Die Deutschen werden älter. Lag das Durchschnittsalter im Jahr 2011 noch bei 43,9 Jahren, war die deutsche Bevölkerung 14 Jahre später im Durchschnitt 1,1 Jahre älter. Nach wie vor gilt: Frauen werden älter als Männer. Womit dies genau begründet wird, lässt die Statistik offen. Das Durchschnittsalter der weiblichen Bevölkerung liegt bei 46,3 Jahren im Vergleich zur männlichen Bevölkerung, die im Mittel 43,6 Jahre alt ist. Die gute Nachricht für das angeblich starke Geschlecht: Der Abstand verringerte sich seit 2011 um 0,1 Jahre.
NRW liegt leicht unter dem Bundesdurchschnitt
Wie IT.NRW als Statistisches Landesamt nun mitteilte, ist die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen ein wenig jünger als im Bundesdurchschnitt. Am 31. Dezember 2025 war der NRW-Bürger 44,6 Jahre alt und damit durchschnittlich exakt ein Jahr älter als 14 Jahre zuvor.
Zahlen für den Gesamtkreis Euskirchen gibt es nicht, dafür aber für die elf Städte und Gemeinden. Wobei sich auf den ersten Blick zeigt: Generell sind die Bürger in den Kreiskommunen älter als der Landes- und oft sogar als der Bundesdurchschnitt. Das ist aber kein Kreis-Euskirchen-typisches Phänomen, sondern hat auch mit den Einstufungen in Städte- und Gemeindetypen zu tun.
Diese beruhen auf einer Definition des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. So gelten Euskirchen, Mechernich und Zülpich als Mittelstädte (20.000 bis 100.000 Einwohner), Dahlem als Landgemeinde (bis 5000 Einwohner). Die restlichen sieben Kommunen werden als Kleinstädte, die genau dazwischen angesiedelt sind, angesehen.
Je ländlicher, desto stärker die Alterung
Und es gilt: Je ländlicher eine Gemeinde ist, desto stärker ist sie gealtert. Dies zeigt eine Auswertung aller 10.472 Gemeinden deutschlandweit. Während in den Großstädten, von denen es im Kreis Euskirchen keine gibt, das Durchschnittsalter am niedrigsten ausfiel und im genannten Zeitraum nur um 0,3 Jahre von 43,2 auf 43,5 Jahre gestiegen ist, erhöhte sich das Durchschnittsalter in den Landgemeinden um 2,5 Jahre von 44,3 auf 46,8 Jahre. Auch in Kleinstädten hat sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung von 44,1 auf 46,3 Jahre merklich erhöht.

Spitzenreiter ist Bad Münstereifel.
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Für den Kreis Euskirchen bedeutet das, dass nur die Bürger in der Kreisstadt selbst jünger als der NRW-Durchschnitt sind. 44,4 Jahre alt waren sie im Mittel Ende 2025. 14 Jahre zuvor lag das Alter noch bei 42,9 Jahren. Den NRW-Durchschnittswert trifft die Gemeinde Weilerswist, die als Kleinstadt eingestuft wird, mit 44,6 Jahren genau. 2011 lag der Wert noch bei 43,9 Jahren, zwischenzeitlich widersetzte sich die Gemeinde sogar dem Trend und wurde für ein paar Jahre sogar jünger (43,5 Jahre).
Zülpich, Nettersheim und Mechernich im Mittelfeld
Immerhin noch unter dem bundesdeutschen Mittelwert liegen die Stadt Zülpich und die Gemeinde Nettersheim mit einem Durchschnittsalter von 44,9 Jahren. In der Römerstadt hat sich das Alter um 1,7 Jahre in den 14 Jahren erhöht. Die Statistik für Nettersheim weist einige Schwankungen auf. 2011 lag das Durchschnittsalter noch bei 44,3 Jahren, dann stieg es bis 2019 auf 46,1 Jahre an, nur um 2023 einen Tiefstwert von 43,4 Jahren gehabt zu haben.
Knapp über dem Bundesdurchschnitt liegt die Stadt Mechernich mit 45,4 Jahren (2011: 43,2 Jahre). Dann macht die Statistik einen Sprung zu den Gemeinden Kall (46,4 Jahre/2011: 43,4 Jahre) und Dahlem (46,5 Jahre/2011: 44,1 Jahre).
Im 47er-Bereich liegen die Stadt Schleiden (47,2 Jahre/2011: 44,9 Jahre), die Gemeinde Blankenheim (47,3 Jahre/2011: 45,1 Jahre) und die Gemeinde Hellenthal (47,7 Jahre/2011: 45,5 Jahre). Auffallend: In Blankenheim lag das Durchschnittsalter 2020 schon einmal bei 47,3 Jahren, sank dann zwischenzeitlich aber wieder. Und Hellenthal war 2021 mit 48,1 Jahren sogar schon einmal älter.
Eine Kommune fehlt noch: die Stadt Bad Münstereifel. Dort lebten am 31. Dezember 2025 die durchschnittlich ältesten Bürger im Kreis mit einem Durchschnittsalter von 48,6 Jahren. 2011 waren die Kurstadtbürger im Mittelwert noch 2,7 Jahre jünger. Damit liegen sie übrigens gleichauf mit den Bürgern der Stadt Heimbach im Kreis Düren, die aber im Vergleich zu 2011 nur um 1,7 Jahre gealtert sind und 2020 mit 48,8 Jahren schon einmal älter waren als heute.
Damit befinden sich die beiden Städte NRW-weit unter den Methusalems: Älter sind nur Bad Sassendorf (50,3 Jahre) und Möhnesee (48,7 Jahre) im Kreis Soest. Am jüngsten sind die Bürger in Legden im Kreis Borken (41,6 Jahre). (ets)

