Wie viele Hunde sind im Kreis Euskirchen und in Heimbach gemeldet? Wie viel Steuern müssen ihre Besitzer zahlen? Wir geben einen Überblick.
Hohe Steuer für KampfhundeWo leben die meisten Hunde im Kreis Euskirchen?

Hundehaltung im Kreis Euskirchen ist unterschiedlich teuer – diese spielenden Vierbeiner stört es nicht.
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Stöhnen und Schimpfen über die Hundesteuer als solche oder zumindest über ihre Höhe gehört für viele Besitzerinnen und Besitzer schon seit vielen Jahren zur Hundehaltung. Dabei ist das Maß der Empörung nicht allein vom persönlichen Temperament abhängig, sondern auch von der jeweiligen Kommune, denn jede Stadt und Gemeinde legt diese Steuer selbst fest.
In NRW fordert laut einer Übersicht des Bundes der Steuerzahler die Stadt Hagen mit 180 Euro für den ersten Hund die höchsten Steuern, Verl nur 24,60 Euro. Mit 100 Euro liegt die Stadt Heimbach im oberen Drittel der 396 NRW-Kommunen, während Hellenthal mit 65 Euro eher im unteren Drittel liegt. Bei der Kampfhundesteuer liegt Heimbach mit 1200 Euro für den ersten gefährlichen Hund sogar auf Platz zwei in NRW hinter Monheim (1440 Euro), selbst Zülpich mit 588 Euro liegt noch im oberen Mittelfeld. 76 Kommunen erheben keine gesonderte Steuer für gefährliche Hunde.
Mehr als 20.000 Hunde sind gemeldet, die Dunkelziffer ist unklar
Bemerkenswert und an dieser Stelle wohl erstmals im Gesamtüberblick veröffentlicht ist aber die Zahl der Vierbeiner in den elf Kommunen des Kreises Euskirchen plus der Stadt Heimbach. Im Kreis gibt es beachtliche Unterschiede, das ergab eine aktuelle Abfrage der Redaktion.
Insgesamt sind in diesen zwölf Städten und Gemeinden 20.482 steuerpflichtige Hündinnen, Rüden und Welpen den kommunalen Steuerämtern bekannt. Die Angaben der Kommunen beziehen sich entweder auf den Sommer 2026 oder auf das Vorjahresende, die Unterschiede zwischen Dezember und September dürften aber zu vernachlässigen sein. Dagegen bleibt die Zahl der illegalen, nicht angemeldeten Vierbeiner im Dunklen.
Die Hundequote ist in Hellenthal am höchsten
Die in absoluten Zahlen mit Abstand meisten Bellos, Waldis und Rambos, nämlich 4360 Tiere, gibt es in Euskirchen, die wenigsten, nämlich 493, in Heimbach. Das verwundert nicht, wenn man die Zahl der Vierbeiner einer Kommune ins Verhältnis zur Zahl der dort lebenden Zweibeiner setzt: Euskirchen ist mit 60.000 Menschen (nach Angaben der Stadt) die mit Abstand einwohnerstärkste Stadt im Kreis, Heimbach mit 4347 die mit den wenigsten Einwohnern.
Betrachtet man dagegen die Zahl der Hunde je 1000 Menschen, wird Euskirchen (rund 73 Hunde auf 1000 Menschen) von Heimbach (113) deutlich überholt. Und dabei landet die Kleinst-Stadt bei der Hundequote dennoch nicht auf Platz eins. Der gebührt der Gemeinde Hellenthal mit 132, gefolgt von Blankenheim mit 126 und Bad Münstereifel mit 125. Die niedrigste Hundequote hat dagegen Euskirchen, gefolgt von Weilerswist mit 84 und Kall mit 90 Hunden auf 1000 Einwohner.
In Euskirchen leben die meisten Hunde pro Quadratkilometer
Wieder anders ist das Bild beim Flächenvergleich. Die größte Chance auf Vierbeinergeselligkeit – dass sich also zwei Hunde im Stadt- beziehungsweise Gemeindegebiet begegnen – besteht in Euskirchen. Andere Städte und Gemeinden sind einfach viel zu wenig besiedelt, was dann auch Auswirkungen auf die Zahl der Hunde hat. Auf einen Quadratkilometer kommen rund 31 Vierbeiner – insgesamt hat die Kreisstadt eine Fläche von rund 139 Quadratkilometern.
