Nachdem sich das Engagement von Michael Manousakis und Morlock-Motors zerschlagen hatte, ist nun Schaustellerfamilie Barth Pächterin des Eifeltors.
Statt TV-StarSchaustellerfamilie Barth übernimmt das Mechernicher Eifeltor

Die 680 Meter lange Sommerrodelbahn ist die Hauptattraktion des Freizeitgeländes Eifeltor.
Copyright: Thorsten Wirtz
Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber der Schlüssel übergeben: Im Ratssaal vollzogen der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel und Roland Barth diesen symbolischen Akt. Die Euskirchener Schausteller-Familie ist die neue Pächterin der Freizeitanlage Eifeltor. Und die Zeit drängt, denn am 1. April soll dort die Saison beginnen. Fingel war sichtlich froh, dass eine Lösung für das sieben Hektar große Gelände gefunden ist.
„Ich bin fast so aufgeregt wie bei der konstituierenden Ratssitzung“, sagte er. Damals war er vermutlich in Sachen Eifeltor relativ entspannt, hieß es doch, Michael Manousakis und sein Unternehmen Morlock-Motors wollten dort einsteigen. Doch das Interesse des Fernseh-Promis war zwar schlagzeilenträchtig, aber nicht von langer Dauer. Fingels Amtsvorgänger Dr. Hans-Peter Schick hatte den Deal kurz vor der Kommunalwahl verkündet, nach dem Urnengang war Manousakis aber abgesprungen.
Verhandlungen in Mechernich waren kurz und erfolgreich
Diesmal waren die Verhandlungen kurz und erfolgreich. Nach rund zweieinhalb Wochen sei man sich einig gewesen, berichtete der städtische Beigeordnete Thomas Hambach. Zum Termin im Rathaus waren nun gleich drei Generationen der Schausteller-Dynastie gekommen. Neben Roland Barth waren das seine Mutter Erni Kipp sowie seine Schwestern Monique Kipp und Michelle Kaiser mit Töchterchen Emily und Ehemann Anthony Kaiser. „Gemeinsam sind wir stark“, kommentierte das Seniorchefin Erni Kipp.

Den Schlüssel zum Eifeltor hat Bürgermeister Michael Fingel (3.v.l.) schon mal an Roland Barth überreicht. Bei den Vertretern der Stadt herrschte ebenso gute Laune wie bei den Familienmitgliedern.
Copyright: Ulla Jürgensonn
„Wir hatten schon lange die Idee, unser Geschäft in Richtung Freizeitpark weiterzuentwickeln“, sagte Roland Barth . Verständlich angesichts der Risiken, die der Betrieb von Karussells und Imbissbuden auf Jahrmärkten mit sich bringt. Barth nannte ein Beispiel. Das Fahrgeschäft Dr. Archibald gehe in den nächsten Tagen auf 30 Transportern auf die Reise nach Nürnberg. Die gerade explodierenden Spritpreise erhöhten die Kosten dafür um rund 10.000 Euro. Freizeit und Vergnügen sei seit Generationen das Geschäft seiner Familie, daher passe das Eifeltor gut ins Portfolio.
In den kommenden Wochen müsse man sich erstmal einleben, ein Gefühl für das Gelände bekommen. Eines sei aber schon klar: „Wir wollen es nicht zupflastern.“ Sondern eine Mischung aus Spaß und Natur bieten. Natürlich mit der Sommerrodelbahn. Die werde in der kommenden Woche gewartet, dann komme der TÜV. Die Kinderquads werden abgeschafft: Die seien einfach zu gefährlich, sagt Barth. Welche neue Attraktionen dazukämen, sei noch nicht entschieden.
Das Eifeltor-Hotel mit 27 Zimmern bleibt bestehen
Das Hotel mit seinen 27 Zimmern bleibt bestehen. Allerdings gelte dort wie an anderen Stellen: „Wir möchten unsere Qualitätsansprüche durchsetzen.“ Für das Restaurant habe er sich schon fachkundige Unterstützung geholt: Ein Koch, der auch schon Weltstars bewirtet habe, werde beim Zusammenstellen der Speisekarte beraten und den Neustart der Gastronomie begleiten. Barth ist vom Potenzial des Freizeitgeländes überzeugt. Er sagt aber auch: „Das ist eine Herkulesaufgabe.“
Bürgermeister Fingel ist blickt optimistisch nicht nur auf die Zukunft des Freizeitgeländes, sondern der ganzen Stadt: „Ich bin der Überzeugung, dass die Belebung des Eifeltors Mechernich nach vorne bringt.“ Die Stadt habe ja mit dem Freilichtmuseum, dem Wildpark und demnächst auch dem umgestalteten Mühlenpark einiges zu bieten in Sachen Natur, Kultur und Freizeit. Sein Ziel sei, dass Menschen in Köln und anderswo sagten: „Was machen wir heute? Komm, lass uns nach Mechernich fahren.“
Über die Höhe der Pachtsumme schweigen beide Seiten. Nur so viel lässt sich der Bürgermeister entlocken: Der Vertrag sei fair für beide Seiten. Er enthalte auch ein Vorkaufsrecht für die neuen Pächter. Jetzt muss er nur noch unterschrieben werden.

