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Arbeiten sind beendetSanierung des Bürgerhauses Sistig hat 315.000 Euro gekostet

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An der neuen Theke im Bürgerhaus in Kall-Sistig stehen vier Männer.

An der neuen Theke im Bürgerhaus stehen (v.l.) Stefan Etten, Manfred Schlierf, Brian Linden und Emmanuel Kunz.

Das Bürgerhaus Sistig ist in den vergangenen Jahren saniert und erweitert worden. Seitdem gibt es mehr Anfragen für Hochzeiten und Geburtstage.

Das Dach und der Saalboden wurden saniert, eine Zwischendecke eingezogen und ein Anbau für neue Sanitäranlagen errichtet: Rund 315.000 Euro sind in den vergangenen Jahren in die Sanierung und Erweiterung des Bürgerhauses in Sistig geflossen. Aber damit ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. Der Bürgerverein als Träger denkt bereits über weitere Maßnahmen nach.

„Das Gebäude war 2018, als ich den Vorsitz übernahm, in einem schlechten Zustand“, erzählte Manfred Schlierf, der beim Bürgerverein das Sanierungsprojekt betreut. Das Dach habe keine Isolierung gehabt und sei undicht gewesen. „Auch die Elektroinstallation musste erneuert werden“, erklärte Schlierf. Gleiches galt für den Boden.

Bürgerhaus Sistig besteht aus zwei ehemalige Unterrichtscontainern

Das Bürgerhaus in Sistig war 1985 gebaut worden und ist mit gut 215 Quadratmetern Nutzfläche für Veranstaltungen mit bis zu 199 Personen ausgelegt. Sie besteht nach Angaben von Schlierf aus zwei ehemaligen Unterrichtscontainern des Gymnasiums in Steinfeld.

Blick in die Sanitäranlage für Menschen mit Behinderung. Rechts an der Wand hängt ein Wickeltisch.

Die Sanitäranlage für Menschen mit Behinderung verfügt auch über einen Wickeltisch (r.).

„Mithilfe einer Förderung aus dem Leader-Programm konnten wir einen elektrischen Bühnenvorhang einbauen und Vorhänge für die Fenster kaufen“, erinnerte sich der Vereinsvorstand, der kürzlich den Vorsitz abgegeben hat, die Sanierung des Bürgerhauses aber als zweiter Vorsitzender weiter betreut.

2020 war ein Förderantrag bewilligt worden. Danach erhält die Gemeinde für die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben von knapp 223.000 Euro vom Land einen Zuschuss von knapp 145.000 Euro. Der Eigenanteil des Vereins lag bei etwa 22.300 Euro. Unter anderem wurde der Saalboden in Eigenleistung saniert. „Da werden wir aber noch einmal ran müssen. Der Vinylboden ist an einigen Stellen aufgerissen“, sagte Schlierf. Das sei vor allem dort, wo der Boden direkt auf den Trägern liege. Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssen die Räume zwischen den Trägern nach Meinung von Schlierf mit Beton aufgefüllt werden.

Extreme Steigerungen bei den Material- und Baupreisen

Doch wegen Corona und der Flut musste das Projekt zurückgestellt werden. „Wir haben bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag für eine Verlängerung des Zeitrahmens gestellt“, berichtete Stefan Etten vom Bauamt. Dem habe die Bezirksregierung auch zugestimmt. Obwohl die Material- und Baupreise in der Zeit extrem gestiegen waren und die Gesamtkosten am Ende bei 315.000 Euro lagen, habe es aber keine zusätzliche Förderung gegeben.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kall sei zunächst alles andere als gut gewesen, erzählte der Vereinsvorstand. Erst als Etten das Projekt übernommen habe, sei alles gut gelaufen. Auch der Bauhof sei immer da gewesen, wenn man ihn gebraucht habe.

Die Sanierung von Dach, Saalboden und den weiteren Maßnahmen im Rahmen des ersten Bauabschnitts wurde 2021 abgeschlossen. Mitte 2022 wurde dann mit den Erd- und den Betonarbeiten für den Erweiterungsbau begonnen.

Anbau wurde in einer Holzrahmenbauweise erstellt

Der Anbau für die neuen Sanitäranlagen wurde samt Dachkonstruktion in einer Holzrahmenbauweise erstellt. Fertiggestellt wurde der Bau Ende 2024 und dann im vergangenen Jahr in Betrieb genommen.

„Es gibt noch einiges zu tun. Die alten Toiletten müssen zum Teil noch zurückgebaut werden“, sagte Schlierf. Auch im Außenbereich müsse noch einiges gemacht werden. In Kooperation mit der Gemeinde will der Verein eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren. „Das Projekt würde sich für beide Seiten rechnen“, ist sich Schlierf sicher.

„Die Resonanz aus dem Ort ist sehr positiv“, berichtete Ortsvorsteher Brian Linden. Durch die neue Decke und die neue Theke sei das Bürgerhaus viel einladender geworden. Rund 25-mal im Jahr werde die Halle genutzt. „Wir bekommen seit der Sanierung auch mehr Anfragen von außerhalb für Hochzeiten und Geburtstage“, so Linden.

„Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Sanierung eines Bürgerhauses aus dem Ort heraus angestoßen wurde“, meinte Bürgermeister Emmanuel Kunz. Gleichzeitig sei der Verein bereit gewesen, sich einzubringen. „Wir können als Gemeinde solche Projekte nicht alleine stemmen“, betonte Kunz. Man könne aber organisatorisch unterstützen und geeignete Förderprogramme suchen. Eine ähnliche Initiative habe es auch in Keldenich gegeben.