Man könnte fast meinen, das kleine Kallmuth wolle im nächsten Frühjahr den prächtigen Narzissenwiesen im oberen Oleftal Konkurrenz machen: 2000 gelbe Osterglocken sollen im Frühjahr rund um Friedhof, Dorfplatz und an den Ortseingängen leuchten.
Um die Blumenzwiebeln noch fristgerecht in die Erde zu bekommen, unterbrach in den Herbstferien sogar der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel seinen Urlaub. „Ich arbeite gerne handwerklich“, bekannte Fingel beim Besuch in Kallmuth: „Erst recht bei so strahlend schönem Wetter!“
Viele Hände, schnelles Ende
Wie die Stadt Mechernich berichtet, ließ sich das Stadtoberhaupt gemeinsam mit Bauhofleiter Reiner Metternich sowie einigen freiwilligen Helferinnen und Helfern von Kallmuths Ortsbürgermeister Robert Ohlerth am Rande der Friedhofswiese erläutern, wo genau die rund 1000 gespendeten Osterglocken-Zwiebeln im Laufe des Morgens in die Erde sollten. Ohlerths pragmatische Antwort: „Ja, hier. Überall!“
Mit Stecher, Schaufel und guter Laune kamen so im Laufe von drei Tagen insgesamt 2000 Blumenzwiebeln unter die Kallmuther Erde – und das nicht etwa nur auf dem Friedhof. Gepflanzt wurde auch an Blumenkisten, Bushaltestellen, an der Brunnenstube sowie an den Ortseingängen. Wenn alles klappt, wird im Frühjahr ein Meer aus gelben Narzissen das Ortsbild verschönern, heißt es im Bericht der Stadtverwaltung weiter.
Spender und Helfer: Dank von Ortsbürgermeister Ohlerth
Dass es gar so viele sind, hat demnach einen guten Grund: Die eine Hälfte, also 1000 Blumenzwiebeln, habe das Bestattungsinstitut Ohles aus Mechernich gestiftet. Weitere 1000 seien von einem Betreiber zweier Windräder finanziert worden. „Bei beiden möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, betonte Ohlerth. Wie auch bei allen Helfern, groß und klein, die fleißig mit angepackt hätten. Am Ortsausgang in Richtung Vollem sei Anwohnerin Marita Mendel besonders fleißig gewesen.
Idee für ein Narzissenfest auf dem Friedhof
Aber warum ausgerechnet Osterglocken? „Damit wollen wir leuchtende Anblicke schaffen, die den Menschen nach dem Winter Freude bereiten“, erläuterte Ortsbürgermeister Ohlerth beim Ortstermin. Ihm schwebt sogar noch mehr vor: „Ich könnte mir auch gut ein Narzissenfest vorstellen. Am liebsten genau hier auf dem Friedhof. Leben und Tod gehören schließlich zusammen.“
„Ein schöner Gedanke“, wird Bürgermeister Michael Fingel in der Mitteilung der Stadt zitiert. Er habe nichts dagegen einzuwenden, wenn künftig noch mehr Friedhöfe im Mechernicher Stadtgebiet so lebendig aussähen wie der von Kallmuth mit seinen Wildblumenwiesen, Insektenhotels und versteckten kleinen Kunstwerken.
Auch die Kallmuther Kinder packten mit an
Auch die Kinder im Dorf machten trotz der Ferien fleißig mit, berichtete Ohlerth im Nachgang der großen Pflanzaktion: 50 Blumenzwiebeln hätten Kallmuther Schulkinder an den örtlichen Bushaltestellen eingesetzt, weitere 50 pflanzten die Kinder der Awo-Kita rund um ihren Kindergarten an der Lorbacher Straße. Auf das Ergebnis ist nun ganz Kallmuth gespannt.
Wenn alles läuft wie geplant, dürfte dem Ort im kommenden Frühjahr also tatsächlich ganz schön was blühen. (thw)

