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Wichtiger Wirtschaftsfaktor367 Millionen Euro Bruttoumsatz aus Tourismus in der Nordeifel

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Wanderer sind im Nationalpark Eifel Eifel unterwegs.

Wander- und Radwanderangebote bilden das touristische Rückgrat der Nordeifel.

Laut Nordeifel Tourismus Gmbh ist die Zahl der Übernachtungen um fünf Prozent gestiegen. Wanderer dürfen sich über zehhn neue Eifelschleifen in Schleiden freuen. 

Die Nordeifel Tourismus GmbH (NeT) sieht sich weiter in der Erfolgsspur. Die Zahl der Übernachtungen in der Region ist noch mal um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 939.023 in 2025 gestiegen. Und das sind nur die Zahlen aus Betrieben mit mehr als zehn Betten.

Auch beim Bruttoumsatz aus dem Tourismus in der Nordeifel sind die Werte beeindruckend. Denn der liegt mit 367 Millionen Euro für 2025 und etwa 5580 „Einkommensäquivalenten“ (Indikator, der berechnet, wie viele Arbeitsplätze durch Umsätze gesichert werden) mittlerweile in Größenordnungen, die sich die Touristiker noch vor zehn Jahren nicht vorstellen konnten: 2015 waren es 289 Millionen Euro. NeT-Geschäftsführerin Iris Poth: „Wir haben die Delle aus den Corona-Jahren endgültig verlassen.“

33,7 Millionen Euro aus Mehrwert- und Einkommenssteuer

Grund genug also für zufriedene Mienen auch bei ihrem Geschäftsführerkollegen Patrick Schmidder und Landrat Markus Ramers, dem Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Nordeifel Tourismus GmbH, zu der neben dem Kreis Euskirchen auch seine elf Kommunen gehören.

Bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2025 der NeT im Blankenheimer Café Ahrzeit stellte Ramers folgerichtig fest: „Der Tourismus leistet einen erheblichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung“. Die Branche sei mit rund 33,7 Millionen Euro aus Mehrwert- und Einkommenssteuer zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Und da seien die Einnahmen aus Gewerbe- und Grundsteuer sowie wie aus Tourismusabgaben und Kurtaxe noch nicht eingerechnet.

Die drei Genannten vor einem Plakat, das für den Tourismus in der Nordeifel wirbt. Im Hintergrund ist der Blankenheimer Weiher zu sehen.

Gut gelaunt nach einem erfolgreichen Jahr 2025: Landrat Markus Ramers (links) und die beiden Nordeifel Tourismus Geschäftsführer Iris Poth und Patrick Schmidder am Weiher in Blankenheim.

Ebenso fehlen ja die Umsätze von Pensionen und Hotels mit weniger als zehn Betten oder Ferienwohnungen. Addiert man sie, kommt man schon für 2024 etwa bei den Übernachtungszahlen auf rund 1,35 Millionen – der Wert dürfte für das vergangene Jahr noch höher sein.

Zehn neue Eifelschleifen im Stadtgebiet Schleiden

Bei der Jahresbilanz waren solche Zahlen ein Thema, das andere die weitere Optimierung der Wander- und Radwanderangebote, die als „touristisches Rückgrat“ bezeichnet wurden.

Die Vorarbeiten sind schon im vergangenen Jahr gestartet: Zehn neue „Eifelschleifen“ im Stadtgebiet von Schleiden werden in diesem Jahr das Angebot der beliebten Rundwege auf dann 106 erhöhen. Für rund 2,5 Millionen Euro soll zudem mittelfristig die Ausstattung der Wander- und Radwanderwege ausgebaut werden: Mit mehr Wanderbänken, Schatteninseln oder auch Spielgeräten für die Kinder.

Der Tourismus leistet einen erheblichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.
Markus Ramers, Landrat des Kreises Euskirchen

Was gehört noch zur Erfolgsbilanz 2025? Die bereitgestellten Trekkingplätze waren erneut fast alle so gut wie ausgebucht. Die Nachfrage speziell bei Ferienhäusern, Camping- und Reisemobilstellplätzen steigt. Die nächtlichen Führungen in die „Sternenregion Nordeifel“ nehmen mittlerweile solche Ausmaße an, dass 23 weitere Sternenguides zertifiziert wurden.

Und speziell für Radwanderer wurden im vergangenen Jahr 16 „EifelRadSchleifen“ vorgestellt. Das Angebot für Zweiradfreunde wird mit einer Aufwertung der „Wasserburgen-Route“ und der Schaffung eines Gravel-Bike-Radwanderangebotes ausgebaut. Und es soll neue Mehrtagesarrangements für Wanderer und Radwanderer geben, die immer beliebter werden.

Für Erweiterung der Bettenkapazität gibt es Fördermittel

Grundsätzlich aber, so Iris Poth bei ihrer letzten Jahrespressekonferenz als NeT-Geschäftsführerin, stehe die Tourismusbranche in der Nordeifel vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Es gebe zahlreiche ungeklärte Betriebsnachfolgen, zudem Betriebsaufgaben auch strategisch wichtiger Schlüsselbetriebe sowie Investitionsstaus in Gastronomie und Beherbergung. Dabei, so Poth weiter, wüssten manche Inhaber von Hotels oder Pensionen nicht, dass die Erweiterung der Bettenkapazitäten über das Regionale Wirtschaftsförderprogramm (RWP) des Landes sogar gefördert würden. Man helfe da gerne weiter.

Sind das schon länger bekannte Probleme, ist ebenfalls schon seit Jahren anderes erfreulich: Auch 2025 habe man Fortschritte bei der Entwicklung zur nachhaltigen Reisedestination gemacht mit der erfolgreichen Rezertifizierung, so Mitgeschäftsführer Patrick Schmidder. Im Vorgriff auf eine neue EU-Verordnung gegen Green Washing, die ab Herbst gelte, habe man zudem für die Nordeifel-Gastgeber eine eigene Nachhaltigkeitszertifizierung bereits umgesetzt.

Kölner Studentin erforscht Akzeptanz für den Tourismus in der Eifel

Dass man im Kreis in Sachen Tourismus auf dem richtigen Weg ist, zeigt auch die jüngste Auszeichnung mit dem Landespreis NRW für innovative interkommunale Zusammenarbeit 2.0. In der Kategorie „Wirtschaftsförderung und Tourismus“ wurde das Projekt „Tourist-Information der Zukunft (TI)“ in der Nordeifel, an dem alle elf Kommunen beteiligt sind, mit 10.000 Euro prämiert.

Nachhaltigkeit bedeutet aber für die Touristiker auch, zu fragen, was die Bevölkerung vom Tourismusangebot hält. Wanderwege, Ruhebänke und vieles mehr sind ja auch für sie gedacht. Noch bis zum 30. April läuft deshalb eine Umfrage, konzipiert von einer Studentin im Magisterstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln, die mit einem Panel von 400 Befragungen die Tourismusakzeptanz erforschen will.

Mehrmonatige Sperrung der Bahn Köln-Trier erschwert Erreichbarkeit

Sorgen macht den Touristikern allerdings, dass es auch in diesem Jahr wieder zur mehrmonatigen Sperrung von Abschnitten der Eifelstrecke Köln-Trier in der Region kommen wird. Das erschwert nach wie vor die Erreichbarkeit. Und Mobilität ist eines der großen Themen, die die NeT gezielt untersuchen will. Um perspektivisch den ÖPNV auch für Gäste attraktiver zu gestalten, wird auf Initiative des Kreises und unter Beteiligung der NeT eine Machbarkeitsstudie zu touristischen Verkehren in der Nationalparkregion Eifel erstellt.