Beim ITA-Forum 2026 konnten angehende Informationstechnische Assistenten zeigen, was sie drauf haben.
ITA-Forum 2026Smarte Ideen in der Euskirchener Ideenfabrik in gelungene Projekte verwandelt

Das Schülerteam arbeitete an der Erstellung eines Systems, das es ermöglicht, Social-Media-Inhalte zentral zu verwalten und plattformübergreifend zu veröffentlichen. Landrat Markus Ramers,TEB-Bereichsleiter David Breuer und Schulleiterin Carolin Holzhüter hörten gespannt zu.
Copyright: Heike Nickel
„Es ist wieder soweit. Endlich! Nach Corona, Flut und langer Pause startet das ITA-Forum heute neu durch. Es war an der Zeit für den dringend nötigen Reboot“, eröffnete Carolin Holzhüter, Schulleiterin des Thomas-Eßer-Berufskollegs (TEB) am Dienstag das ITA-Forum 2026.
Der Ort der Veranstaltung hätte kaum passender gewählt sein können: In der Ideenfabrik Nachhaltige Wirtschaft präsentierten die Oberstufenschüler des Bildungsganges Informationstechnische Assistenten (ITA) ihre Projekte, die ihnen in den letzten Monaten eine Menge Engagement, Durchhaltevermögen und Hirnschmalz abverlangt hatten.
TEB-Bereichsleiter David Breuer sparte nicht mit Lob für die rein männliche Schülerschaft, die tolle Projekte an Land gezogen hätten, die dann mit den Kooperationspartnern umgesetzt wurden. Er betonte, dass es wichtig sei, in der Projektphase etwas zu finden, in dass man sich einarbeite, an dem man sich aufreiben, dass einen zum Schwitzen und auch mal zum Scheitern bringe. „Scheitern im positiven Sinne, weil man dann einen neuen Anlauf nehmen muss. Und das habt ihr alle gemeistert.“
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Nicht nur Nettigkeit des Kreises Euskirchen, sondern auch Kalkül
Landrat Markus Ramers betonte, dass die Vermittlung in die Ideenfabrik keine reine Nettigkeit des Schulträgers sei, sondern durchaus auch Kalkül: Das ITA-Forum dort zu präsentieren, sei Standortpolitik und Wirtschaftsförderung: „Wir wollen, dass junge Menschen hier im Kreis Euskirchen eine gute Ausbildung haben, dass sie Ideen entwickeln, dass sie innovativ sind und in Unternehmen gehen. Im Idealfall ist der ein oder andere dabei, der selbst ein Unternehmen gründen will. “
Im Anschluss konnten sich die Gäste an den Ständen der einzelnen Projektgruppen deren Innovationen zeigen und erklären lassen. Da gab es das Team „Postingschnittstelle“, das eine webbasierte Social-Media-Management-Plattform in Zusammenarbeit mit der Prevain UG entwickelte. Ziel ist es, Inhalte plattformübergreifend auf verschiedenen Social-Media-Accounts gleichzeitig zu veröffentlichen.

Eines der Teama hatte sich das Ziel gesteckt, die App des Billardvereins 360 weiterzuentwickeln. So soll es für die Nutzer möglich sein, sportliche Übungen durchzuführen.
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Smartplant heißt das intelligente System zur automatischen Pflanzenüberwachung, dass diese Schüler vorstellten.
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Viel Aufmerksamkeit bekamen die vier Schüler, die sich in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut an ein smartes System zur Pflanzenüberwachung gemacht hatten. Mit Feuchtigkeits- und Lichtsensoren wird der Zustand der Pflanzen erfasst, bei Wasser- oder Lichtmangel wird eine Nachricht ans Smartphone gesendet. Als sehr praxisnah zeigte sich auch die Arbeit zweier Schüler für die e-regio, bei der das bisherige Excel-basierte Verfahren zur Lieferantenbewertung durch ein digitales System ablöst werden soll.
Ein weiteres Schülerteam entwickelte zusammen mit der Firma Imrotec eine mobile App für Adipositas-Patienten, die diese für ihre langfristige Behandlung vor oder nach einer OP verwenden können. Dabei werden die Patientendaten an das zuständige Krankenhaus übermittelt. Die Ärzte können so viel einfacher mit den Patienten interagieren, Werte abrufen und Fortschritte bewerten. Zwei Schüler tüftelten an der Erweiterung der App für den Billardverein 360. Nutzer sollen darüber schon bald ihre sportlichen Fähigkeiten üben und erweitern können.
Eine weitere Gruppe befasste sich mit einer Low-Budget-Lösung zur Einrichtung des neuen IT-Labors am TEB, das jetzt an den Start geht. Und auch für das gute Gelingen des ITA-Forums mit Gästebetreuung, Bewirtung und Eventorganisation war ein Schülerteam betraut, das am Ende des Tages zufrieden sein konnte. „Für uns war das eine tolle Zeit, in wir sehr gewachsen sind“, so Schülersprecher Benjamin Drechsler mit Blick auf die Projektwochen. „Wir haben gelernt, wie man im Team miteinander umgeht, wie man intelligent Ressourcen verteilt und wie man das Ganze am Ende auch noch gut präsentieren kann.“
Das Herzstück der Ausbildung
Das ITA-Forum des Thomas-Eßer-Berufskolleg findet seit 2004 statt. Auf der Mini-Messe stellt der jeweilige Ausbildungsgang der Informationstechnischen Assistenten seine Projekte vor, die in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, Hochschulen und öffentlichen Institutionen entwickelt wurden. Damit sollen der Praxisbezug der Ausbildung gestärkt und berufliche Perspektiven aufgezeigt werden. Auch ermöglicht das Forum, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.
In den vergangenen fünf Jahren musste das ITA-Forum erst wegen der Pandemie, dann wegen der Flutkatastrophe als nichtöffentliche Schulveranstaltung im Klassenraum stattfinden. Die Abteilung Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen stellte nun die Räume der Ideenfabrik Nachhaltige Wirtschaft zur Verfügung, die der „Eifel-Cebit“ eine passende Kulisse bot.
„Die Projektarbeiten der Abschlussklasse sind das Herzstück der Ausbildung der TEB-ITAs“, heißt es seitens der Berufsfachschule. Für fünf Wochen wird der Regelunterricht ersetzt durch die praxisnahe Entwicklung anspruchsvoller IT-Projekte.

