Für ihr neues Buch hat Jeannette Gräfin Beissel, die auf Burg Satzvey lebt, erfolgreiche Frauen interviewt und deren Werdegang aufgezeichnet.
Neues BuchSatzveyer Burgherrin Jeannette Beissel schreibt über erfolgreiche Frauen

„Starke Frauen, neue Wege“ ist der Titel des jüngsten Buches, das Jeannette Gräfin Beissel vorgelegt hat.
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Sie will nicht nur Geschichten über Frauen erzählen, sie will auch Frauen Mut machen. Mut, aus Rollen auszubrechen, in Männerdomänen einzudringen, Verantwortung zu übernehmen. „Starke Frauen, neue Wege“ heißt das Buch, das Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich jetzt vorgelegt hat. Es ist der fünfte Band, in dem die Seniorchefin auf Burg Satzvey Geschlechtsgenossinnen porträtiert, die ungewöhnliche Karrieren gemacht haben.
Warum ihr das Thema so am Herzen liegt, erklärt sie mit einem Satz: „Es ist wichtig, dass Frauen sichtbar gemacht werden.“ 25 Unternehmerinnen und Frauen in anderen Führungspositionen sind in dem Buch porträtiert. Gräfin Beissel führt die Gespräche, Christian Vogeler schreibt auf dieser Basis die Texte, Gülten Hamidanoglu macht die Fotos – mittlerweile sind die drei ein eingespieltes Team. Das Titelbild des Bandes hat wieder Regina Schumacher gemalt.
Autorin will Frauen sichtbar machen
Bücher zu schreiben sei schon früh ihr Traum gewesen, erzählt Gräfin Beissel. Auf ihr Erstlingswerk blickt sie heute allerdings mit gemischten Gefühlen. „Aldikadabra“ sollte magische Rezepte mit Zutaten aus dem Discounter bieten – „eine Jugendsünde“. Es folgte ein Mittelalterroman, bis die Autorin mit dem Buch „Frauen und ihre Schlösser“ gewissermaßen ihr Thema gefunden hatte: Frauen sichtbar zu machen und das Bild von Frauen zurechtzurücken.
Die Deutsch-Amerikanerin, die durch die Heirat mit Franz Josef Graf Beissel zur Burgherrin geworden war, hatte sich geärgert, wie sich manche Leute das Leben in einem historischen Herrensitz vorstellten. Das sei über weite Strecken kein bisschen glamourös. „Wenn die Leute die Rosen an unserer Burg bewundern, können die sich kaum vorstellen, dass ich die selbst schneide.“ Oder dass sie mit Handwerkern bis aufs Burgdach turnt, um die anstehende Sanierung zu planen.
Dass sie sich trotzdem Zeit nimmt für ihre Buchprojekte, erklärt sie so: „Mich faszinieren die Gespräche mit den Menschen.“ Die seien offen und tiefgründig. Sie erlebe Frauen, die einander helfen. Dass es immer noch wenige Frauen in den Vorständen großer Unternehmen gebe, erklärt sie sich auch mit einem grundsätzlichen Unterschied, den sie beobachtet habe: „Männer gehen selbstverständlicher über Defizite hinweg. Frauen neigen eher dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen.“
Die neuen Wege der starken Frauen, das wird bei der Lektüre des Buchs deutlich, waren nicht immer gerade. Manche hatten denkbar ungünstige Startbedingungen, wie beispielsweise Beate Gleitsmann, die als Jugendliche aus Polen gekommen ist, ohne Deutsch zu sprechen, und heute stellvertretende Vorstandsvorsitzende ist. Oder Silke Kanes, die sich vom ersten hart erarbeiteten Geld einen Commodore 64 kaufte und mittlerweile Executive Beraterin für IT & New Leadership ihr Geld verdient. Auch die verschlungenen Wege haben irgendwann nach oben geführt.
