Die Waldjugendspiele gehören für viele Grundschulen im Kreis Euskirchen zum festen Programm. Drei Schulklassen wurden im Landtag empfangen.
Waldjugendspiele1388 Kinder aus dem Kreis Euskirchen erlebten die Natur hautnah

Die Weißkopfseeadlerdame „Queeny“ zeigte bei der Abschlussveranstaltung in Nettersheim ihre Flugkünste.
Copyright: Stephan Everling
Manchmal ist auch knapp daneben ein Treffer. Denn normalerweise wird die Abschlussveranstaltung der Waldjugendspiele im Kreis Euskirchen stets am „Tag des Baumes“ ausgerichtet. Doch da der 21. März in diesem Jahr ein Samstag ist, wurde der Freitag davor auserkoren. Mit Bilderbuchwetter wurden die Organisatoren und die jungen Teilnehmer dafür belohnt. Die Kinder aus den vier Klassen, die zum Naturzentrum in Nettersheim gekommen waren, konnten trotz niedriger Temperaturen in der Sonne über die angrenzende Grünfläche toben.
Nachdem eine Sturmwarnung im vergangenen Jahr die Teilnehmerzahlen fast halbiert hatte, stabilisierten sich die Anmeldungen der Schulklassen wieder, die an dem jährlichen Programm teilnehmen. 1388 Kinder konnten im Herbst die Angebote nutzen, die die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und das Regionalforstamt Hocheifel/Zülpicher Börde des Landesbetriebs Wald und Holz NRW ausgearbeitet hatten.
Natur- und Umweltbildung als wichtiges Thema für die Gerundschüler
Für die Kinder ist das ein absolutes Highlight, während es für die Schulen oft zum Jahresprogramm dazugehört, wie Barbara Albers von der GGS Flamersheim berichtete. „Wir bereiten die Kinder auf das Programm vor“, sagte sie. Wenn diese dann im Wald unterwegs seien, könnten sie die verschiedenen Lerninhalte noch viel besser umsetzen. „Was Kinder aktiv erleben, prägt sich leichter ein“, sagte sie.

Ein besonderes Erlebnis: Kordillerenadler „Bailey“ ließ sich von den Kindern gerne mal das Gefieder streicheln.
Copyright: Stephan Everling
Natur- und Umweltbildung gehöre in ihrer Grundschule selbstverständlich dazu, führte sie aus. „Wir haben im Umfeld der Schule Äcker und Wiesen – und haben auch selbst einen Schulgarten“, berichtete sie. Die Schule liege im ländlichen Gebiet, und manche der Kinder kämen auch von Bauernhöfen, auf denen es Tiere gebe, so Albers.
Zur Teilnahme an den Waldjugendspielen müssten sie allerdings bis in den Hardtwald fahren, wo einer der drei Standorte der Waldjugendspiele ist. Außerdem wurde in Kommern und Benenberg jeweils ein Parcours für die teilnehmenden Klassen aufgebaut.
Kinder lösen auf einem Rundweg die Aufgaben eines Fragebogens
60 Grund- und Förderschulklassen aus dem vierten Schuljahr hatten sich 2025 für die Waldjugendspiele angemeldet. Dabei sind der Parcours und Aufgaben, die vom Regionalforstamt vorbereitet werden, auf das Alter der Kinder zugeschnitten. Die Kinder erhalten vor Ort einen Fragebogen mit verschiedenen Aufgaben, die an den jeweiligen Stationen auf einem Rundweg absolviert werden können.
Was Kinder aktiv erleben, prägt sich leichter ein.
Dabei geht es unter anderem darum, welche Bedeutung der Wald als Lebensraum von Pflanzen und Tieren hat, aber auch als Arbeitsplatz für Menschen und Rohstofflieferant. So werden zum Beispiel Baumarten bestimmt, Bäume vermessen und sogar mit dem Förster eine Durchforstung geplant.
Unter den Klassen, die an den Spielen teilgenommen haben, werden in jedem Jahr sechs ausgelost, die zur Abschlussveranstaltung eingeladen werden und einen Preis erhalten. Letztendlich waren die Schüler der KGS Ülpenich, der GGS Flamersheim, der GGV Blankenheim und der GGS Sistig nach Nettersheim gekommen. Die Klassen aus Satzvey und von GGS Weststadt in Euskirchen mussten mangels Transportmöglichkeit auf die Teilnahme verzichten.
Teilnehmer aus NRW können Klassenaufenthalte in der Eifel gewinnen
„Wir haben die Idee mit der Abschlussveranstaltung aus Düsseldorf übernommen“, verriet Clemens Pick, Vorsitzender des SDW-Kreisverbands Euskirchen. Bereits in der vergangenen Woche seien drei Klassen von Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Landtagspräsident André Kuper im Landtag NRW empfangen worden. Sie waren aus den rund 1300 Schulklassen ausgelost worden, die landesweit an den Waldjugendspielen teilgenommen hatten.
Für die Gewinnerklassen sei das ein Glücksfall, verriet Pick: „Die haben dann drei Tage Unterricht im Wald“, sagte er. Sechs verschiedene Gutscheine werden an die Klassen verteilt. Mit dabei ist ein Programm im Hochseilklettergarten Nettersheim, ein Programm im Naturparcours Arboretum in Nettersheim, eine Teilnahme am Projekt „Mit dem Förster durch den Wald“, eine Tagestour ins Jugendwaldheim Urft, ein Aktivprogramm nach Wahl beim Naturzentrum Eifel und eine freie Teilnahme an einer Infoveranstaltung „Der Wolf in der Eifel“.
Überbracht wurden die verschiedenen Gutscheine auch in diesem Jahr von den Adlern der Greifvogelstation Hellenthal. Mit einem Wüstenbussard, zwei Weißkopfsee- und einem Kordillerenadler war Karl Fischer mit seinen Falknern nach Nettersheim gekommen. Launig wie gewohnt, berichtete er den Kindern jede Menge Wissenswertes über die Vögel, die währenddessen immer wieder über die Wiese flogen. Sogar knapp über die Köpfe der Kinder hinweg rauschten die mächtigen Vögel. Und schließlich durften die Kinder sogar ganz nah ran und etwa die Brust von „Bailey“, dem Kordillerenadler, kraulen.

