„Die jungen Alten“ laden alle zwei Jahre zum Konzert im Heimbacher Kurpark ein. 200 Gäste waren diesmal dabei. Der Verein besteht seit 20 Jahren.
„Die jungen Alten“In Heimbach gibt es ein Picknick mit besonderem Flair

Im Kurpark unterhalb der Heimbacher Burg Hengebach fand das beliebte Picknickkonzert statt.
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Das Konzept ist erfolgreich: Der Veranstalter sorgt für ein musikalisches Angebot, während die Besucher ihre eigene Verpflegung mitbringen. Seit vielen Jahren gehört es zu den beliebtesten Sommerveranstaltungen in Heimbach: das Picknickkonzert, das vom Verein „Die jungen Alten“ im Zwei-Jahres-Rhythmus im Kurpark veranstaltet wird. Auch in diesem Jahr lockte es wieder rund 200 Gäste auf die Wiese an der Rur. Denn diesmal gab es neben der ohnehin schon gut eingeführten Veranstaltung auch noch etwas zu feiern. „Die jungen Alten“ gibt es seit mittlerweile 20 Jahren.
Entstanden sei die Idee, „etwas zu machen“, auf dem Geburtstag von Dr. Harro Höger im November 2005, berichtete Hilde Amrein, die Vorsitzende des Vereins. Ältere Heimbacher sollten dazu animiert werden, sich bei ihren Freizeitaktivitäten zusammenzutun und gemeinsame Unternehmungen zu machen. „Der eine ging walken, ein anderer konnte Akkordeon spielen. Und so haben sich schnell viele Gruppen gebildet“, sagte Amrein. Die meisten von ihnen seien bis heute aktiv.
Im April 2006 formierte sich dann der Verein „Die jungen Alten“. Den Vorsitz habe damals Margret Bidaoui übernommen, so Amrein, die nun seit elf Jahren Vorsitzende ist. Eine Besonderheit habe der Verein: „Wir haben keine Mitgliedsbeiträge, sondern finanzieren uns ausschließlich über Spenden“, erläuterte sie.
Aktuell bieten 15 Gruppen des Vereins ihre Aktionen an
„Ich finde es immer noch schön, dass die Leute die Möglichkeit haben, etwas für ihren Geist, aber auch ihren Körper zu tun“, so Amrein. Aktuell gebe es 15 Gruppen mit so unterschiedlichen Angeboten wie Boule, Handarbeiten, Kochen, Malen, Singen oder Tanzen und nicht zuletzt die Heimbachhilfe, die mit ihrer Kleiderkammer Anlaufstelle für viele Menschen ist. Rund 300 Mitglieder hätten „Die jungen Alten“. Nicht alle seien aus Heimbach, sondern auch aus den umliegenden Orten, so Amrein.

Für stilvolle Kaffeehaus- und Unterhaltungsmusik sorgte erneut das Salonorchester „Achso!".
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Hilde Amrein (r.), Vorsitzende von „Die jungen Alten", hatte es sich mit Familie und Freunden, hier mit Luzia Schlösser, gemütlich gemacht.
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Auch sei es von Anfang so gewesen, dass junge Leute mit dabei seien. „Ich bin seit der ersten Stunde Mitglied, da war ich 47 Jahre alt“, betonte sie. Bislang gebe es auch keine Probleme, in den Gruppen, in denen aus Altersgründen die Leitung wechsele, Nachfolger zu finden. „Wir haben auch schon ein Rockkonzert veranstaltet, da waren auch viele junge Leute dabei, die uns so kennengelernt haben“, sagte die Vorsitzende.
Neben den Gruppen, die sich regelmäßig treffen, gebe es auch immer wieder Sonderaktionen wie zum Beispiel Lesungen, das erwähnte Rockkonzert oder auch ein Picknickkonzert, das in diesem Jahr bereits zum neunten Mal unter der bewährten Regie von Ulrike Schwieren-Hoeger durchgeführt wurde.
Ein Regenguss gehört zum Picknickkonzert in Heimbach dazu
Noch immer lockt die einmalige Atmosphäre auf der Wiese unterhalb von Burg Hengebach am Ufer der Rur viele Menschen an. Ganze Gruppen reisen an und dekorieren einen Tisch, auf dem sie dann ihr Picknick ausbreiten. Und sie lassen sich auch nicht davon irritieren, dass zum Picknickkonzert immer wieder mal ein Regenguss gehört. Das darf schon fast als fester Bestandteil des Picknicks gelten. In diesem Jahr kam er pünktlich zu Beginn der Veranstaltung, verzog sich dann aber so schnell, wie er gekommen war.
Zum festen Bestandteil gehört auch das Salonorchester „Achso!“, das seit der ersten Veranstaltung für die musikalische Gestaltung zuständig ist. Mit stilvoller Kaffeehaus- und Unterhaltungsmusik vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts sorgten sie für den konzertanten Teil der Veranstaltung, während das Publikum sich seine Verpflegung und auch Sitzgelegenheiten mitbrachte.
Heimbachs Bürgermeister Jochen Weiler ist nun auch Mitglied
Wie die Freunde aus Nideggen, die sich spontan auf den Weg gemacht hatten. „Bis gestern Abend wusste ich nicht, dass es diese Veranstaltung gibt“, sagte Andreas Lutz, der spontan zum Sprecher der Gruppe ernannt worden war. Nachdem die Wetter-Apps zwar falsch, aber verführerisch gemeldet hatten, dass es trocken bleibe, hätten sie die heimischen Kühlschränke geplündert und sich auf den Weg gemacht. „Wir sind alle sehr überrascht: Das ist eine tolle Veranstaltung“, lobte er.
Angestiftet hatten zu diesem Ausflug Anka und Christine aus Nideggen. „Wir waren schon zweimal hier und haben es genossen“, sagte Anka. „Was ich besonders finde, ist, dass es ein klassisches Konzert ist, aber nicht verlangt wird, sich zu setzen und nur auf die Musik zu konzentrieren, sondern wir können essen, trinken, herumgehen und Leute begrüßen“, fügte Christine hinzu.
„Wenn man mit 30 Jahren Mitglied werden kann, wird es mit meinen 55 Jahren aber wirklich langsam Zeit“, sagte Bürgermeister Jochen Weiler, der mit Frau und Freunden die Veranstaltung besuchte. Deshalb wolle er nicht nur Glückwünsche und eine Spende überreichen, sondern hatte auch noch einen Mitgliedsantrag dabei. Denn der Verein übernehme eine wichtige soziale Aufgabe für die Stadt Heimbach. So wolle er künftig auch selbst ein Teil der jungen Alten sein.
