Kinder und Erwachsene sollen gleichermaßen Spaß haben beim Sommertheater auf Burg Satzvey. Es entführt ins Land der Trolle.
Chaos im Land der TrolleSommertheater auf Burg Satzvey macht nicht nur Kindern Spaß

Was für eine Enttäuschung: Statt bunter Sachen findet das Trollkind nur graue Dinge in seiner Schultüte.
Copyright: Ulla Jürgensonn
Die Trolle sind ganz schön schräge Typen. Sie lieben es bunt, schließlich leben sie auf der Schmetterlingslichtung am Regenbogenfluss. Das Theater Tintenfass nimmt beim Sommertheater auf Burg Satzvey das Publikum mit in die Welt der kleinen Waldbewohner. Allerdings ist diese Welt gerade ganz und gar nicht in Ordnung. Es herrscht „Chaos im Land der Trolle“.
Zum dritten Mal gastiert Manuel Rittich mit seiner Truppe auf der Bühne im Burghof. Das Ensemble ist überschaubar, neben Rittich sind da noch Stephanie Jost, Claus Vincon, Vincent Heinen und Melanie Wäsch. Und alles ist selbst gemacht, vom Bühnenbild über die Kostüme bis hin zur Technik. Dass dadurch vieles improvisiert wirkt, ist durchaus Absicht. Schließlich ist gerade beim Kindertheater Fantasie gefragt.
Die Welt der Trolle wird plötzlich grau
Die Geschichte beginnt mit dem ersten Schultag des kleinen Firley Trollgewitz. Aber was für ein trauriger erster Schultag: Die bunte Schultüte ist plötzlich grau, die bunten Bonbons sind grau, selbst der gehäkelte Regenbogenfisch – alles grau. Die Welt der Trolle verliert die Farben, der Regenbogenfluss schillert nicht mehr, selbst die ehemals rote Wäsche auf der Leine zeigt nur noch ein flaues Lachsrosa.
Die Kinder erleben eine bunte Märchenwelt
Manuel Rittich hat sich die Geschichte ausgedacht, wie auch schon die beiden vorhergehenden Stücke, in denen es um ein Burggespenst und einen Wasserdrachen ging. „Ich versuche eine Balance zwischen Witzen für die Älteren im Publikum und einer bunten Märchenwelt für die Kinder“, sagt der Regisseur und Autor, der außerdem den Erzähler Theodor Tintenfass spielt.
Schon die Namen der Figuren machen Vergnügen. Da gibt es die Troll-Oma Morla Cassiopaia, die Troll-Tante Petunia Nicoletta Mangrovia und den Troll-Onkel Bronko Bienenstich. Dessen Darsteller Claus Vincon dürfte vielen Zuschauern aus der Fernsehserie „Die Lindenstraße“ bekannt sein.
Man muss Theater für Kinder genauso ernst nehmen wie für Erwachsene.
Nebenbei taucht in dem Stück eine männliche Fee – der Fee – auf, zwei Flamingos haben einen Job als Security-Mitarbeiter. Und natürlich hat das Stück bei allen Scherzen, komischen Verwicklungen und witzigen Anspielungen auch eine Botschaft. Denn, so sagt es Manuel Rittich: „Man muss Theater für Kinder genauso ernst nehmen wie für Erwachsene.“
Die Aufführungen finden jeweils samstags und sonntags auf der Bühne im Burghof statt: im Juli am 11., 12. und 18. sowie 25. und 26., im August am 1. und 2., 15. und 16. sowie am 30. – und das bei jedem Wetter. Beginn ist jeweils um 15 Uhr, Einlass ab 14.30 Uhr.
Der Eintritt kostet 16 Euro, Kinder von vier bis zwölf Jahren zahlen 12 Euro, Kinder unter vier Jahren haben freien Eintritt. Karten gibt es im Vorverkauf über die Homepage der Burg Satzvey und an der Tageskasse ab 14.30 Uhr. Vor Ort ist allerdings nur Barzahlung möglich.
