TV-Moderator Horst Lichter über seine dunkelsten Stunden und die Verzweiflungstat, die er nach seiner Restaurant-Pleite plante.
„Du musst leiden“Horst Lichter über seine schwersten Krisen und Lebensmut

Horst Lichter kennt auch dunkle Zeiten - und hat sie mit Lebensmut überwunden. (Archivbild)
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Horst Lichter, bekannt als TV-Koch und Moderator mit einer durchweg positiven Ausstrahlung, bewahrte sich selbst in existenziellen Notlagen seine Zuversicht. In einem Gespräch mit dem „Zeit-Magazin“ formulierte der 64-Jährige seine Maxime: „Du musst leiden, damit der Schmerz weggeht“. Er habe jedoch auch tiefgreifende Schwierigkeiten gemeistert, wie der Entertainer betonte: „Ich wollte leben. Ich wollte auch wieder lachen“.
Der TV-Moderator offenbarte, dass er vor drei Jahrzehnten nach der Pleite seines Lokals zeitweilig seine Lebenslust einbüßte. Dieses Ereignis reiht sich in eine Kette von prägenden Rückschlägen ein, zu denen Lichter einen gravierenden Trampolin-Unfall im Alter von zwölf Jahren zählt, der eine mehrmonatige Klinikbehandlung erforderte, sowie den frühen Tod seines Vaters.
Existenzkrise nach der Restaurant-Insolvenz
„Die Situation schien ausweglos“, blickt Lichter zurück. Er schildert seine damalige Furcht: „Ich hatte Angst, dass alle über mich lachen würden: Jetzt ist er doch plattgegangen mit seiner Spinnerei!“ In seiner Verzweiflung bestieg er sein Motorrad und sei „zwei Stunden durch die Eifel geflogen wie ein Irrsinniger“. Dahinter steckte ein Kalkül, wie er erklärt: „Wenn du jetzt verunfallst, so war meine Idee, hast du eine Lebensversicherung. Dann merkt keiner was von deinen finanziellen Problemen.“
Nach einiger Zeit sei ihm aber bewusst geworden, was für eine „Scheißidee“ dies war. Ein neuer Gedanke habe ihn angetrieben: „Ich dachte, was würde alle, die vielleicht lachen, am meisten ärgern? Wenn du es schaffst.“ Anschließend habe er zusammen mit seiner heutigen, dritten Ehefrau alle Kraft in die Rettung des Restaurants investiert.
Solidarität der Gäste rettete das Lokal
Aufgrund der enormen Arbeitsbelastung hätten schließlich die Restaurantbesucher selbst mit angepackt und sogar Geschirr zur Verfügung gestellt. „Wildfremde Menschen waren das teilweise, die fanden das toll. Und damals war noch kein Fernsehen in Sicht oder Berühmtheit oder irgendwas“, berichtet Lichter über diese Zeit.
Seine Vergangenheit betrachtet er heute als prägenden Teil seiner Identität: „Ich wünsche meine Schicksalsschläge keinem anderen. Aber ich gucke immer auf heute. Ich mag den, der ich heute bin. Der wäre ich nicht, wäre früher irgendetwas anders gelaufen.“
Der ausgebildete Koch, geboren in Rommerskirchen, vollzog eine berufliche Kehrtwende, nachdem er als Mittzwanziger zwei Schlaganfälle erlitten hatte. Er kündigte seine Anstellung im Braunkohletagebau und eröffnete ein eigenes Restaurant. Einem breiten Publikum wurde er später durch seine TV-Auftritte bekannt; seit 2013 führt er durch die ZDF-Sendung „Bares für Rares“. (dpa/red)
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