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Soweit die Reifen tragenTipps der Redaktion für schöne Radtouren in der Eifel

9 min
Zahlreiche Fahrradfahrer fahren neben einer Wiese, auf der Blumen blühen.

Ob Rennrad, E-Bike oder mit dem Mountainbike: Der Kreis Euskirchen lässt sich mit dem Rad wunderbar erkunden.Tom Steinicke

Die Nordeifel bietet Hunderte Kilometer ausgeschilderter Strecken und ist eine der abwechslungsreichsten Radregionen in NRW. Unsere Tipps.

Ob sportliche Mountainbike-Tour, gemütlicher Familienausflug oder mehrtägige Radreise: Die Nordeifel hat sich längst zu einer der abwechslungsreichsten Radregionen Nordrhein-Westfalens entwickelt. Auf hunderten Kilometern ausgeschilderter Strecken treffen eindrucksvolle Naturlandschaften auf historische Sehenswürdigkeiten, stille Flusstäler auf anspruchsvolle Höhenmeter. Dabei findet jeder Radfahrer die passende Route – vom Einsteiger bis zum ambitionierten Sportler.

Besonderer Nervenkitzel

Wer den besonderen Nervenkitzel sucht, wird im DIMB BikePark Rureifel in Hürtgenwald fündig. Der Mountainbike-Park zählt zu den beliebtesten Anlagen der Region und richtet sich sowohl an Anfänger als auch an erfahrene Fahrer. Ursprünglich von Weltcup-Profi Nico Vink und dem belgischen Amateurmeister Kristof Lenssens geplant, wurde der Bikepark im vergangenen Jahr umfassend modernisiert und erweitert. Heute stehen fünf unterschiedliche Lines zur Verfügung, die von flowigen Abfahrten bis zu technisch anspruchsvollen Passagen reichen. Neu hinzugekommen ist eine Uphill-Strecke, über die Mountainbiker ohne Lift oder Shuttle aus eigener Kraft wieder zum Start gelangen.

Der Bikepark liegt an der Simonskaller Straße in Hürtgenwald. Parkplätze befinden sich sowohl an der Kriegsgräberstätte als auch im Tal am Parkplatz Simonskall. Geöffnet ist die Anlage vom 1. April bis 1. November täglich von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Die Nutzung ist kostenlos.

Mehr als 500 Kilometer Strecke

Wer lieber längere Touren fährt, findet im Netz von Freifahrt Eifel ideale Bedingungen. Mehr als 500 Kilometer ausgewiesene Mountainbike-Routen erschließen die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Wäldern, Hochflächen und Flusstälern. Asphaltwege wechseln sich mit Waldwegen und schmalen Singletrails ab. Dank der Einteilung in drei Schwierigkeitsgrade sowie detaillierter Angaben zu Länge, Höhenmetern und Untergrund lässt sich für jede Kondition die passende Tour auswählen.

Doch nicht nur Mountainbiker kommen auf ihre Kosten. Auch Tourenradler, Genussfahrer und Familien finden in der Nordeifel ein nahezu unerschöpfliches Angebot. Die Radwege verbinden Natur und Kultur auf eindrucksvolle Weise. Entlang von Erft, Olef und Urft führen sie vorbei an Seen wie in Kronenburg oder Zülpich sowie an bekannten Wasserburgen, etwa in Satzvey oder Flamersheim. Wer sportlich unterwegs ist, kann den Weißen Stein als höchsten Punkt der Nordeifel ansteuern und wird mit beeindruckenden Fernblicken belohnt. Durch den Wechsel zwischen der hügeligen Mittelgebirgslandschaft im Süden und der flachen Bördelandschaft im Norden bietet die Region sowohl entspannte als auch anspruchsvolle Strecken.

16 Rundtouren

Ein Herzstück des touristischen Radangebots sind die 16 EifelRadSchleifen. Die zwischen 20 und 50 Kilometer langen Rundtouren verlaufen vollständig über das Radknotenpunktsystem des Kreises Euskirchen. Da Start- und Zielpunkt identisch sind, entfällt eine aufwendige Tourenplanung. Es genügt, den Nummern des Knotenpunktsystems zu folgen – Verfahren ist damit nahezu ausgeschlossen.

