Der Urlaub in der Eifel liegt weiterhin voll im Trend – und auch der Tourismus im Kreis Euskirchen entwickelt sich äußerst erfolgreich, wie die Kreisverwaltung jetzt mitteilt. Besonders positiv: Während andere Branchen schwächeln, gewinnt der Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor zunehmend an Bedeutung. Das aktuelle Gutachten des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (DWIF) für das Bezugsjahr 2025 belegt demnach, dass sich die Branche nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe im Jahr 2021 nachhaltig erholt hat.
Erstmals mehr als 400 Millionen Euro Bruttoumsatz
Mit einem touristischen Bruttoumsatz von 402,8 Millionen Euro wurde im Jahr 2025 sogar erstmals die Marke von 400 Millionen Euro überschritten. Das stimmt auch Landrat Markus Ramers positiv: „Tourismus ist für uns längst mehr als Urlaub und Erholung. Er sichert Einkommen, stärkt unsere Betriebe und bringt Wertschöpfung in die gesamte Region.“
Um die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus regelmäßig zu bewerten, beauftragt das Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Kreises Euskirchen das DWIF in regelmäßigen Abständen mit der Erstellung eines Gutachtens. Bereits seit 2011 werden die touristischen Kennzahlen für die Städte und Gemeinden im Kreis kontinuierlich analysiert und dokumentiert.
Der langfristige Vergleich der Umsatzzahlen zeigt laut Einschätzung der Wirtschaftsförderer im Euskirchener Kreishaus eine insgesamt beeindruckende Entwicklung: Während der touristische Bruttoumsatz im Jahr 2011 noch bei 222,9 Millionen Euro lag, ist er bis 2025 – trotz der Krisenjahre 2020 und 2021 – um mehr als 80 Prozent auf 402,8 Millionen Euro gestiegen. „Diese Entwicklung zeigt auch, dass sich die konsequente Ausrichtung auf eine nachhaltige touristische Entwicklung im Kreis Euskirchen langfristig auszahlt“, so das zufriedene Fazit.
Tagestourismus legt besonders stark zu
Auch im direkten Vergleich zum Vorjahr habe sich der positive Trend 2025 fortgesetzt. Besonders stark entwickelte sich dabei der Tagestourismus. Hier stieg der Umsatz gegenüber 2024 demnach noch einmal um 10,6 Prozent auf 280,6 Millionen Euro. „Von dieser Entwicklung profitiert die Region insbesondere durch ihre Nähe zu den großen Quellmärkten in Nordrhein-Westfalen und den benachbarten Ballungsräumen sowie durch das anhaltende Freizeitverhalten vieler Bürgerinnen und Bürger, die naturnahe Erholungsangebote in Wohnortnähe verstärkt nachfragen“, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung. Ein Ausflug ins Bad Münstereifeler City Outlet oder zu einer Wanderung im Gebiet des Nationalparks Eifel lässt sich eben auch gut als Tagestour von Köln, Bonn oder Düsseldorf aus realisieren.
Übernachtungen, Gastgewerbe und Einzelhandel profitieren
Der Übernachtungstourismus legte ebenfalls deutlich zu und erreichte mit 122,2 Millionen Euro ein Plus von 7,9 Prozent. Davon profitieren auch zahlreiche andere Branchen im Kreis Euskirchen. Das Gastgewerbe steigerte seinen touristisch bedingten Umsatz laut der DWIF-Zahlen um 8,8 Prozent auf 161,9 Millionen Euro. Der Einzelhandel verzeichnete ein Wachstum von 9,5 Prozent auf 172,4 Millionen Euro, während die sonstigen Dienstleistungsbereiche mit einem Plus von 12,9 Prozent auf 68,5 Millionen Euro sogar den stärksten Zuwachs erzielten.
