Die Hoffnungen auf Fördermittel haben sich laut Kreisverwaltung zerschlagen. Der Methangehalt des Deponiegases nimmt ab.
Planungen schreiten voranNeues Kompostwerk bei Strempt für 50 Millionen Euro

Die Planung eines neues Kompostwerks am Abfallwirtschaftszentrum des Kreises bei Strempt schreiten kräftig voran.
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Der geplante Neubau des Kompostwerks des Kreises Euskirchen am Abfallwirtschaftszentrum bei Strempt nimmt konkrete Formen an. Derzeit befindet sich das Großprojekt nach Angaben der Kreisverwaltung in mehreren wichtigen Planungsphasen. Parallel dazu laufen bereits Vorbereitungen für erste Bauarbeiten. Ziel ist es, die Ausfallzeiten des bestehenden Kompostwerks während der Bauphase möglichst gering zu halten.
Wie die Verwaltung mitteilt, wurden die Fachgutachten für die zusätzlich geplante Vergärungsanlage inzwischen überarbeitet und abgeschlossen. Die Vergärungsanlage soll künftig Bioabfälle nicht nur kompostieren, sondern dabei entstehende Gase energetisch nutzen. Vorgesehen ist der Bau eines neuen Blockheizkraftwerks, das aus den entstehenden Gasen Strom und Wärme für den Standort erzeugt.
Energieversorgung des Standorts soll langfristig gesichert werden
Bisher werden die vorhandenen Blockheizkraftwerke noch mit Deponiegas aus der stillgelegten Mülldeponie betrieben. Allerdings nimmt der Methangehalt dieses Gases seit Jahren ab, wodurch die Qualität schlechter wird. Das erschwert einen stabilen und wirtschaftlichen Betrieb der bestehenden Anlagen. Künftig soll deshalb das bei der Vergärung entstehende Gas mit dem schwächer werdenden Deponiegas kombiniert werden. Dadurch soll die Energieversorgung des Standorts langfristig gesichert und die vorhandene Technik weiter genutzt werden können.
Um den eigentlichen Neubau vorzubereiten, sollen zunächst mehrere vorgezogene Maßnahmen umgesetzt werden. Geplant sind Infrastruktur- und Tiefbauarbeiten, der Umschluss der Transformatorenstation sowie der Bau eines teilüberdachten Lagers. Die entsprechenden Ausschreibungsunterlagen wurden bereits von der zuständigen Ingenieurgesellschaft erstellt. Die erforderliche Baugenehmigung hat die Mechernich bereits erteilt.
Kreis Euskirchen will die neue Anlage im August 2030 in Betrieb nehmen
Die Ausschreibungen sollen laut Kreis in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Der Baustart für diese vorbereitenden Arbeiten ist für den Sommer vorgesehen. Die Fertigstellung soll bis Mitte 2027 erfolgen. Die Kosten für diese ersten Maßnahmen liegen bei rund 8,2 Millionen Euro brutto.
Parallel dazu arbeitet die beauftragte Ingenieurgesellschaft an den Ausschreibungen für das neue Kompostwerk und die Vergärungsanlage sowie an den notwendigen Genehmigungsunterlagen. Die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz wird derzeit für Januar 2027 erwartet. Wenn der Zeitplan eingehalten werden kann, sollen die Bauarbeiten für das neue Kompostwerk ab Mitte 2027 beginnen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist nach aktuellem Stand für August 2030 vorgesehen.
Zwei Förderanträge wurden nicht bewilligt
Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf rund 50,2 Millionen Euro brutto geschätzt. Dabei seien mögliche Preissteigerungen im Baugewerbe oder zusätzliche Kosten infolge internationaler Krisen und geopolitischer Spannungen noch nicht berücksichtigt, so der Kreis.
Die Hoffnung auf Fördermittel hat sich der Verwaltung zufolge jedoch nicht erfüllt. Für das Projekt wurden zwei Förderanträge gestellt – unter anderem im Umweltinnovationsprogramm des Bundes sowie bei der Innovationsförderagentur Nordrhein-Westfalen. Beide Anträge wurden zwar positiv bewertet, letztlich aber nicht bewilligt, da die Programme andere Förderschwerpunkte verfolgten.
Die Verwaltung betont aber, sämtliche bekannten Fördermöglichkeiten geprüft und genutzt zu haben. Nach aktuellem Stand geht der Kreis jedoch davon aus, dass das neue Kompostwerk voraussichtlich ohne Fördermittel gebaut werden muss. Die weitere Planung werde deshalb auf dieser Grundlage fortgeführt.
