Nach der Flut waren auch Altschäden am Gebäude entdeckt worden. Die Sanierung der Kita Kallbachstraße in Kall ist jetzt abgeschlossen.
Sanierung abgeschlossenKindergarten in Kall ist ist jetzt wieder komplett nutzbar

Sind froh, dass die Arbeiten an der Kita abgeschlossen sind: Markus Auel (v.l.), Bürgermeister Emmanuel Kunz, Stefan Etten und Anja Joniec.
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Die Freude bei Anja Joniec ist groß. Nach Jahren der Sanierung kann der Kindergarten an der Kallbachstraße in Kall nun wieder vollumfänglich genutzt werden. „Die Kinder und deren Eltern und auch die Mitarbeiterinnen sind begeistert von den neuen Räumen“, sagt die Leiterin. Nicht nur die beiden Gebäudeteile erstrahlen in neuem Glanz, auch die Außenfläche kann nach der Bleisanierung wieder genutzt werden. Knapp 700.000 Euro haben die Sanierungsarbeiten gekostet.
Die 40 Kinder der zweigruppigen Einrichtung sind in einem Altbau aus dem Jahr 1997 und einem Anbau von 2018 untergebracht. Während der Flut im Juli 2021 war das Außengelände des Kindergartens vom Kallbach überflutet worden. Zusätzlich hatte Wasser, das aus Richtung der Aachener Straße gekommen war, vor allem gegen den Altbau gedrückt, war aber nicht in die Räume gelaufen. Deshalb waren die Gemeindeverwaltung und Kita-Leiterin Joniec davon ausgegangen, dass dieser Gebäudeteil die Flut ohne größere Schäden überstanden hatte. Das war aber ein Trugschluss.
Eine Kita-Gruppe musste von Kall nach Scheven umziehen
Am Altbau traten bereits einige Monate nach der Katastrophe Feuchtigkeitsschäden auf. „Es gab Ausblühungen im Mauerwerk. Daraufhin haben wir den Boden geöffnet“, erzählte Stefan Etten vom Bauamt. Probebohrungen und Untersuchungen von Mitarbeitern eines Fachbüros ergaben, dass die Wände und einige Böden nass waren. „Beim Bau des Gebäudes war die Abdichtung nicht fachgerecht gemacht worden“, berichtete Etten. Dadurch konnte Feuchtigkeit in die Trennfugen einziehen. Die Schäden waren im Rahmen der anstehenden Flutsanierung im Dezember 2021 festgestellt worden.
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Die Folge: Eine Kita-Gruppe musste im Frühjahr 2022 nach Scheven ausgelagert werden. Die Arbeiten dauerten vom Frühjahr 2022 bis August 2023. „Die Gemeinde als Träger der Einrichtung hat in der Zeit das Personal aufgestockt und einen Bustransport nach Scheven und zurück organisiert“, sagte Joniec. In Scheven sei man gut aufgenommen worden.
„In dem Altbau musste der Putz bis auf eine Höhe von einem Meter abgetragen und der Estrich komplett neu gemacht werden“, erklärte Etten. Auch die Elektroinstallation sei komplett erneuert werden. Ferner wurden eine Fußbodenheizung mit Luft-Wärmepumpe sowie eine Lüftungsanlage eingebaut und eine Photovoltaikanlage installiert. Für den Hochwasserschutz wurden Barrieren für die Fenster angeschafft und Betonmauern gezogen.
Altschäden am Gebäude wurden erst 2023 entdeckt
Mitte 2023 wurden dann aber auch Schäden an dem Anbau aus dem Jahr 2018 entdeckt. „Es gab einen Modergeruch in den Räumen. Außerdem haben wir vermehrt Ameisenbefall festgestellt“, erinnerte sich der Bauamtsmitarbeiter. Mit der Zeit hätten sich auch Türzargen verzogen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, seien Löcher in die Holzrahmenkonstruktion gebohrt und die Raumluft gemessen worden. Heraus kam, dass die Holzbauteile feucht waren.
„Zum Glück waren aber nur die Sanitärbereiche und der Flur betroffen“, ergänzte Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Damit der Kita-Betrieb weiterlaufen konnte, wurde ein Sanitärcontainer aufgestellt. „Wir mussten Gott sei Dank nur einzelne tragende Balken austauschen und nicht ganze Wände“, so Auel. Die Sanierung sei von Mitte bis Herbst 2025 durchgeführt worden.
„Die Arbeiten im laufenden Betrieb waren für Mitarbeiterinnen, Eltern und Kinder eine Herausforderung“, so Etten. Doch Joniec beruhigt: „Es hat in der ganzen Zeit nicht eine einzige Beschwerde gegeben.“ Die Eltern hätten auch bei den Umzügen nach und von Scheven mitgeholfen. Kurze vor der Fertigstellung des Anbaus war bereits die Außenspielfläche im Rahmen der Bleisanierungen erneuert worden.
Bodensanierung wegen der Bleibelastung in Kall
„Der komplette Boden wurde bis auf eine Tiefe von rund 30 Zentimetern ausgetauscht und flächendeckend eine Grabsperre eingebaut“, erklärte Etten. Auch der Fallschutzkies im Bereich des Turmspielgeräts sei erneuert und die Doppelschaukel durch eine Nestschaukel ersetzt worden. Anschließend sei Rollrasen verlegt worden.
Die Maßnahme wurde mit dem Kreis Euskirchen und dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AVV) durchgeführt. Von den Gesamtkosten von etwa 65.000 Euro musste die Gemeinde 20 Prozent übernehmen. „Es war richtig, die Sanierung von Einrichtungen wie dem Kindergarten und der Grundschule nach der Flut vorzuziehen“, betont Bürgermeister Emmanuel Kunz. Das gelte auch für die Bleisanierung der 18 Spielplätze.