Die Themenrouten verbinden landschaftliche Höhepunkte mit Burgen, Museen, historischen Ortskernen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Region. Besonders beliebt sind die Schleifen „Wasserburgen der Nordeifel“ sowie „Auf Tuchfühlung“ rund um Euskirchen und Weilerswist. Sie führen entlang von Swist und Erft zu eindrucksvollen Wasserburgen und zur historischen Tuchfabrik Müller. Wegen ihres überwiegend flachen Streckenverlaufs eignen sie sich hervorragend für Familien und Freizeitradler.

Wer mehr Zeit mitbringt, kann im Rahmen des Angebots „EifelRadSchleifen exklusiv“ gleich acht Rundtouren miteinander verbinden und die Region auf einer mehrtägigen Radreise entdecken. Daneben werden einzelne Schleifen auch als Tagesarrangements mit kulinarischen Angeboten kombiniert. Regionale Gastgeber laden unterwegs dazu ein, Spezialitäten der Eifel zu genießen und den Radtag entspannt ausklingen zu lassen.

Erft-Radweg ist wieder befahrbar

Gute Nachrichten gibt es auch für Freunde des Erft-Radwegs. Die beliebte Mehrtagestour ist nach den schweren Hochwasserschäden des Jahres 2021 grundsätzlich wieder befahrbar. Im Kreis Euskirchen müssen Radfahrer allerdings noch einzelne Umleitungen in Kauf nehmen, die vor Ort ausgeschildert sind.

Vor allem auf den Etappen 2a und 2b bestehen weiterhin Einschränkungen und Streckenschäden, weshalb sich vor Reisebeginn ein Blick auf die aktuellen Hinweise der Tourismusorganisationen empfiehlt. Die zwei- bis dreitägige Tour eignet sich besonders für Familien, Einsteiger und alle, die eine der NRW-Mehrtagesrouten kennenlernen möchten. Abseits des Autoverkehrs führt sie durch die wasserburgenreichste Region Deutschlands.

120 Burgen entlang einer Route

Ein echtes Highlight für kulturinteressierte Radfahrer ist die Wasserburgen-Route. Auf rund 380 Kilometern verbindet sie die Eifel, die Jülicher Börde und die Rheinische Bucht miteinander. Rund 120 Burgen und Schlösser säumen die Strecke zwischen Aachen, Köln und Bonn. Die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit drei Sternen ausgezeichnete Route verläuft überwiegend steigungsarm und eignet sich daher auch für weniger geübte Radfahrer.

Ausgebaute Radwege, ruhige Landstraßen und Wirtschaftswege sowie eine durchgängige Beschilderung sorgen für entspanntes Radfahren. Die Tour kann bequem in acht Tagesetappen absolviert werden, wobei verschiedene Varianten zusätzliche Flexibilität ermöglichen.

Panoramatour durch die Eifel

Deutlich anspruchsvoller präsentiert sich die Eifel-Höhen-Route. Auf rund 230 Kilometern erleben Radfahrer die landschaftliche Vielfalt der Region in ihrer ganzen Bandbreite. Die Strecke führt vorbei an schroffen Felsformationen, Talsperren und Flussläufen, durch die majestätischen Buchenwälder des Nationalparks Eifel und zu zahlreichen Aussichtspunkten.

Unterwegs warten römische Relikte, historische Ortskerne, Besucherbergwerke, Museen, Wildgehege, Klöster sowie Burgen und Schlösser auf Entdeckung. Aufgrund des teilweise anspruchsvollen Untergrundes empfiehlt sich ein geländegängiges Fahrrad oder E-Bike. Dank der Bahnstrecke Köln–Trier und der Rurtalbahn ist der Einstieg nahezu überall entlang der Route möglich. Für Radurlauber werden zudem mehrtägige Arrangements angeboten.

