Die Tage werden kürzer, die Morgenstunden sind dunkel, und auch am Nachmittag setzt die Dämmerung immer früher ein. Viele Menschen sind deshalb auf ihrem Weg zur Schule, zur Arbeit oder nach Hause bei schlechten Lichtverhältnissen unterwegs. Doch gerade jetzt ist es wichtig, im Straßenverkehr gut sichtbar zu sein.
Dunkle Kleidung als Problem
Ein Problem: Die Kleidung für die kalte Jahreszeit zeichnet sich oft durch dunkle oder gedeckte Farbtöne aus. Was modisch zum eigenen oder dem angesagten Stil passen mag, kann im Straßenverkehr – egal, ob man zu Fuß, mit dem Rad oder einem E-Scooter unterwegs ist – jedoch schnell die falsche Wahl sein.
Appell von Polizei und Kreisverkehrswacht
Die Kreispolizeibehörde Euskirchen und die Kreisverkehrswacht Euskirchen appellieren daher jetzt an Fußgänger und Radfahrer, sich durch helle Kleidung und reflektierende Materialien besser erkennbar zu machen. Gemeinsam wollen die beiden Institutionen nun für das Thema Sicherheit durch Sichtbarkeit sensibilisieren. „Denn wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, gehört zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern", betont Franz Küpper, Sprecher der Euskirchener Polizei. „Bei einer Kollision mit einem Kraftfahrzeug haben sie kaum eine Chance, sich vor schweren Verletzungen zu schützen.“
Ob Autofahrer einen Fußgänger oder Radfahrer rechtzeitig erkennen, hängt laut den Verkehrsexperten entscheidend von deren Sichtbarkeit ab. „Dunkle Kleidung kann dazu führen, dass Menschen erst aus kurzer Entfernung wahrgenommen werden“, verdeutlicht Küpper die Gefahren, denen sich jetzt im Herbst immer mehr Verkehrsteilnehmer aussetzen. Helle Kleidung verbessere zwar die Erkennbarkeit, biete bei Dunkelheit aber nur einen begrenzten Schutz.

Einmal mit, einmal ohne.
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Deutlich wirksamer sind reflektierende Materialien, heißt es von den beiden beteiligten Institutionen: Sie werfen das Licht beispielsweise von Autoscheinwerfern zurück und können dafür sorgen, dass Menschen bereits aus einer Entfernung von rund 140 bis 150 Metern erkennbar sind. „Das verschafft Autofahrern wertvolle Zeit, ihre Geschwindigkeit anzupassen und rechtzeitig zu bremsen“, sagt Küpper.
Zum Vergleich: Bei dunkler Kleidung könne die Sichtbarkeit unter ungünstigen Bedingungen auf etwa 25 Meter begrenzt sein, bei heller Kleidung auf rund 40 Meter. Reflektierende Kleidung erhöhe die Sichtweite jedoch erheblich. „Die tatsächlichen Entfernungen hängen allerdings von den jeweiligen Licht- und Wetterverhältnissen sowie den verwendeten Materialien ab“, so der Sprecher der Kreispolizeibehörde weiter.
Einfache Mittel für mehr Sichtbarkeit
Schon mit einfachen Mitteln lasse sich die eigene Sicherheit verbessern. „Warnwesten und reflektierende Überwürfe in auffälligen Neonfarben machen Menschen insbesondere in der Dämmerung besser sichtbar. Zusätzliche Reflektoren an Jacken, Taschen, Rucksäcken oder Schuhen können die Erkennbarkeit weiter erhöhen“, betonen Peter Schick und Friedhelm Heß aus dem Vorstand der Kreisverkehrswacht Euskirchen.
Auch im Alltag müsse Sicherheit nicht zulasten des Tragekomforts oder des Aussehens gehen. Im Handel gebe es inzwischen zahlreiche Kleidungsstücke, die reflektierende Elemente wie Nähte, Embleme oder Applikationen enthalten. Einige Jacken seien sogar mit großflächig reflektierenden Materialien ausgestattet.
Die Kreispolizeibehörde Euskirchen und die Kreisverkehrswacht Euskirchen empfehlen, insbesondere bei Dunkelheit und Dämmerung, bei Regen und schlechter Sicht durch Nebel auf helle und reflektierende Kleidung zu setzen. „Denn auch Autofahrer können nur auf das reagieren, was sie rechtzeitig erkennen“, so Küpper: „Eine gute Sichtbarkeit hilft ihnen dabei, Gefahren früher wahrzunehmen und angemessen zu reagieren.“
Der gemeinsame Appell lautet daher: „Machen Sie sich sichtbar – für Ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer. So kommen Sie auch in der dunklen Jahreszeit möglichst sicher ans Ziel.“ (thw)

