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Rheinisches RevierNächster Schritt zur Gartenschau 2037 – was Bedburg erwartet

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Der Tagebausee Garzweiler wird ab 2036 befüllt. An seinen Rändern soll sich die IGA ausbreiten.

Der Tagebausee Garzweiler wird ab 2036 befüllt. An seinen Rändern soll sich die IGA ausbreiten.

Vertrag für Internationale Gartenausstellung 2037 unterzeichnet. Machbarkeitsstudie erwartet mindestens 1,8 Millionen Gäste.

Der nächste Schritt ist getan: Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) und der Zweckverband Landfolge Garzweiler haben den Vertrag zur Durchführung für die Internationale Gartenausstellung 2037 unterzeichnet. Damit ist die Vergabe der IGA 2037 an die Region rund um den Tagebau Garzweiler auch formell vollzogen.

Vorausgegangen waren mehrjährige Vorarbeiten unter anderem zur Erstellung des dezentralen Konzeptes sowie eine breite Beteiligung verschiedener politischer und institutioneller Gremien in den angrenzenden Kommunen und der Region. Zu den Unterzeichnern gehörte Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach (SPD).

See im Braunkohle-Revier wird ab 2036 mit Rheinwasser befüllt

Als Teil des Strukturwandels im gesamten Rheinischen Revier umfasst das Konzept der IGA 2037 den Raum des Tagebaus Garzweiler mit Verbindungen in seine Umgebung. Das dezentrale Konzept erschließt diese Region an verschiedenen Punkten. Im Zentrum befindet sich der entstehende See im Braunkohle-Revier, dessen Befüllung mit Rheinwasser 2036 startet.

Geplante Hauptstandorte der IGA sind im Norden des Tagebaus Garzweiler im Bereich des neu entstehenden Stadtteils Jüchen-Süd sowie in Mönchengladbach-Wanlo zusammen mit der Erkelenzer Ortschaft Keyenberg. Beide Standorte zeichnen sich durch eine sehr gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei individueller Anreise aus.

Auf dem Foto sind mehrere Männer und eine Frau auf einer Aussichtsplattform am Tagebau Garzweiler zu sehen.

Gruppenbild vor dem Tagebau (v.l.): Claudia Schwan-Schmitz (Technische Beigeordnete Mönchengladbach), Sascha Solbach (Bürgermeister von Bedburg), Dr. Achim Schloemer (Geschäftsführer Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft), Dr. Philipp Zeimetz (Abteilungsleiter Genehmigungen und regionaler Wandel RWE Power), Jüchens Bürgermeister Philipp Sieben, Stephan Muckel (Bürgermeister von Erkelenz und Verbandsvorsteher), der Bürgermeister der Landgemeinde Titz Jürgen Frantzen, Volker Mielchen (Geschäftsführer Zweckverband Landfolge Garzweiler) sowie Dr. Gregor Bonin  Mönchengladbach (Ex-Stadtdirektor Mönchengladbach).

Die geplante Schau liegt im Herzen des Rheinlands und eines europäischen Ballungsraums: Allein in einem Einzugsgebiet von rund 60 Minuten Fahrzeit mit Bahn, Bus oder Pkw leben rund 12 Millionen Menschen. Die Machbarkeitsstudie für die IGA geht von mindestens 1,8 Millionen Gästen aus. An den Arbeiten sind neben der DBG und dem Zweckverband auch alle Kommunen sowie unter anderem die Bergbautreibende RWE Power AG und der Region Köln/Bonn e.V. beteiligt.

Strukturwandel braucht ein attraktives Umfeld für Unternehmen und hohe Lebensqualität für Menschen
Stephan Muckel, Bürgermeister von Erkelenz

Als Verbandsvorsteher und Bürgermeister von Erkelenz sagte Stephan Muckel zur Unterzeichnung des Vertrages: „Strukturwandel braucht ein attraktives Umfeld für Unternehmen und hohe Lebensqualität für Menschen. Deshalb lautet unser Motto: Neue Lebensräume schaffen. An den IGA-Standorten machen wir den Wandel zum Erlebnis.“ DBG-Geschäftsführer Dr. Achim Schloemer ergänzte: „Eine Landschaftsbaustelle dieser Dimension bietet eine einmalige Chance für die gesamte Region und eine Bühne für eine Gartenschau. Die Umstrukturierung eines Kohlereviers und der Beitrag unserer Grünen Branche sind auch international von Interesse.“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte bereits 2024 vor möglichen Fehlentwicklungen für die Ausrichtung der IGA 2037 rund um den Braunkohlentagebau Garzweiler gewarnt. Die klassischen Gartenschauen seien wenig geeignet, den ökologischen Wandel voran zu bringen.


Das Format einer Internationalen Gartenausstellung findet in Deutschland alle zehn Jahre im Wechsel mit den Bundesgartenschauen statt. Die IGA 2027 wird kommendes Jahr im Ruhrgebiet und somit ebenfalls in Nordrhein-Westfalen ausgerichtet.