Wer als Hund dagegen lieber wie ein einsamer Wolf leben mag, hat in Dahlem die besten Karten: Bei einer Fläche von rund 95 Quadratkilometern kommen hier nur rund sechs Hunde auf einen Quadratkilometer .
Was die Höhe der Hundesteuer angeht, so variiert diese im Kreis nach Zahl und Art der gehaltenen Hunde – die Halter sogenannter gefährlicher Hunde werden deutlich stärker zur Kasse gebeten als Menschen mit Dackel oder Pudel. Wer einen nicht gefährlichen Hund hält, zahlt dafür nach jüngsten Angaben der Städte und Gemeinden am meisten in Heimbach (100 Euro) und am wenigsten in Hellenthal (65 Euro). In Heimbach ist auch die Steuer für gefährliche Hunde am höchsten (1200 Euro), am geringsten in Zülpich (588).
Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen fordert die Abschaffung der Hundesteuer. So sei beispielsweise die in vielen Kommunen fehlende Kontrolle, ob alle Vierbeiner angemeldet seien, unfair gegenüber den ehrlichen Hundebesitzern – was allerdings ein interessantes Argument auch bei vielen anderen Steuern, beim Fahrschein-Verkauf in Bus und Bahn oder beim Schwimmbad-Eintritt sein könnte. Zudem handele es sich um eine „Bagatellsteuer“ – bei der es aber um Einnahmen von mehreren hunderttausend Euro geht.
Die Kennzahlen der Kommunen
- Bad Münstereifel: 2288 Hunde, 125 Hunde je 1000 Einwohner, 15 Hunde je Quadratkilometer, 75 Euro Steuern für den ersten Hund, 825 Euro Steuern für Kampfhunde.
- Blankenheim: 1056 Hunde, 126 Hunde je 1000 Einwohner, 7 Hunde je Quadratkilometer, 80 Euro Steuern für den ersten Hund, 800 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Dahlem: 551 Hunde, 122 Hunde je 1000 Einwohner, 6 Hunde je Quadratkilometer, 75 Euro Steuern für den ersten Hund, 660 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Euskirchen: 4360 Hunde, 73 Hunde je 1000 Einwohner, 31 Hunde je Quadratkilometer, 78 Euro Steuern für den ersten Hund, 630 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Hellenthal: 1024 Hunde, 132 Hunde je 1000 Einwohner, 7 Hunde je Quadratkilometer, 65 Euro Steuern für den ersten Hund, 600 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Kall: 1022 Hunde, 90 Hunde je 1000 Einwohner, 15 Hunde je Quadratkilometer, 84 Euro Steuern für den ersten Hund, 600 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Mechernich: 3500 Hunde, 118 Hunde je 1000 Einwohner, 26 Hunde je Quadratkilometer, 89 Euro Steuern für den ersten Hund, 825 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Nettersheim: 902 Hunde, 106 Hunde je 1000 Einwohner, 10 Hunde je Quadratkilometer, 75 Euro Steuern für den ersten Hund, 660 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Schleiden: 1232 Hunde, 95 Hunde je 1000 Einwohner, 10 Hunde je Quadratkilometer, 80 Euro Steuern für den ersten Hund, 640 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Weilerswist: 1586 Hunde, 84 Hunde je 1000 Einwohner, 28 Hunde je Quadratkilometer, 66 Euro Steuern für den ersten Hund, 600 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Zülpich: 2468 Hunde, 112 Hunde je 1000 Einwohner, 24 Hunde je Quadratkilometer, 72 Euro Steuern für den ersten Hund, 588 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
- Heimbach: 493 Hunde, 113 Hunde je 1000 Einwohner, 8 Hunde pro Quadratkilometer, 100 Euro Steuern für den ersten Hund, 1200 Euro Steuern für den ersten Kampfhund.
