Abo

WinterwetterDie netten und die weniger netten Seiten von „Elli“ im Kreis Euskirchen

4 min
Ein Mädchen mit Mütze, Schal und lilafarbener Winterjacke rodelt auf einem roten Schlitten einen Hang hinunter.

Auch den Euskirchenern bescherte Tief „Elli“ in der Nacht zum Samstag gut zehn Zentimeter Schnee. In der Erftaue konnte gerodelt werden.

Schnee gab's am Wochenende bis hinunter in tiefe Lagen: Auch in Euskirchen konnte gerodelt werden. Bei Hellenthal verunglückte ein Lastzug.

Das Tief „Elli“ verwandelte am Samstag den ganzen Kreis Euskirchen – auch die tiefen Lagen im Norden – in ein Winterwunderland. Und das blieb bis Sonntag so. Allerdings hieß es in der Euskirchener Erftaue da schon nicht mehr „Rodeln gut“. Der Grund: Die Euskirchener stürmten bereits am Samstag sämtliche, auch noch so kleine Hügel, um mit Schlitten oder anderen Dingen wie Schwimmreifen auf die Piste zu gehen.

So wurde nicht nur der Hang zwischen Emil-Fischer-Gymnasium und Heinz-Flohe-Stadion erobert, sondern auch der Pumptrack in der Auelsburg oder der ehemalige Liegehang des früheren Freibads. Der gilt seit rund einem Jahr als Geheimtipp für Rodelspaß: nicht zu steil, nicht zu lang, aber mit genügend Schwung für alle Altersklassen.

Schnee in Euskirchen: Alter Markt und Rathausturm bei Schnee in der Morgendämmerung.

Frühaufstehern bot sich am Samstagmorgen ein für Euskirchen eher seltenes Bild. Der Alte Markt war in ein winterliches Kleid gehüllt.

Die Straße und die Bürgersteige vor der illuminierten Martinskirche in Euskirchen sind verschneit.

Winterliche Idylle an der Euskirchener Martinskirche.

Am Samstagmorgen, als die meisten Euskirchener noch schliefen, verwandelte sich auch die Kreisstadt in ein wunderschönes Wintermotiv. Vor allem die Martinskirche und der Alte Markt waren mit den weiß gezuckerten Dächern, dem Schneefall und der weißen Pracht auf dem Boden ein Blickfang. Entsprechend zückten die Euskirchener, die früh aufgestanden waren, immer wieder ihre Smartphones.

In Udenbreth fielen die versprochenen 40 Zentimeter Schnee vom Himmel

Im Südkreis brachte „Elli“ in der Spitze sogar die versprochenen 40 Zentimeter Schnee in Udenbreth. Und so konnten die Loipen in Hollerath, Udenbreth und Losheimergraben gespurt und die Schneewanderwege präpariert werden.

Ein weißer Hund steht im Schnee vor tief verschneiten Sträuchern.

In den Höhenlagen des Südkreises fiel über Nacht sehr viel Schnee. In Udenbreth wurden die vom Wetterdienst angekündigten 40 Zentimeter Neuschnee tatsächlich erreicht. Das bot der Gemeinde Hellenthal die Möglichkeit, Loipen und Schneewanderwege zu präparieren. Allerdings fiel der Andrang der Wintersportler aus der Rheinschiene an diesem Wochenende nicht so stark aus wie am Sonntag zuvor.

Ein Zusteller der Post geht über eine schneebedeckte Straße zu seinem elektrischen Zustellfahrzeug.

Die Briefträger in den Höhenlagen hatten einen harten Job, ließen sich aber durch Schnee und Eis von ihrem Dienst nicht abhalten.

Mit einem Radlader räumt ein Mann Schnee von der Straße.

Schweres Gerät wurde beim Schneeräumen in den Höhendörfern der Eifel eingesetzt.

Der Weiße Stein bei Udenbreth, normalerweise ein Anlaufpunkt für die Schneefans von der Rheinschiene, war an diesem Wochenende aber etwas weniger besucht als eine Woche zuvor, als die Gemeinde Hellenthal am Sonntagmittag die Anreisenden bitten musste, sich Alternativen zu suchen. „Es ist gut besucht, und wir haben auch bereits die Bundesstraße beparkt, aber wir gehen nicht davon aus, dass wir wieder einen Aufruf starten müssen, von der Anreise abzusehen“, sagte Katharina Linden von der Gemeinde Hellenthal am Sonntag.

