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Projekt vertagtLöschgruppe Ahrhütte muss weiter auf Neubau warten

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Ein rotes Feuerwehrauto steht in einm Holzschuppen. Links und rechts daneben hängt Feuerwehrkleidung.

Derzeit in einer Holzlagerhalle stationiert: das MTF der Löschgruppe Ahrhütte mit Tragkraftspritze. Die Schutzkleidung der 15 Aktiven hängt am Haken. Umkleide-, Sanitär- und Lagerräume fehlen ganz.

Der Gemeinderat Blankenheim hat das Projekt vertagt. Ein Sachverständiger für Arbeitssicherheit soll jetzt befragt werden.

Seit drei Jahren wollen die 15 Aktiven der Löschgruppe Ahrhütte einen Neubau für ihre Tragkraftspritze und das Mannschaftstransportfahrzeug, die derzeit notdürftig in einer freigeräumten Holzlagergarage einer örtlichen Schreinerei untergebracht sind. Doch auch in der jüngsten Gemeinderatsitzung kam das Projekt nicht voran. Es wurde vertagt.

Es geht um ein nach derzeitigen Kalkulationen rund 84.000 Euro teures Neubauprojekt, das für die kleine Löschgruppe in Ahrhütte, die Teil des Löschzugs II der Gemeinde ist, eine Art Zeitenwende darstellt. Schon seit sechs Jahren ist klar, dass die räumliche Situation für die Löschgruppe ungenügend ist. Seit drei Jahren sind die Planungen konkret. Ein Bebauungsplan für ein gemeindeeigenes Grundstück am Mühlenberg ist aufgestellt, die Löschgruppe hat ihrerseits hohe Eigenleistungen zugesagt, um die Kosten zu drücken. Doch in den politischen Gremien kommt das Projekt nicht voran.

Die Löschgruppe Ahrhütte braucht mehr Raum

Um das zu verstehen, hilft ein Blick in die Historie. Viele Jahre war die alte Tragkraftspritze der Löschgruppe in einer privaten Garage an der B258 in der Ortsmitte untergestellt. In einem alten Baucontainer daneben befand sich eine Art „Besprechungsraum“. Mit einem von einer anderen Löschgruppe übernommenen gebrauchten Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) war klar: Es ist mehr Raum notwendig.

Eine örtliche Schreinerei – der Betrieb gehört dem stellvertretenden Löschgruppenleiter Guido Mahlberg –  bot an, einen Teil ihres Holzlagers freizuräumen. Auf lange Zeit würde das aber nicht möglich sein. Hier ist bis heute das MTF untergestellt. An Haken an der Wand hängt die Schutzkleidung der aktuell 15 Aktiven, in der Ecke stapelt sich feuerwehrtechnisches Gerät. Umkleideräume, sanitäre Anlagen, Lagerplätze? Fehlanzeige.

Flut überschwemmte Lagerhalle

Die Lagerhalle wurde bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 wie weitere große Teile des Betriebsgeländes der Schreinerei von der Ahr geflutet. Das machte die Notwendigkeit eines Neubaus umso klarer.

Der 84.000 Euro teure Neubau – die Kosten waren anfangs auf rund 50.000 Euro veranschlagt worden – wäre nun für MTF, Spritze und Geräte geeignet, doch nicht für viel mehr. Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) müssten die Aktiven mit nach Hause nehmen. Platz für eine Schwarz-Weiß-Trennug (von Schutzkleidung und privater Kleidung) wäre nicht, auch nicht für sanitäre Anlagen und Umkleiden. Dafür aber wäre es eine Feuerwehrgarage und kein Feuerwehrhaus, das ganz anderen Anforderungen und Normen entsprechen muss.

Das Bild zeigt einen grünen, bewachsenen Hang.

Das Grundstück für den Neubau der Feuerwehrgarage am Mühlenberg in Ahrhütte: Die Löschgruppe will einen zusätzlichen Anbau. Doch das würde das Gebäude zum Feuerwehrgerätehaus hochgestuft.