Gute Orientierung für unterwegs

Wer seine Tour vorbereiten möchte, findet umfangreiche Informationen in der 36 Seiten starken Broschüre „Raderlebnis Nordeifel“, in der alle 16 EifelRadSchleifen ausführlich vorgestellt werden. Sie ist kostenlos als PDF und E-Paper erhältlich. Ergänzend bietet die bikeline-Radwanderkarte für den Kreis Euskirchen einen vollständigen Überblick über das Radknotenpunktsystem und erleichtert die Navigation unterwegs.

Egal ob rasante Trails, gemütliche Flussradwege, familienfreundliche Rundtouren oder anspruchsvolle Höhenstrecken – die Nordeifel verbindet Natur, Bewegung und Kultur auf einzigartige Weise. Kaum eine andere Region bietet auf so engem Raum eine vergleichbare Vielfalt an Möglichkeiten, die Landschaft auf zwei Rädern zu entdecken. Und wer möchte kann einfach von Burg zu Burg fahren.

Wer auf einer alten Eisenbahntrasse Radfahren möchte, der ist mit dem Rad auf dem Kyllradweg genau richtig.

Zu den beliebtesten EifelRadSchleifen gehört die abwechslungsreiche Rundtour mit 24,5 Kilometer von Mechernich zur Burg Satzvey. Die sportliche Strecke führt durch Wälder, über Felder und Wiesen sowie durch mehrere historische Ortschaften. Mit ihren Anstiegen richtet sie sich vor allem an ambitionierte Freizeitradler, lässt sich mit dem E-Bike aber auch entspannt genießen.


Eifelradschleife „Wo Ritter Feste feiern“

Start- und Zielpunkt ist Mechernich. Von dort führt die Route zunächst über Breitenbenden und durch den Wald hinauf nach Weiler am Berge. Anschließend geht es durch die Fachwerkorte Rißdorf und Lessenich bis zur mittelalterlichen Burg Satzvey, die etwa auf halber Strecke liegt und mit Burgbäckerei sowie Gastronomie zu einer Pause einlädt.

Nach der Rast verläuft die Tour über Obergartzem und Firmenich weiter in Richtung Kommern. Dort lohnt ein Spaziergang durch den historischen Ortskern mit seinem geschlossenen Fachwerk-Ensemble, ebenso ein Abstecher zum LVR-Freilichtmuseum. Kurz vor dem Ziel lädt außerdem der Erholungs- und Generationenpark Mühlental zum Verweilen ein.

Bei den Ritterspielen auf Burg Satzvey kämpfen eine Frau und ein Mann mit Schwertern gegeneinander.

Die Burg Satzvey ist ein touristisches Highlight, nicht nur wegen der Ritterspiele.

Wer noch Zeit und Kraft hat, kann die Strecke um einen Besuch der Burgen Veynau und Kommern ergänzen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden und von außen besichtigt werden können. Auch eine Kombination mit der EifelRadSchleife „Bruder-Klaus-Kapelle“ bietet sich für eine längere Tagestour an.

Die GPX-Daten dieser und aller weiteren EifelRadSchleifen stehen auf den Internetseiten der Nordeifel Tourismus zum Download bereit. So lässt sich die Tour bequem per Navigationsgerät oder Smartphone nachfahren.

Knotenpunkte der Route: 90, 55, 86, 3, 87, 88, 90.


Eifelradschleife „Schätze der Eifel“

Die abwechslungsreiche Rundtour von 52,7 Kilometer ab Blankenheim verbindet idyllische Flusstäler, weite Hochflächen und eindrucksvolle Ausblicke mit zahlreichen Natur- und Kulturhighlights. Zunächst führt die Strecke auf dem Ahr-Radweg entlang der Ahr, bevor sie auf die Trasse der ehemaligen Ahrtalbahn und anschließend durch das Mülheimer Bachtal verläuft.

Nach einem längeren Anstieg eröffnet sich auf der Hochfläche ein beeindruckendes Panorama über die Eifel. Bei klarer Sicht reichen die Blicke bis zur Hohen Acht und zur Nürburg.

