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Pro-Kopf-VerschuldungEuskirchen und Mechernich stehen am tiefsten in der Kreide

Pro Kopf liegt der Kreis Euskirchen mit 3571 Euro im NRW-Mittelfeld, doch Mechernich überschreitet mit 6172 Euro den Kreisdurchschnitt am deutlichsten.

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Der Kreis Euskirchen und die elf Kommunen haben 720 Millionen Euro Schulden.

Die Menschen im Kreis Euskirchen haben Schulden – und zwar selbst dann, wenn das Privatkonto ein Plus aufweist. Gemeint ist die Pro-Kopf-Verschuldung in den Städten und Gemeinden im Kreis Euskirchen und der Stadt Heimbach, wenn man diese auf die Schulden des öffentlichen Bereichs zum Stichtag 31. Dezember 2025 umrechnet. Die Zahlen haben die Statistischen Ämter der Bundesländer für ganz Deutschland berechnet und nun veröffentlicht.

Was die integrierten Schulden umfassen

Betrachtet wurden die sogenannten integrierten Schulden, die sich aus den kommunalen Haushalten, aus anteiligen Schulden der sonstigen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (sFEU, gemeint sind beispielsweise Ver- und Entsorgungsunternehmen, Krankenhäuser oder Verkehrsunternehmen) sowie aus anteiligen Schulden der Extrahaushalte (beispielsweise Bäder- und Kulturbetriebe, öffentliche Hochschulen, ausgegliederte statistische Ämter oder Landesbetriebe für Straßenbau) zusammensetzen. In Nordrhein-Westfalen entfallen fast 60 Prozent der Schulden auf die Kernhaushalte, 30 Prozent auf die sFEU und zehn Prozent auf die Extrahaushalte. Insgesamt sind die nordrhein-westfälischen Gemeinden und Gemeindeverbände mit rund 105 Milliarden Euro verschuldet. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung von 5810 Euro.

Kreisfreie Städte vorn, Kreis Euskirchen im Mittelfeld

Spitzenreiter sind kreisfreie Städte wie Mülheim an der Ruhr (Pro-Kopf-Verschuldung: 11.674 Euro), Oberhausen (10.955 Euro) und Köln (10.735 Euro). Die Schulden der kreisfreien Städte liegen deutlich über den Zahlen aus den Landkreisen. Hier liegt Mettmann mit 6800 Euro pro Einwohner ganz vorn vor Herford (6392 Euro) und der Städteregion Aachen (6079 Euro). Am besten sieht es im Kreis Olpe (1235 Euro) aus. Recht hoch angesiedelt ist der Kreis Düren mit 5713 Euro Schulden pro Einwohner. Der Kreis Euskirchen liegt mit 3571 Euro im Mittelfeld.

Warum die Betrachtung nötig geworden ist

Nötig geworden ist diese Betrachtung, weil immer mehr Kommunen bestimmte Aufgaben auslagern. Im Kernhaushalt selbst tauchen sie dann nicht auf. Ein Vergleich einzelner Kommunen allein über die Kernhaushalte ist nicht möglich. Bei der Betrachtung der integrierten kommunalen Schulden sind diese direkten und indirekten Beteiligungen einbezogen, so das Statistische Bundesamt.

Die Ergebnisse aus dem Kreis Euskirchen

Insgesamt belaufen sich die öffentlichen Schulden im Kreis Euskirchen, also in den elf Städten und Gemeinden und der Kreisverwaltung selbst, auf 720,9 Millionen Euro. Unterteilt man diese in die drei Bereiche, liegt die Belastung durch die Kernhaushalte bei 288,7 Millionen Euro, der Extrahaushalte bei 177,5 Millionen Euro und der sFEUs bei 254,7 Millionen Euro.

Spitzenreiter bei den Kommunen, was die Gesamtverschuldung angeht, ist die Stadt Euskirchen mit 209 Millionen Euro vor der Stadt Mechernich mit 180 Millionen Euro und der Kreisverwaltung selbst (85,8 Millionen Euro). Am besten sieht es aus in Dahlem (10,7 Millionen Euro), Hellenthal (14,5 Millionen Euro) und Weilerswist (18,1 Millionen Euro).

Pro-Kopf-Verschuldung: Mechernich und Nettersheim vorn

Die Größe einer Kommune und deren Aufgaben spielen also eine entscheidende Rolle – aber eben nicht nur. Hier gibt die Pro-Kopf-Verschuldung nämlich eine andere Sicht der Dinge. Hier liegt die Stadt Mechernich mit 6172 Euro pro Bürger vorn vor der Gemeinde Nettersheim mit 5597 Euro. Es sind die beiden einzigen Kommunen, die über dem Kreisdurchschnitt liegen, denn Euskirchen auf Platz drei liegt mit 3485 Euro knapp darunter. Am geringsten belastet sind die Bürger in Weilerswist (953 Euro) vor Zülpich (1202 Euro) und Hellenthal (1850 Euro). Betrachtet man den Kreishaushalt allein auf alle 201.874 Bürger, die zum Stichtag 31. Dezember 2025 dort lebten, liegt der Wert der Pro-Kopf-Verschuldung bei 425 Euro.

Kernhaushalte: Mechernich mit weitem Abstand vorn

Innerhalb der drei Kategorien fällt auf: Betrachtet man die reinen Schulden des Kreishaushaltes, liegt die Stadt Mechernich mit weitem Abstand vorn. Die Zahl beläuft sich laut Tabelle des Statistischen Bundesamtes auf 97,3 Millionen Euro, es folgen die Städte Euskirchen (39,9 Millionen Euro) und Bad Münstereifel (39,5 Millionen Euro). Nur Dahlem (2,8 Millionen Euro) und Hellenthal (6 Millionen Euro) liegen im einstelligen Millionen-Bereich – und der Kreishaushalt mit einem Minus von 9,2 Millionen Euro.

Extrahaushalte: Euskirchen ganz weit vorne

Ganz anders sieht es bei den Extrahaushalten aus. Hier liegt Euskirchen mit 129,1 Millionen Euro ganz weit vorne, es folgen die Kreisverwaltung mit 34,2 Millionen Euro und die Gemeinde Weilerswist mit 4,7 Millionen Euro. Mechernich hat hier keine Schulden. Bad Münstereifel, Hellenthal, Kall und Zülpich haben alle exakt 77.097 Euro.

Sonstige Fonds, Einrichtungen und Unternehmen

Bei den sFEUs liegt wieder Mechernich mit 82,7 Millionen Euro vor der Kreisverwaltung (42,4 Millionen Euro) und der Stadt Euskirchen (40 Millionen). Im Gegensatz dazu hat Weilerswist Schulden bei den sFEUs von 1,6 Millionen Euro, Dahlem liegt schon bei 7,1 Millionen Euro, Hellenthal bei 8,4 Millionen Euro.

Und die Stadt Heimbach?

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt Heimbach schlägt die Spitzenreiter im Kreis Euskirchen noch einmal gewaltig. Sie liegt bei 9286 Euro pro Kurstadtbewohner. Im Kreis Düren liegt nur die Gemeinde Titz mit 9838 Euro darüber. Die Gesamtschulden belaufen sich auf 41,8 Millionen Euro bei 4500 Einwohnern. Den größten Teil macht hier der Kernhaushalt aus, der bei 26,4 Millionen Euro liegt. Das würde Platz vier im Kreis Euskirchen bedeuten. Im Bereich sFEU liegt Heimbach bei 15 Millionen Euro. (ets)