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Künftiger Hambach-SeeIn Elsdorf startet der Bau der Rheinwassertransportleitung

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Das Foto zeigt eine Baustelle.

Auf dem Speedway hat die Verlegung der Rohre der Rheinwassertransportleitung begonnen.

Auf 6,5 Kilometern des Freizeitradwegs werden zwei Leitungsstränge verlegt, durch die ab 2030 Rheinwasser in den Tagebau Hambach strömen soll.

Im März fand der erste Spatenstich für die Rheinwassertransportleitung statt. Jetzt sind die Vorbereitungen und die Einrichtung des Baufelds zwischen Erft und Tagebau Hambach abgeschlossen. Seit vergangener Woche werden Rohre angeliefert und jetzt die ersten in die Gräben eingebaut.

Auf 6,5 Kilometern des Freizeitradwegs werden zwei Leitungsstränge verlegt, durch die ab 2030 Rheinwasser in den Tagebau Hambach strömen soll. Anschließend werden die Gräben wieder verfüllt. Insgesamt sind die Wege der Leitung, die in Dormagen den Rhein anzapft, 45 Kilometer lang. Durch Parallelverlegungen kommen gut 100 Kilometer zusammen.

Elsdorf: Rohre wurden in der Türkei und Algerien hergestellt

Rund 9000 zwölf Meter lange Rohre, speziell angefertigt in Betrieben in der Türkei und in Algerien – in Deutschland hat RWE nach eigenen Angaben keinen Anbieter gefunden – wurden mit Schiff und Bahn zu Lagern an den Kraftwerken Niederaußem und Neurath geliefert und jetzt nach und nach zu den Bauplätzen weitertransportiert.

Jeweils drei 15 Tonnen schwere stählerne Rohre mit einer Länge von je zwölf Metern und einem Durchmesser von bis zu 2,20 Metern werden neben dem Graben miteinander verschweißt und dann als 36-Meter-Stücke von Großkränen in den Rohrgraben eingelegt. In Grevenbroich-Allrath teilt sich die Leitung in Richtung der Tagebaue Garzweiler, wo ab 2036 der See entstehen soll, und Hambach.

Rund drei Dutzend Unterquerungen, darunter Autobahnen, Bahnlinien, Bäche und die Erft, sind vorgesehen. Jährlich sollen insgesamt etwa 400 Millionen Kubikmeter Wasser dem Rhein entnommen werden. In Hambach entsteht, geplant bis 2070, so der an Kubikmetern nach dem Bodensee zweitgrößte See Deutschlands, in Garzweiler der viertgrößte.

RWE plant für die Verlegung der Rohrleitungen eine Bauzeit von rund fünf Jahren. Der Abschnitt auf dem Freizeitradweg „Speedway“ soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein. Für die Dauer der Arbeiten ist der Radweg zwischen Niederaußem und dem Ende bei Elsdorf-Esch komplett gesperrt. Auf Grafik-Tafeln an den nördlichen und südliche Zugängen werden Umleitungen dargestellt, die zudem durchgängig ausgeschildert sind.

Eine Karte mit empfohlenen Radrouten ist auch auf den Internetseiten von RWE zu finden. Der Erft-Radweg soll für Radlerinnen und Radler durchgehend befahrbar bleiben. Informationen zum Bau der Rheinwassertransportleitung gibt es im RWE-Bürgerbüro auf Schloss Paffendorf in Bergheim, Burggasse 1. Geöffnet dienstags von 10 bis 12 Uhr. Dort ist auch ein Flyer mit Fahrradrouten erhältlich.