Die Leichtbauhalle hatte schon im vergangenen Jahr für Debatten gesorgt, als die Unfallgefahr wegen „gleißenden Lichts“ für zu groß befunden wurde.
Stadt erstattete AnzeigeKabeldiebe bremsen Schulsport in Wahner Gymnasium aus

In der Leichtbauhalle des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums findet eigentlich der Schulsport statt.
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Schon wieder kein Sportunterricht am Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wahn: In den vergangenen Wochen ist es mehrfach zu Kabeldiebstahl nahe der Leichtbauhalle gekommen, in der vorübergehend der Sportunterricht stattfindet. Die Stromversorgung ist derzeit komplett unterbrochen. Nicht zum ersten Mal muss der Sport in der Halle ganz ausfallen. Der Lichteinfall hatte kurz nach dem Bezug für Probleme – und auch für Spott gesorgt.
230 Meter Kabel gestohlen
Mehrfach sei es in den vergangenen Wochen zu Diebstahlsdelikten gekommen, sagt ein Beobachter unserer Redaktion. Erst waren es nur kleinere Schäden, vor rund einer Woche sei aber ein zentraler Kabelstrang entfernt worden. Damit sei die Versorgung der Halle komplett getrennt worden, das Klimagerät sei defekt. Die Stadt bestätigt auf Anfrage: „Es wurden 230 Meter Kabel gestohlen und technische Anlagen beschädigt, weshalb die Halle aktuell nicht genutzt werden kann.“ Die Reparaturarbeiten seien bereits beauftragt, sodass die Halle in Kürze wieder zur Verfügung stehen werde. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, die Stadt habe Anzeige erstattet.
Kabeldiebe beschäftigen die Polizei immer wieder: An Strecken der Bahn oder der Kölner Verkehrs-Betriebe werden regelmäßig Kupferleitungen herausgerissen und mitgenommen. Vielfach sind Täter auch auf Baustellen unterwegs, organisierte Gruppen verkaufen die Beute dagegen über Kontaktleute ins Ausland. Im Frühjahr ist der Polizei ein Schlag gegen eine Gruppe aus Osteuropa gelungen: In Kalk nahmen Polizisten fünf aus Bulgarien stammende Männer (22 bis 34 Jahre alt) fest. Die Beschuldigten sollen in einem Zeitraum von vier Monaten in Kölner Unternehmen eingebrochen sein und dort unter anderem Kupferdrahtrollen im Wert von mehreren hunderttausend Euro sowie Werkzeuge im Wert von mehreren zehntausend Euro entwendet haben.
18.000 Euro Miete pro Monat
Dagegen ist der Diebstahl in Wahn ein kleines Delikt, für die Schule ist es dennoch ärgerlich. Die Leichtbauhalle ist für zwei Jahre angemietet, dann soll die geplante neue Halle in Massivbauweise fertiggestellt sein. Die monatliche Miete beträgt 18.000 Euro, über zwei Jahre 432.000 Euro.
Zwischenzeitlich konnte die Halle dennoch nicht für den Schulsport genutzt werden. Der Grund: Die Unfallkasse sprach ein Verbot aus, da eine sogenannte Blendgefahr bestanden habe. Die Leichtbauhalle ist heller und transparenter als herkömmliche Sporthallen. Dadurch kann bei Sonneneinstrahlung „gleißendes Licht“ entstehen – das wertete die Unfallkasse als zu hohes Risiko, dass die Schülerinnen und Schüler geblendet werden und stolpern könnten. Dem Schulausschuss wurde im vergangenen Jahr umfangreich Bericht erstattet. Der Schulunterricht fand nun noch im Freien statt, bevor die Halle nachträglich abgedunkelt wurde.
Auch in den nächsten Tagen dürfte der Sportunterricht wieder unter freiem Himmel stattfinden. Wenigstens die Wetterlage wird den Schülerinnen und Schülern Mut in Wahn machen. Die Stadt teilte weiter mit: Das Zelt sei versichert, neben der Schadensbehebung werde auch die Sicherung gegen Einbruch und Diebstahl verbessert.
