der Menschen hinterlassen hat“, so Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Sie verbinde Trauer mit Hoffnung, Erinnerung mit Zuversicht und erinnere daran, welche Stärke in einer Gemeinschaft liegt, die füreinander einsteht.
Prägnant sei das beleuchtete Dreieck im Zentrum der Säule, das ein Zeichen der Hoffnung setze. Der Fuß der Stele wird von Kieselsteinen aus der Urft gebildet. Eingesegnet wurde die Stele von Pater Wieslaw Kaczor SDS. Kunz entzündete danach Kerzen im Gedenken an die Opfer der Katastrophe.