Die positiven Auswirkungen spiegeln sich auch auf dem Arbeitsmarkt und bei den öffentlichen Einnahmen wider. Das Einkommensäquivalent stieg von 5580 auf 5683 Personen, die rechnerisch ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus im Kreis Euskirchen sichern können. Gleichzeitig erhöhte sich das touristisch bedingte Steueraufkommen von 33,7 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 37,0 Millionen Euro im Jahr 2025.

47 Fotopoints sind geplant.
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Zukunftsfähige Tourist-Infos
Damit sich diese positive Entwicklung auch in den kommenden Jahren fortsetzt, wird aktuell auch an einer weiteren Verbesserung der touristischen Infrastruktur gearbeitet. Beim Projekt „Touristinformationen der Zukunft“, das vom Kreis Euskirchen in Zusammenarbeit mit der Nordeifel Tourismus GmbH umgesetzt wird, soll den zentralen Anlaufpunkten für Touristen im Kreis Euskirchen beispielsweise ein zeitgemäßeres Outfit mit hohem Wiedererkennungswert verpasst werden.
Das Ziel: Bis Ende 2026 sollen alle elf Informationsstellen der Nordeifel zu einladenden Orten umgestaltet werden, die Lust auf Entdeckungen in der Region und der eigenen Heimat wecken und den Tourismus nachhaltig stärken. Im Zuge dessen entstehen derzeit auch insgesamt 47 neue Fotopoints im gesamten Kreisgebiet. Bislang künden an vielen Stellen jedoch nur die frisch gegossenen Betonfundamente von diesem Projekt.
Neue Fotopoints im gesamten Kreisgebiet
„Die Fundamente bilden die Basis für neue Fotopoints, die in allen elf Städten und Gemeinden installiert werden sollen“, informiert Kreis-Pressesprecher Wolfgang Andres. Die Fotopoints sollen künftig dazu einladen, „einen Moment innezuhalten, die Nordeifel zu genießen und eine Erinnerung mit nach Hause zu nehmen“, wie die Initiatoren es formulieren.
Wo heute nur Beton zu sehen ist, sollen bald besondere Motive für das nächste Familienfoto, einen Schnappschuss zu zweit oder eine kleine Pause unterwegs entstehen. „Die Fotopoints richten sich dabei ausdrücklich auch an die Menschen, die hier leben: als Einladung, die eigene Heimat mit frischem Blick zu entdecken“, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung weiter. Nach Informationen dieser Zeitung decken die 47 ausgewählten Standorte eine große Bandbreite an touristischen Highlights im Kreis Euskirchen ab: Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie dem Seepark in Zülpich, dem Krewelshof in Obergartzem, der Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf oder dem Badebereich am Kronenburger See sind auch einige Überraschungen dabei.
Ob sich Besucher der Region gerne am geplanten „Kompakt-Infosystem“ ablichten wollen, das am neuen Feuerwehrhaus in Herhahn entstehen soll, oder am meist traurig vor sich hin dümpelnden Römerweiher bei Nettersheim, wird sich erst noch zeigen müssen.
Inzwischen ist klar, wie die Fotopoints aussehen sollen. Ein Herz verbindet die vier unterschiedlichen Varianten miteinander. „Manche bieten Platz zum gemeinsamen Verweilen, andere setzen einen markanten Akzent oder verbinden ein Fotomotiv mit Infos zur Umgebung“, erklärt die Kreisverwaltung. Die Gestaltung greife die Marke Nordeifel auf und erhalte zugleich einen Bezug zum jeweiligen Ort: „So entsteht eine wiedererkennbare Familie mit individuellen Besonderheiten.“
Die Fotopoints sollen indes mehr leisten, als nur eine Kulisse für schöne Bilder zu liefern. „Sie lenken den Blick auf die Region, geben Anregungen für weitere Entdeckungen und machen Lust, länger zu bleiben oder wiederzukommen.“ Das Projekt wird mit einer Förderquote von 90 Prozent aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ unterstützt. (thw)

