Auf den Straßen sind immer mehr ältere Menschen unterwegs, die dabei häufiger in Gefahr geraten. 2025 verunglückten in Nordrhein-Westfalen fast 11.800 Menschen ab 65 Jahren im Straßenverkehr. Die Zahlen hat der Landesbetrieb IT.NRW gestern bekannt gegeben. Das waren 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr und 22,8 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Während die Zahl der Getöteten insgesamt gesunken ist, stieg die Zahl der getöteten Seniorinnen und Senioren deutlich.
Seniorenanteil bei den Verkehrstoten im Kreis Euskirchen
Im Kreis Euskirchen verunglückten im Jahr 2025 laut Unfallstatistik der Polizei 124 Personen ab 65 Jahren im Straßenverkehr. Besonders auffällig ist die Zahl der Todesopfer. Bei Kindern bis 15 Jahren und den 15- bis 17-Jährigen gab es keine tödlichen Unfälle, bei den 18- bis 24-Jährigen zwei. Bei den Menschen ab 65 Jahren waren es sechs.
Im Kreisgebiet hat sich die Zahl der getöteten Seniorinnen und Senioren demnach von drei im Jahr 2022 auf sechs im Jahr 2025 verdoppelt. Insgesamt starben zehn Menschen im Straßenverkehr. Der Höchstwert bei den Senioren lag mit sieben Todesopfern im Jahr 2024.
Entwicklung bei Verletzten und Unfallzahlen
Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 23 (2022) auf 37 (2024), 2025 lag sie bei 32. Die Zahl der Leichtverletzten sank zwischenzeitlich deutlich (2022: 94, 2024: 46) und erreichte 2025 wieder 86.
Im Kreis Euskirchen ging die Gesamtzahl der Unfälle um rund zwölf Prozent zurück (2022: 6385, 2025: 5603). Die Zahl der Verunglückten war dagegen im vergangenen Jahr mit 830 sogar leicht höher als 2022 (827).
Landesweiter Trend: Mehr getötete Senioren in NRW
Besonders deutlich ist auch landesweit die Zahl der Todesopfer gestiegen. Die Zahl der getöteten Seniorinnen und Senioren nahm im Zehnjahresvergleich um 14,4 Prozent, von 174 auf 199, zu, während die Zahl der Todesopfer aller Altersgruppen um 8,2 Prozent zurückging. Auch die Zahl der leichtverletzten Älteren in NRW nahm stark zu, um 33,5 Prozent. Einen Rückgang gab es nur bei den Schwerverletzten (-8,3 Prozent).
Pkw, Fahrrad, Pedelec: Verkehrsmittel der Verunglückten
Im Kreis Euskirchen ist der Pkw bei Personen ab 65 Jahren das häufigste Verkehrsmittel bei Unfällen. 54 Senioren verunglückten als Pkw-Insassen, rund 44 Prozent. Mit dem Fahrrad verunglückten 16 Personen, mit dem Pedelec weitere 15. Zusammen sind das rund ein Viertel. Bei den 15- bis 24-Jährigen gab es dagegen 14 Fahrradunfälle und nur einen mit dem Pedelec. Dazu kommen 16 verunglückte Senioren auf Krafträdern sowie elf Fußgängerinnen und Fußgänger.
Unfallprävention
Die Kreispolizei will dieser Entwicklung mit Präventionsangeboten entgegenwirken. Sie bietet unter anderem Schulungen für die sichere Fahrt mit dem Pedelec an oder auch Rollator-Trainings.
Fahrrad spielt landesweit noch größere Rolle
Landesweit spielt das Fahrrad eine noch größere Rolle: 37 Prozent der verunglückten Senioren waren mit dem Rad unterwegs, mehr als die Hälfte mit dem Pedelec. Mit dem Auto verunglückten in NRW insgesamt 34,6 Prozent, 13,1 Prozent zu Fuß.
Ältere auch als Unfallverursacher
Ältere Menschen sind jedoch auch Verursacher von Unfällen. Landesweit waren Menschen ab 65 Jahren bei knapp 16 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden Hauptverursacher. Häufigste Ursache sind auch in dieser Altersgruppe Fehler etwa beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. (eva)