Und genau das ist der Konflikt, der offenbar selbst nach Jahren zwischen der Löschgruppe, die natürlich das mögliche Optimum haben will, dem jetzt um eine Stellungnahme gebetenen Sachverständigen für Arbeitssicherheit und letztlich den Fraktionen im Gemeinderat nicht zu lösen ist.

Blankenheims Bürgermeisterin will Fachmann einladen

Um den Wünschen der Löschgruppe zu entsprechen, sei der Entwurf einer neuen Feuerwehrgarage wohl kaum zu halten, so die Befürchtung der Ratsfraktionen. Martina Schmidt (CDU) wies zum einen daraufhin, dass die Aktiven, um die Hochstufung mit einem Anbau an den Neubau zu vermeiden, wohl doch die Schutzkleidung mit nach Hause nehmen müssten. Dann könne ja der Einbau einer Umkleide, die auch geschlechtergetrennt sein muss, entfallen. Doch wäre das überhaupt erlaubt? Ihr Parteigenosse Ingo Bings ist da skeptisch: „Arbeits- und Gesundheitsschutz verbieten die private Lagerung von Schutzkleidung.“

Wilfried Wutgen (SPD) war zudem schon mit Blick auf das vorgesehene Hanggrundstück am Mühlenberg irritiert: „Da müsste man für die Pkws der Aktiven meiner Meinung nach erst eine 25 Meter lange Stützwand bauen. Das wären um die 25.000 Euro mehr.“

Bürgermeisterin Jennifer Meuren schlug angesichts der vielen offenen Fragen und Unklarheiten schließlich vor, den Fachmann für Arbeitssicherheit einzuladen. Das sei ein „Gebot der Fairness“. Damit war das Stichwort gefallen. „Ich schlage vor, einen Beschluss zu verschieben“, so Martina Schmidt. Diesem Vorschlag stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.


Feuerwehrgerätehaus Mülheim soll umgebaut werden

„Wir haben hier nur eine Summe stehen – und keine Kostenauflistung!“ Wilfried Wutgen (SPD-Fraktion) wirkte sauer in der jüngsten Sitzung des Blankenheimer Gemeinderates. Den Tagesordnungspunkt „Feuerwehrgerätehaus Mülheim“ hatte die Verwaltung nicht zur Vorberatung in den Fachausschuss gegeben, sondern das 185.000-Euro-Projekt sofort in den Rat eingebracht. Finanziert werden soll es verteilt auf dieses und das kommende Haushaltsjahr. Neben einem erläuternden Text zum Projekt und einer Skizze hatten die Ratsmitglieder in der Sitzung aber keine weitere Entscheidungsgrundlage. Das sei dem „Zeitdruck“ geschuldet, rechtfertigte Bürgermeisterin Jennifer Meuren diese Vorgehensweise. Die Verwaltung werde die angemahnten Details nachliefern.

Es geht um einen Umbau des Feuerwehrgerätehauses in drei Bauabschnitten. Wegen des für Ende dieses Jahres erwarteten neuen Löschfahrzeugs muss vor allem die bestehende Toreinfahrt verlegt werden. Außerdem werden der Umkleide- und der Sanitärbereich modernisiert. Außerdem soll eine Außentreppe zu künftigen Lager- und Abstellflächen im Dachgeschoss angebaut werden.

Unklar ist noch, in welchem Umfang durch die Löschgruppe Eigenleistungen erbracht werden können, die bei der jetzigen Kostenkalkulation noch nicht berücksichtigt sind. Eine energetische Sanierung des Gebäudes wurde unterdessen zurückgestellt: Die beantragte Förderung aus dem Budget „Revier.Gestalten“ wurde abgelehnt. Der Beschluss, mit dem Projekt dennoch zu beginnen, fiel einstimmig aus.