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Aktionstag in BlankenheimTour de Ahrtal erfreute sich trotz des Wetters großer Beliebtheit

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Kinder und Erwachsene fahren mit dem Fahrrad über eine Straße.

Das kühle Wetter schreckte die Aktiven bei der Tour de Ahrtal nicht, die für viele ein schönes Programm vorm WM-Spiel war. 

Der Radaktionstag Tour de Ahrtal lockte erneut viele Besucher in die Eifel und aufs Fahrrad.

WM-Spiel Deutschland gegen Curaçao am frühen Abend? Da ist etwas sportliche Betätigung doch eine feine Einstimmung. Nach diesem Motto machten sich viele Zweiradfreunde auf den Weg zum Radaktionstag „Tour de Ahrtal“.

Es herrschten recht frische zwölf Grad am Sonntagvormittag auf dem Curtius-Schulten-Platz in Blankenheim, als Bürgermeisterin Jennifer Meuren und Landrat Markus Ramers gemeinsam die Glocke läuteten. Ramers gab jedoch zu, noch nie so ausgelaugt zur Tour gekommen zu sein – was sich auf die morgendliche Fahrt unter noch kühleren Bedingungen mit seinem Gravelbike vom nahen Wohnort Freilingen nach Blankenheim bezog. Doch auch für ihn ging es nach dem Radlersegen auf die Strecke Richtung Ahrbrück.

Bürgermeisterin sprach von längster Kuchentheke des Ahrtals

Die B258 und später in Rheinland-Pfalz die L73 waren für den motorisierten Verkehr wie gewohnt gesperrt. Entlang der Strecke war einiges für die Radfahrer vorbereitet. Von 900 selbst gebackenen Kuchen an der längsten Kuchentheke des Ahrtals sprach Meuren etwa. Auch wenn es tatsächlich wohl nur knapp die Hälfte war – auch 400 Kuchen sind eine stolze Zahl.

Eine Disco-Kugel hägt über einer Musikkapelle.

Die Discokugel zum Blanq-Jubiläum sorgt für Effekte.

Zwei Frauen und ein Mann lachen auf Inlinern in die Kamera.

Das Inliner-Trio Stefan, Heike (M.) und Birgitta stoppte bei Andreas Wotzlaw (l.) und Marc Großer von der Löschgruppe Dollendorf.

Daran dachten wenige Minuten später Birgitta, Stefan und Heike auf dem Wiesenparkplatz am Kreisverkehr von Ahrhütte eher weniger. Das Trio stieg in die Inlineskater und rollte gemächlich zu Andreas Wotzlaw und Marc Großer von der Löschgruppe Dollendorf, die an der vor dem Kreisverkehr aufgestellten Ampel   darauf achteten, dass sich alle an die an diesem Tag geltenden Regeln hielten. „Wir sind hier, weil es wirklich eine schöne Strecke durch das Ahrtal ist. Auch der Asphalt ist gut“, sagte   Birgitta aus Köln. Mit Partner Stefan war sie zum dritten Mal zur Tour de Ahrtal gereist. Ihr Partner ergänzte: „Die Leute in den Dörfern entlang der Strecke geben sich immer eine wahnsinnige Mühe, und sie sind einfach nett.“

Viele Informationsstände rund um das Bürgerhaus von Ahrdorf

Das bezog sich ganz sicher auf einen der beliebtesten Aktionspunkte, der wieder jenseits der Ahrbrücke rund um das Bürgerhaus von Ahrdorf aufgebaut war. Hier habe wie gewohnt schnell viel Trubel geherrscht, hieß es von den Anbietern an den Informationsständen etwa der Nordeifel Tourismus GmbH, des Kreises Euskirchen oder der e-regio.

Für den ersten kleinen Hunger hatten Frauen aus Ahrdorf und Uedelhoven Kuchen bereitgestellt. Uschi Schröder fand auch bei Ben Lofy aus Effelsberg einen dankbaren Abnehmer. Ehefrau An und Sohn Fynn freuten sich ebenfalls. „Wir finden das Angebot dieses Radaktionstages einfach toll. Und ich mache deshalb auch Fotos für meine Follower auf Social Media. Für diesen Tag muss man einfach werben“, so An Lofy.

Blinde Radfahrerin war im Tandem unterwegs

Ilse Glatzel aus Nettersheim kann derweil nicht einfach so losradeln. Sie ist blind. Doch Heino Schumacher aus Schmidtheim vom Team Oberahr weiß von ihrem Handicap und besitzt ein speziell für die Mitfahrt von Menschen mit Beeinträchtigungen geeignetes Tandem. Und so war das Duo von Nettersheim nach Ahrdorf geradelt. „Das sieht aus, als wenn ich mir einen Lenz machen würde“, sagte Ilse Glatzel entspannt auf ihrem Sitz: „Aber das stimmt nicht. Ich mache schon mit.“ Und wenn es unterwegs doch zu anstrengend für beide werden sollte, kann Schumacher sich auf den E-Bike-Motor des Rads verlassen.

Eine Frau sitzt auf einem Sitz-Fahrrad, dahinter steht ein Mann in Radkleidung.

Ein tolles Team sind die blinde Ilse Glatzel und Heino Schumacher.

So traf sich in Ahrdorf wieder die bunte Zweiradfreunde-Welt. Heinz aus Gangelt gehörte in diesem Jahr erstmals dazu. Er steuerte zielsicher das Stationszelt der Gemeinde an, um sich einen Stempel abzuholen – mit vier Stempeln konnte er am Gewinnspiel teilnehmen. Außerdem wartete dann an der Open-Air-Kneipe, die zum Blanq-Bier-Jubiläum auf dem Curtius-Schulten-Platz installiert war, ein Freibiergutschein auf ihn.

Die Premiere bei der Tour de Ahrtal hat für ihn eigentlich einen traurigen Grund. Bei der Flutkatastrophe 2021 wurde sein auf einem Campingplatz in Kreuzberg stehender Wohnwagen weggespült. Der Platz wird nicht wiedereröffnet, er ist   nicht sicher genug für künftige Hochwasser. Doch da der Gangelter das Ahrtal   immer schön findet, nutzte er den Radaktionstag für eine Tour nach   Kreuzberg. Zum ersten Mal seit der Flut. Schauen, wie es dort heute aussieht.