Nach der Abfahrt ins Genfbachtal prägen Wald, Wiesen und der mäandrierende Bachlauf das Landschaftsbild. Ein lohnender Abstecher führt zur malerisch gelegenen Ahekapelle mit ihrem idyllischen Rastplatz. In Nettersheim lohnt sich ein Stopp am Naturzentrum Eifel. Zudem erinnern entlang der Strecke mehrere römische Relikte, darunter die Überreste eines Kleinkastells, an die Geschichte der Region. Anschließend folgt die Tour dem Urfttal bis zum Bahnhof Blankenheim (Wald).

Vier weiße Hinweisschileder mit roter Schrift weisen in unterschiedliche Richtungen.

Die Routen sind mit Knotenpunkten versehen.

Wer die komplette Runde fahren möchte, nimmt danach die anspruchsvollere Schleife durch das Nonnenbach-, Schaafbach- und Lampertsbachtal in Angriff. Mehrere steile Anstiege werden mit herrlichen Fernblicken über die Kalkeifel belohnt. Typisch für die Landschaft sind die Wacholderheiden rund um Lampertsbach. Über Dollendorf führt schließlich die längste Abfahrt der Tour zurück ins Ahrtal. Ein weiterer Höhepunkt ist die Fahrt über die ehemalige Bahntrasse des Ahr-Radwegs mit der markanten Talbrücke bei Oberahreck. Von dort geht es zurück nach Blankenheim.

Zum Abschluss empfiehlt sich ein Spaziergang durch den historischen Ortskern von Blankenheim mit der berühmten Ahrquelle. Diese ist vom Parkplatz am Schwanenweiher bequem zu Fuß erreichbar und bildet einen stimmungsvollen Ausklang der abwechslungsreichen Radtour.

Knotenpunkte der Route: 70, 74, 76, 23, 81, 83, 22, 48, 98, 66, 67, 70.


Eine Familientour bei Dahlem

Eine kurze Runde bei Dahlem mit recht einfachem Höhenprofil, überwiegend abseits vom Verkehr. Die Strecke bietet viele Einkehr- und Rastmöglichkeiten und mit Kronenburg einen Höhepunkt auf dem Berg.

Die ideale Radtour für die gesamte Familie und alle, die entlang der Strecke Abwechslung mögen, startet am Bahnhof Dahlem und ist bequem mit Bus und Bahn zu erreichen.

Auf den gut ausgebauten Wirtschaftswegen führt das erste Stück der Eifelradschleife, durch die offene Landschaft, bis nach Kronenburg.

In Kronenburg mit seinem historischem Ortskern angekommen, lohnt es sich, genug Zeit für die Besichtigung einzuplanen, denn hier gibt es viel zu entdecken. Der Kyll-Radweg, der auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft, bietet eine tolle Gelegenheit für Natur-Sightseeing in Bewegung. Auf dem abschließenden Stück im Glaadtbachtal zurück nach Dahlem können Familien und Naturfreunde noch einmal die Schönheit der Eifellandschaft genießen.

Das Beschilderungssystem besteht aus den roten Knotenpunkttafeln und Hinweisschildern an allen wichtigen Abzweigungen und Kreuzungen und bietet unterwegs so ein perfektes Orientierungssystem.

Knotenpunkte der Route: 79, 92, 33, 80, 2, 79.


Das Knotensystem

Das Radknotenpunktsystem macht die Nordeifel ganz flexibel „radelbar“. Egal ob Familienausflug, Mehrtagestour oder ein Ausflug zu zweit ins Grüne.

Mit dem System „Radeln nach Zahlen“ sind Tourenplanungen je nach Vorlieben und Geschmack kinderleicht möglich. Das einheitliche Beschilderungssystem besteht aus den roten Knotenpunkttafeln und Hinweisschildern an allen wichtigen Abzweigungen und Kreuzungen und bietet unterwegs so ein perfektes Orientierungssystem.

Dadurch lässt sich eine Tour bequem planen, indem die festgelegten Knotenpunkte eine Route ergeben. Alle 16 EifelRadSchleifen verlaufen auf dem Radknotenpunksystem.