Zum einen habe es in diesen Tagen bis in die Niederungen geschneit, so dass es mehr Alternativen gebe, zum anderen sei es mit minus 5,5 Grad Celsius so kalt, dass die Leute nicht so lange blieben.

Schneeunfälle im Kreis Euskirchen gingen meist glimpflich aus

Allerdings hatte der Winter auch seine Schattenseiten. Aufgrund der Schneefälle kam es seit Freitagnachmittag im gesamten Kreis laut Polizei zu mehreren witterungsbedingten Verkehrsunfällen. Größtenteils hatten diese jedoch nur Blechschäden zur Folge. Lediglich in zwei Fällen wurden Beteiligte leicht verletzt.

Zum einen kam es am Freitag gegen 17.15 Uhr auf der L207 zwischen Dreiborn und dem Abzweig zur K66 zu einem Frontalzusammenstoß zwischen zwei Pkw. Hier geriet ein 29-jähriger Schleidener aufgrund von Glätte in den Gegenverkehr. Eine ihm entgegenkommende 62-jährige Schleidenerin versuchte noch auszuweichen, konnte jedoch den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Beide wurden durch den Verkehrsunfall leicht verletzt. Die Schleidenerin wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Der Lkw liegt jenseits einer Leitplanke umgekippt in einem Abhang.

Ein Lastzug, der Lebensmittel für einen Verbrauchermarkt geladen hatte, durchbrach am Freitagabend auf der Gefällestrecke zwischen Ingersberg-Eichen und Blumenthal in einer Kurve die Leitplanke und kippte neben der Straße auf die Seite. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon.

Mithilfe zweier Krane wird ein in einen Abhang gekippter Lastzug geborgen.

Die Bergung des auf der K65 havarierten Lastzugs gestaltete sich aufwendig.

Bei einem zweiten Verkehrsunfall kam ein 57-jähriger Pkw-Fahrer aus Polen am Freitag gegen 20 Uhr im Bereich einer Linkskurve auf der K 71 bei Reetz von der schneebedeckten Fahrbahn ab und kollidierte dort mit einem Baum. Der Fahrer sowie die beiden weiblichen Insassen, bei denen es sich um eine 51-Jährige und eine 52-Jährige aus Polen handelte, wurden durch den Verkehrsunfall leicht verletzt. Alle drei Verletzten konnten nach medizinischer Erstversorgung an der Unfallstelle entlassen werden.

Schwierige Lkw-Bergung in der Gemeinde Hellenthal

Aufwendig gestaltete sich auf der K65 zwischen Blumenthal und Ingersberg-Eichen die Bergung eines am Freitag gegen 21.30 Uhr verunglückten Sattelzuges, der Lebensmittel für einen Verbrauchermarkt geladen hatte. Der Fahrer hatte auf schneeglatter Fahrbahn die Kontrolle über den Lkw verloren und war einen Abhang hinuntergerutscht. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon. Die Feuerwehreinheit Hellenthal-Blumenthal sicherte den Dieseltank des Fahrzeugs. Der Lastwagen musste durch das Blankenheimer Spezialunternehmen Kurth wieder auf die Reifen gestellt werden.

Nach Angaben von Mitarbeiter Simon Jung waren aus Blankenheim unter anderem ein 100- und ein 60-Tonnen-Mobilkran, ein Unterfahrlift (Lkw-Abschlepper), ein Rüstwagen sowie zwei Transporter und eine Sattelzugmaschine für den Abtransport des verunfallten Aufliegers im Einsatz. „Als Abschlepp- und Bergedienst ist man regelmäßig mit derartigen Situationen konfrontiert, aber kein Einsatz ist wie der andere“, so Jung: „In diesem Fall lag der Lkw in einer Gefällstrecke im Graben, so dass der Aufbau unserer Krane etwas aufwendiger war als auf einer ebenen Fläche.“

Da durch den Unfall die Leitplanke in einem kurvigen Gefälleabschnitt zerstört wurde, bleibt die K65 zwischen Ingersberg-Eichen und Blumenthal nach Auskunft von Daniel Pützer, Leiter der Hellenthaler Feuerwehr, zunächst einmal weiter gesperrt.