Die Sistiger Grundschule hat für rund 1,9 Millionen Euro einen Anbau mit Aufzug und ein neue Heizung bekommen. Die alte Heizung war 34 Jahre alt.
Anbau und neue HeizungGemeinde Kall investiert 1,9 Millionen Euro in Sistiger Grundschule

Freuen sich über den Abschluss der Arbeiten in Sistig: Stefan Etten (v.l.), Maren Wessel, Markus Auel und Emmanuel Kunz.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Rund 1,9 Millionen Euro hat die Gemeinde Kall in den vergangenen Jahren in die Erweiterung und Modernisierung der Sistiger Grundschule investiert. In zwei Bauabschnitten wurde ein Anbau errichtet und eine neue Heizung mit Sole-Wasser-Wärmepumpe und Ölbrennwertkessel installiert.
Im Mai 2021 war der Förderantrag im Rahmen des Programms „Beschleunigter Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder“ bewilligt worden. Die Planung sah eine Erweiterung um zwei Klassenräume einschließlich Flurbereichen sowie den Einbau einer Aufzugsanlage vor. Mit den Rohbauarbeiten wurde im Dezember 2021 begonnen. Abgeschlossen wurden die Maßnahmen im Sommer 2023 und der Neubau im Schuljahr 2023/2024 in Betrieb genommen. Als Zuschuss zu den Kosten von 1,2 Millionen Euro erhielt die Gemeinde eine Förderung von 110.000 Euro. Der Anbau hat eine Größe von rund 240 Quadratmetern.
Zweimal war Wasser in das Untergeschoss gelaufen
„Die Arbeiten wurden durch Schäden nach einem Starkregen und nach der Flut erschwert“, erinnerte sich Stefan Etten vom Bauamt der Gemeinde Kall. In beiden Fällen sei Wasser ins Untergeschoss gelaufen. „Betroffen waren zwei Klassenräume und die Küche“, sagte Schulleiterin Maren Wessel. Die Klassen wurden vorübergehend in ein Zelt und später in Container ausgelagert.
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Die neue Heizung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe hat rund 700.000 Euro gekostet.
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Die Grundschule in Sistig besuchen aktuell 160 Mädchen und Jungen. Unterrichtet werden sie von 13 Lehrern und Lehrerinnen.
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Zum Schutz vor Starkregen sind laut Etten Maßnahmen ergriffen worden. Unter anderem sei eine Mauer gezogen worden. Auch der Einbau von Hochwasserschotts sei geplant. „Aus der Krekeler Heide kommt bei Starkregen viel Wasser gelaufen“, führte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, aus. Deshalb seien auch noch weitere Rückhaltemaßnahmen in dem Bereich in Planung.
Für die Offene Ganztagsschule werden auch Räume benötigt
„Wir hatten uns vier neue Räume gewünscht, weil wir immer wieder Raumnot haben“, sagte Wessel. In Sistig werden 160 Kinder in acht Klassen von 13 Lehrkräften betreut. „100 Mädchen und Jungen sind für die Offene Ganztagsschule angemeldet, und auch dafür benötigen wir Räume. Deshalb gehen wir auf eine Mehrzwecknutzung der Klassen über“, so die Schulleiterin. Über die beiden neuen Klassenräume mit Blick ins Grüne freue man sich: „Aber wir wären gerne im Vorfeld mehr in die Planungen einbezogen worden“, meinte Wessel.
Mitte 2023 wurde eine Probebohrung für ein alternatives Heizungssystem für Grundschule und Gymnastikhalle durchgeführt und die Daten mit einem speziellen Testverfahren ausgewertet. Ende des Jahres fiel dann die Entscheidung für eine Geothermieanlage mit Sole-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einem Ölbrennwertkessel zur Spitzenlastabdeckung.
Erdbohrungen in Sistig kosteten allein rund 260.000 Euro
Für das Hauptsondenfeld wurden dann Mitte 2024 nach der Probebohrung 14 Geothermiebohrungen durchgeführt. Die erforderlichen Erdbohrungen kosteten nach Angaben der Gemeinde allein rund 260.000 Euro. Mitte 2025 wurden dann die Heizkörper im Altgebäude ausgetauscht und die Maßnahme Ende des Jahres abgeschlossen. Etwa 700.000 Euro musste die Gemeinde bezahlen. Eine Förderung gab es nicht. „Wir gehen davon aus, dass wir mit der neuen Heizung pro Jahr rund 10.000 Euro an Energiekosten einsparen“, so der Mitarbeiter des Bauamts.
Die neue Heizungsanlage sei insgesamt eine moderne und energieeffiziente Lösung, betont die Verwaltung. Die Wärmepumpe decke den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs ab und reduziere die CO₂-Emissionen deutlich. Mit dem Ölbrennwertkessel werde zwar immer noch fossiler Brennstoff verbraucht, aber nur im Winter bei sehr hoher Last.
„Die alte Anlage war 34 Jahre alt und wäre nach der Erweiterung der Schule zu klein gewesen“, erklärte Etten. Zu dem neuen Ölkessel habe es keine Alternative gegeben, auch weil es beispielsweise keinen Erdgasanschluss in Sistig gebe: „Wir haben andere Lösungen geprüft.“ Die Ölheizung schalte sich aber nur ein, wenn es über längere Zeit Minustemperaturen gebe.
Im Zuge weiterer energetischer Sanierungen am Gebäude der Grundschule Sistig ist der Austausch von Türen und Fenstern geplant. Dafür soll ein Antrag im Rahmen des Förderprogramms „Rheinisches Revier“ gestellt werden. „Wenn die Fenster und Türen erneuert sind, werden wir die Ölheizung voraussichtlich gar nicht mehr benötigen“, so Etten. „Die Projekte zeigen, dass die Gemeinde in beide Schulstandorte in Kall und Sistig viel Geld investiert“, betonte Bürgermeister Emmanuel Kunz. Auch in Zeiten knapper Kassen werde nicht an den Schulen gespart.

