Drei Einkerbungen sollen an die drei Menschen erinnern, die bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 in der Gemeinde Kall ihr Leben verloren.
Fünf Jahre nach der KatastropheVor dem Kaller Rathaus wird eine Flut-Gedenkstele aufgestellt

Die Gedenkstele als Erinnerung an die Flut 2021 haben Stefan Pütz (l.) und Markus Auel gemeinsam gestaltet.
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Eine Gedenkstele auf dem Rathausvorplatz wird künftig an die verheerende Flutkatastrophe vom Juli 2021 und ihre Auswirkungen in der Gemeinde Kall erinnern. Sie wird am Jahrestag der Katastrophe, am Dienstag, 14. Juli, enthüllt.
„Nach der Flut gab es immer wieder Vorschläge, einen Gedenkort zu schaffen“, erklärte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters. Bei der Planung für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes habe man deshalb bereits ein Fundament für das Aufstellen einer Gedenkstele vorgesehen. Für die Gestaltung machte sich Auel zunächst einige Gedanken und arbeitete dabei eng mit dem Sistiger Kunstschmied Stefan Pütz zusammen. „Ich habe in der Vergangenheit schon einige solcher Unikate geschaffen“, berichtete Pütz. Vor drei Wochen habe er dann mit der Umsetzung begonnen.
Cortenstahl soll Widerstandskraft symbolisieren
Die Stele besteht aus Cortenstahl, der mit der Zeit eine rostrote Farbe erhält. „Das Material steht sinnbildlich für die Narben, die die Flut in der Landschaft, an Gebäuden und in den Herzen der Menschen hinterlassen hat. Gleichzeitig zeichnet sich Cortenstahl durch seine Beständigkeit aus und symbolisiert damit die Widerstandskraft und den Willen zum Neuanfang“, sagte Auel. Auf der Vorderseite ist der Schriftzug „Flut 2021“ zu lesen. Eine symbolische Welle zeigt zudem, wie hoch das Wasser am Rathaus gestanden hat.
Eine markante dreieckige Form an der Vorderseite soll der Stele eine besondere Ausdruckskraft verleihen. „Drei Einkerbungen an der rechten Seite erinnern an die drei Menschen aus dem Gemeindegebiet Kall, die im Zuge der Flut ihr Leben verloren haben. Sie machen das persönliche Leid sichtbar und halten die Erinnerung an die Opfer dauerhaft wach“, so der Vertreter des Bürgermeisters.
Gedenkstele in Kall kann beleuchtet werden
Das Dreieck kann beleuchtet werden und wird so besonders in der Dunkelheit hervorgehoben. „Es soll ein Zeichen der Erinnerung und Hoffnung sein. Das Licht steht für Orientierung, Zuversicht und den Blick in die Zukunft“, so Auel.
Das obere Ende der Stele ist nicht gerade, sondern gezackt und sieht wie abgebrochen aus. „Das weist auf die Zerstörungen hin, die die Flut hinterlassen hat. Zugleich steht diese Gestaltung für den Wiederaufbau beschädigter Infrastrukturen und die Aufgabe, entstandene Schäden Schritt für Schritt zu überwinden.“
Die Stele soll außerdem ein Zeichen des Erinnerns und der Anteilnahme und darüber hinaus ein Symbol für die Stärke des Wiederaufbaus und der Widerstandsfähigkeit sein. „Sie soll uns daran erinnern, wie verletzlich wir sind – aber auch daran, welche Kraft in Zusammenhalt, Mitgefühl und gegenseitiger Hilfe steckt“, sagte Auel.
