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BahnfahrenJetzt gilt im Kreis Euskirchen ein neues Tarifsystem

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Ein Zug hält im Euskirchener Bahnhof. Die Menschen auf dem Bahnsteig sind verwischt zu sehen.

Für Bahnfahrende im Kreis Euskirchen ändert sich ab dem 1. Juni die Tarifstruktur.

Mit dem Rheinlandtarif soll die Struktur in den Verkehrsverbünden VRS und AVV übersichtlicher werden. Es gibt nur noch drei Preisstufen.  

Ab dem 1. Juni gilt im Rheinland ein neues Tarifsystem für Bus und Bahn. Der sogenannte Rheinlandtarif wird die bisherigen Tarife der Verkehrsverbünde VRS und AVV vollständig ablösen. Ziel der Reform ist eine deutlich einfachere und übersichtlichere Tarifstruktur für Fahrgäste. Darüber informierte jetzt die VRS GmbH im Rahmen einer umfassenden Darstellung der neuen Tarifwelt.

Hintergrund der Reform ist vor allem der Erfolg des Deutschlandtickets. Seit dessen Einführung im Mai 2023 nutzen nach Angaben der Verkehrsverbünde bereits mehr als eine Million Fahrgäste im Gebiet von AVV und VRS das bundesweit gültige Angebot. Auch viele Nutzer klassischer Zeitkarten und Einzeltickets seien inzwischen auf das Deutschlandticket umgestiegen.

Tariflandschaft wird grundlegend neu ausgerichtet

Die Verkehrsverbünde reagierten nach eigenen Angaben darauf mit einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer Tariflandschaft. Künftig soll das Angebot auf drei Säulen beruhen: dem Deutschlandticket für regelmäßige Fahrgäste, dem digitalen Luftlinientarif eezy.nrw für Gelegenheitskunden sowie dem neuen Rheinlandtarif als schlankes Basissystem. Kernstück der Reform ist die Vereinfachung des bisherigen Tarifsystems.

Statt zahlreicher Preisstufen soll es künftig nur noch drei geben. Ergänzt wird das System zunächst weiterhin durch die bekannte Kurzstrecke. Die Preisstufe 1 gilt innerhalb einer Stadt oder Gemeinde. Für die größeren Städte Aachen, Bonn und Köln wird zusätzlich die Preisstufe 1b eingeführt. Preisstufe 2 umfasst Fahrten über bis zu zwei Kommunen hinweg.

Einige Angebote entfallen komplett

Mit Preisstufe 3 können Fahrgäste künftig das gesamte Rheinlandnetz nutzen. Auch die Ticketpreise wurden vorgestellt. Ein Einzelticket kostet künftig je nach Preisstufe zwischen 3,50 Euro in Preisstufe 1a und 13,90 Euro für Fahrten im gesamten Rheinlandnetz. Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zahlen deutlich reduzierte Preise. Ein Monatsticket kostet künftig zwischen 90 Euro und 300 Euro – abhängig vom jeweiligen Geltungsbereich. Auch das Ticketsortiment wird deutlich reduziert.

Einige bisherige Angebote entfallen vollständig. Betroffen sind unter anderem das Aktiv60Ticket und das Formel9Ticket. Beide Produkte würden laut VRS inzwischen nur noch von sehr wenigen Fahrgästen genutzt. Als Alternative empfehlen die Verkehrsverbünde das Deutschlandticket oder den digitalen Tarif eezy.nrw. Wer weiterhin ein übertragbares Ticket nutzen möchte, kann künftig auf das Monatsticket im Rheinlandtarif zurückgreifen.

Keine Fahrt soll teurer werden als ein reguläres Einzelticket

Auch das bisherige Wochenticket wird abgeschafft. Nach Angaben des VRS sollen flexible Fahrgäste stattdessen verstärkt eezy.nrw nutzen. Das digitale Angebot funktioniert per Smartphone-App: Nutzer checken beim Einstieg ein und beim Verlassen wieder aus. Der Fahrpreis berechnet sich automatisch aus einem Grundpreis und der Luftlinienentfernung zwischen Start und Ziel. Im Rheinland kostet der Grundpreis künftig 1,66 Euro, hinzu kommen 27 Cent pro Luftlinienkilometer.

Gleichzeitig gelten Preisobergrenzen: Keine Fahrt soll teurer werden als ein reguläres Einzelticket. Zudem greifen eine Tagesobergrenze von 27,80 Euro und ein monatlicher Höchstbetrag in Höhe des Deutschlandtickets. Die Tarifreform erfolgt in zwei Stufen. Zum 1. Juni werden zunächst die bisherigen Verbundtarife von AVV und VRS zusammengeführt. Die bekannten Kurzstreckenangebote bleiben vorerst erhalten, um den Übergang sozialverträglich zu gestalten.

In einem zweiten Schritt sollen zum 1. Juni 2028 weitere Anpassungen folgen. Dann ist unter anderem die Abschaffung der Kurzstrecke vorgesehen. Zusätzlich wollen die Verkehrsverbünde Citytickets und Bedarfsverkehre neu bewerten. Mit der Reform verfolgen AVV und VRS das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr einfacher, digitaler und verbundübergreifend verständlicher zu gestalten.