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Erneuerbare EnergieNettersheim produziert Strom für den Eigenbedarf

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Norbert Crump und Jens Berbuir sitzen an der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses.

Auf dem Feuerwehrgerätehaus in Zingsheim ist eine der größeren Anlagen installiert. Norbert Crump (l.) und Jens Berbuir erläutern das Projekt.

Nettersheim installiert Solaranlagen auf zehn Gebäuden, weitere sollen folgen. Dafür hat die Gemeinde 460.000 Euro Förderung erhalten.

Alles Gute kommt von oben – mittlerweile auch in Nettersheim, wenn es um die Versorgung der kommunalen Gebäude mit Solarenergie geht. Zehn gemeindeeigene Objekte werden derzeit mit Sonnenkollektoren ausgerüstet. Sie tragen so nicht nur zur Energiewende bei, sondern entlasten damit auch den arg gebeutelten Haushalt.

Durch ein Förderprogramm des Rheinischen Reviers hat die Gemeinde den weitaus größten Teil der Anlagen bezahlt bekommen. Bei 95 Prozent der zuwendungsfähigen Nettokosten hat Nettersheim knapp über 460.000 Euro als Förderung erhalten, was laut Bürgermeister Norbert Crump rund 80 Prozent der Bruttokosten ausmacht.

Die gewonnene Energie wird auch gespeichert

139,06 Kilowatt Peak (kWp) ist die addierte Leistungsfähigkeit der zehn Anlagen. Die größte ist mit 27,1 kWp auf dem Dach des Zingsheimer Feuerwehrgerätehauses montiert. Auch die Anlage auf dem Dorfsaal Tondorf ist mit 23,78 kWp eine der größeren.

Außerdem wurden beziehungsweise werden Photovoltaikanlagen montiert auf den Dächern der Grundschulen in Zingsheim (als Erweiterung einer bestehenden Anlage) und Marmagen, auf den Hallen der Bauhöfe „Auf Helwen“ und „Auf der Heide“, auf dem Schulzentrum und dem Familienzentrum Nettersheim, der Turnhalle in Zingsheim und dem Waldkindergarten in Nettersheim. Produziert wird dabei vor allem für den Eigenbedarf. Wie Crump erläutert, werden auch entsprechende Speichertechniken eingesetzt, um den Bedarf abzudecken.

Selbst an einem bedeckten Tag erzeugt die Anlage während der Arbeitszeit so viel Energie, dass auch der Speicher gefüllt werden kann. Das demonstrierte Jens Berbuir, Sachbearbeiter bei der Gemeinde, anhand der Software, mit der die Anlage gesteuert wird. „Zurzeit produzieren wir trotz Bewölkung 8,8 KWh. Das Haus verbraucht gerade 5,75 KWh, so dass der Überschuss in den Speicher geht“, erläuterte Berbuir. 32 Kilowattstunden Speicherkapazität stehen zur Verfügung. „Wenn der Speicher voll ist, kann ich eigentlich die ganze Nacht über das Rathaus darüber bedienen.“

Nettersheim spart pro Jahr 40.000 Euro an Energiekosten

Manchmal müsse jedoch morgens Strom aus dem Netz gekauft werden, wenn es bewölkt sei. Wenn die Sonne kräftig scheine, sei es hingegen möglich, überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen. Allerdings seien die Vergütungsbedingungen nicht mehr so gut wie bei den Altanlagen, die die Gemeinde vor 20 Jahren zum Beispiel auf dem Dach der Grundschule Zingsheim installiert hatte. „Damals wurden die Anlagen im Prinzip über die Entgelte finanziert, die damals bis zu 45 Cent pro Kilowattstunde betrugen“, sagte Crump.

Rund 40.000 Euro an Energiekosten kann die Gemeinde laut Crump pro Jahr mit den neuen Anlagen einsparen: „Das entlastet den Haushalt zwar nur marginal, ist aber auch ein Beitrag zur Konsolidierung.“

Ein wichtiger Nebeneffekt für die Gemeinde ist, dass die umgerüsteten Gebäude durch die integrierte Speicherlösung weitgehend autark sind. Beim Rathaus werden im Endeffekt rund 80 Prozent des Strombedarfs durch die PV-Anlage erzeugt. Demnächst soll auch der Fuhrpark der Gemeinde auf Elektroautos umgestellt werden. Dafür sind zwei Ladeplätze geplant, die auch über die Solarzellen betrieben werden.

Dies sei nur der erste Schritt, kündigte der Bürgermeister mit Blick auf rund 80 Gebäude im gemeindlichen Besitz an. Allerdings müsse immer die Statik des Daches geprüft werden, ob es die Last der Anlagen tragen könne. Und: Um in den Genuss der Förderung zu kommen, müssen die Verbrauchszahlen der vergangenen drei Jahre angegeben werden – was ein Problem sein kann, wie Crump berichtet: „Deshalb konnten wir zum Beispiel das neue Dorfgemeinschaftshaus in Pesch nicht in das Programm nehmen, da es zuvor geschlossen war und es so keinen Verbrauch gab, mit dem wir die Förderung beantragen konnten.“