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Forderung der FDPKreis Euskirchen soll Umgang mit dem Waschbär klären

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Das Bild zeigt einen Waschbären in einem Garten in der Eifel.

Die FDP fordert ein Waschbär-Management für den Kreis Euskirchen.

Die Kreis-FDP stellt einen Antrag, um die Ausbreitung des Tieres in der Region zu regulieren.

Die FDP-Kreistagsfraktion will die Ausbreitung des Waschbären im Kreis Euskirchen zum Thema im Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität machen. Mit einem Antrag fordert die Fraktion die Kreisverwaltung auf, einen umfassenden Bericht über die Verbreitung der invasiven Tierart, ihre Auswirkungen auf Natur und Artenschutz sowie über Möglichkeiten der Populationskontrolle vorzulegen.

Nach den Vorstellungen der Liberalen soll die Verwaltung darlegen, wie stark sich der Waschbär im Kreisgebiet bereits ausgebreitet hat und welche Folgen dies für heimische Tier- und Pflanzenarten sowie schützenswerte Lebensräume hat oder künftig haben könnte. Darüber hinaus soll sie aufzeigen, welche rechtlichen, organisatorischen und praktischen Möglichkeiten dem Kreis zur Verfügung stehen, um den Bestand zu begrenzen. Dabei sollen auch bereits laufende oder denkbare Maßnahmen erläutert werden.

Fachakteure sollen eingebunden werden

In die Erarbeitung des Berichts sollen nach dem Willen der FDP verschiedene Fachakteure eingebunden werden. Dazu zählen insbesondere die Kreisjägerschaft Euskirchen sowie Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und weiteren betroffenen Institutionen.

„Der Waschbär breitet sich auch im Kreis Euskirchen zunehmend aus. Wir brauchen deshalb eine belastbare Datengrundlage über die Bestandsentwicklung und die tatsächlichen Auswirkungen auf unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt. Nur auf dieser Grundlage können Politik und Verwaltung verantwortungsvolle Entscheidungen treffen“, erklärt Hans-Joachim Schaefer, Sprecher der FDP im Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität.

Waschbär gilt als invasive Art

Die FDP verweist darauf, dass der Waschbär nach europäischem Recht als invasive gebietsfremde Art gilt. Seine hohe Anpassungsfähigkeit, das breite Nahrungsspektrum und das Fehlen natürlicher Feinde hätten dazu geführt, dass sich die Tiere in weiten Teilen Deutschlands stark ausgebreitet hätten.

Aus Sicht der Fraktion stellt dies insbesondere für den Natur- und Artenschutz eine Herausforderung dar. Waschbären plünderten Gelege und Jungtiere zahlreicher Vogelarten, fräßen Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger und könnten dadurch empfindliche Ökosysteme zusätzlich belasten. Besonders bodenbrütende Vogelarten wie der Kiebitz gerieten dadurch weiter unter Druck.

Darüber hinaus sieht die FDP zunehmende Probleme für Landwirtschaft und Jagd. Waschbären richteten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen an, drängen in Stallungen und Futterlager ein und erhöhten den Druck auf Niederwildbestände. Zudem gebe es immer häufiger Beschwerden von Bürgern über Tiere, die Mülltonnen öffneten oder in Gärten eindrängen. Auch die mögliche Übertragung von Krankheitserregern und Parasiten müsse berücksichtigt werden.

Da der Waschbär in Nordrhein-Westfalen dem Jagdrecht unterliegt, hält die FDP eine Prüfung der bestehenden Möglichkeiten zur Bestandsregulierung für notwendig. Neben der Bejagung nennt die Fraktion Fangmaßnahmen sowie ein gezieltes Management an bekannten Rückzugs- und Fortpflanzungsorten. Ziel des Antrags sei zunächst jedoch, Transparenz über die Situation im Kreis Euskirchen zu schaffen und eine fachlich fundierte Grundlage für mögliche weitere politische Entscheidungen zu erhalten.