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Verwaltung will Projekt stoppenDem Eifel-E-Bike droht im Kreis Euskirchen das Aus

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Das Bild zeigt Markus Ramers radelnd vor dem Kreishaus am Jülicher Ring.

Landrat Markus Ramers nimmt bei Terminen im Euskirchener Stadtgebiet gerne das E-Bike. Bald ist das in der Form wohl nicht mehr möglich.

Das E-Bike-Projekt im Kreis Euskirchen steht vor dem Aus: Nur Euskirchen und Weilerswist wollen weitermachen, alle anderen Kommunen lehnen ab.

Geht es nach der Vorlage für den zuständigen Fachausschuss, endet das Mobilitätsprojekt „Eifel e-Bike“ am 31. Dezember. Eine entsprechende Beschlussempfehlung für den Kreistag sollen die Mitglieder des Mobilitätsausschuss am Mittwoch, 11. März, ab 17 Uhr im Kreishaus fassen.

Die Verwaltung empfiehlt den politischen Gremien, die weiteren Vorarbeiten für die geplante Neuausschreibung eines kreisweiten Fahrradverleihsystems zu stoppen. Sollte der Kreistag der Empfehlung folgen, läuft das bestehende System „Eifel e-Bike“ endgültig zum 31. Dezember 2026 aus. Bis dahin bleibt die Firma Nextbike im Auftrag der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) Betreiber des Angebots.

Nur Euskirchen und Weilerswist wollen das Projekt fortsetzen

Die Empfehlung folgt auf Rückmeldungen der kreisangehörigen Kommunen, die im Laufe des Jahres 2025 um eine abschließende Stellungnahme gebeten worden waren. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Lediglich die Stadt Euskirchen und die Gemeinde Weilerswist sprachen sich für eine Fortführung des Fahrradverleihsystems aus. Alle übrigen Kommunen – von Bad Münstereifel über Kall, Mechernich und Zülpich bis Schleiden – lehnten eine weitere Beteiligung ab.

Als Hauptgrund nannten die Städte und Gemeinden ihre angespannte Haushaltslage. Zwar werde das Projekt grundsätzlich positiv bewertet, doch zusätzliche freiwillige Ausgaben seien derzeit nicht vertretbar.

In den südlichen Kommunen ist die Nachfrage deutlich geringer

Aus Sicht der Kreisverwaltung wäre ein flächendeckendes Fahrradverleihsystem ein wichtiger Bestandteil eines modernen Mobilitätsangebots – insbesondere als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Vergleichbare Systeme existieren bereits in benachbarten Regionen wie dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis oder dem Kreis Ahrweiler.

Gerade im Stadtgebiet Euskirchen habe sich gezeigt, dass ein solches Angebot bei gutem Service stark genutzt werde. In den südlichen Kommunen dagegen sei die Nachfrage bislang geringer – was laut Verwaltung auch an den weiterhin eingeschränkten Bahnverbindungen infolge der Flutschäden und der laufenden Elektrifizierungsarbeiten liege. Diese Einschränkungen sollen voraussichtlich bis 2028 andauern.

Kreisverwaltung rät aktuell davon ab, das Projekt neu auszuschreiben

Vor diesem Hintergrund rät die Verwaltung davon ab, aktuell eine Neuausschreibung vorzubereiten. Sollte die Politik jedoch einen anderen Weg wählen, könnte frühestens im Frühjahr 2027 ein neues System starten. Realistischer sei es, das Thema erst 2027 oder 2028 erneut aufzugreifen – wenn die Bahnstrecken im Kreis wieder durchgehend befahrbar sind.

Da sich nur zwei Kommunen für den Fortbestand des Systems ausgesprochen haben, prüft die Kreisverwaltung derzeit gemeinsam mit der RVK und den Gemeinden Euskirchen und Weilerswist, ob ein lokal begrenztes Fahrradverleihsystem tragfähig wäre.

Ein entsprechendes Gespräch ist für März vorgesehen. Dabei soll geklärt werden, wie ein solches Modell finanziert werden kann, welche Rolle der Kreis übernimmt und ob sich die RVK als Betreiber anbietet. Über die Ergebnisse will die Verwaltung in der nächsten Sitzungsrunde berichten.