Andreas und Jennifer Smeja haben die Zimmer ihrer Wohnung als Themenwelten gestaltet. Über Airbnb ist ein Besuch bei ihnen in Weilerswist möglich.
Zimmer als ThemenweltenWeilerswister haben ihr Heim in einen Freizeitpark verwandelt

Haben sich bei ihrer Arbeit im Movie Park Germany kennengelernt: Jennifer und Andreas Smeja.
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Andreas und Jennifer Smeja haben ihre Wohnung in Weilerswist zum Freizeitpark gemacht. Fast jedes Zimmer führt in eine eigene Welt: in den Dschungel, zur Pandora oder ins Steampunk-Streaming-Zimmer. Im Heim des Paares wimmelt es nur so von Lichteffekten, die Andreas Smeja angebracht hat. Im Flur können Installationen Rauch verbreiten. Aroma-Diffuser sorgen für die passenden Gerüche, um die Atmosphäre zu vervollständigen. Besucherinnen und Besucher sollen die jeweiligen Themen mit allen Sinnen erleben.
Und ein Besuch ist grundsätzlich möglich: Das Pandora-Zimmer kann über Airbnb gebucht werden. An den Wänden stechen dort leuchtende Bilder von Pilzen hervor. Damit wollen die Weilerswister ein 3D-Erlebnis des Films Avatar von James Cameron vermitteln. Im Zimmer haben die beiden zudem eine Sauna eingebaut. Mit den Airbnb-Gästen teile man sich Küche und Badezimmer. Laut den beiden Bastlern hat das noch keine Probleme bereitet.
Küche in der Wohnung in Weilerswist soll auch umgestaltet werden
Auf einem anderen Blatt steht, dass die Küche noch nicht ganz nach ihrer Zufriedenheit ist. Wie Jennifer Smeja, deren Nachname eigentlich anders lautet, die aber gerne wie ihr Partner genannt werden möchte, berichtet, ist die Küche der einzige reguläre Raum. Angedacht sei, eine Hexenküche daraus zu machen.
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„Mit dem Dschungel-Zimmer hat vor etwa fünf Jahren alles angefangen“, berichtet sie. Während der Corona-Pandemie hat das Paar sich in das Hobby vertieft und losgelegt. Jennifer Smeja kennt sich als gelernte Malerin und Lackiererin mit handwerklichen Dingen ohnehin gut aus. Andreas Smeja übernimmt etwa das Anbringen von Rohren und ist für die unterschiedlichen sensorischen Elemente verantwortlich.

Das ausrangierte Rad der Achterbahn „Fly“ aus dem Phantasialand mitsamt einem Bolzen ist ein besonderes Sammlerstück für Andreas Smeja.
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Der sprechende Hut aus dem Universum von Harry Potter steht auf umfunktionierten Bananenkisten.
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In diesem Setup streamt Andreas Smeja als „Park Tube“ Videos rund um das Thema Freizeitparks.
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Die Idee, sich einen Freizeitpark nach Hause zu holen, passt zu den beiden. „Wir haben uns im Movie Park kennengelernt“, berichtet der 32-Jährige: „Wir haben beide in ,The Lost Temple' gearbeitet.“ Der immersive Tunnel, in dem die Parkgäste einen alten, verlassenen Tempel durchqueren müssen, ist in dem Bottroper Park aktuell jedoch geschlossen.
Andreas Smeja will das Gefühl eines Zufluchtsortes weitergeben
„Das Interesse an Andi kam erst später“, ergänzt die 39-Jährige: „Aber ich fand ihn direkt attraktiv.“ Noch viel früher hat bei Andreas Smeja das Interesse an Freizeitparks begonnen. „Mit drei Jahren habe ich eine Spielzeugeisenbahn geschenkt bekommen, aus der Dampf kam“, erinnert sich Andreas Smeja: „Drei Jahre später bin ich ins Phantasialand gegangen und fand, dass die Achterbahn ,Colorado Adventure' wie mein Spielzeug aussah. Da hat es klick gemacht.“
Einen weiteren Schlüsselmoment erlebte er als kleiner Junge auf einer Kirmes: „Dort gab es eine Raupen-Bahn. Das bunte Licht und die Musik haben den Besuchern gute Laune bereitet.“ Diese gute Stimmung hat wohl etwas mit dem kleinen Jungen von damals gemacht: Er will nun das Gefühl eines Zufluchtsortes weitergeben. Seitdem beschäftigt Smeja sich intensiv mit Lichttechnik. In der Weilerswister Wohnung sind unter anderem LED-Streifen und Leuchten verbaut, die laut Andreas Smeja sonst nur auf Bühnen verwendet werden.
Als „Parktube“ ist der Weilerswister auf Youtube zu sehen
Im Wohnzimmer geht er einem weiteren Hobby nach, das er neben seinem Beruf als Krankenfahrer ausübt. Er ist auf Youtube und der Streamingplattform Twitch aktiv. Auf Youtube lädt er als „Parktube“ unter anderem Videoblogs, kurz Vlogs, hoch, in denen er seine Besuche von Freizeitparks festhält. Für das sichere Auftreten in den Streams komme ihm, so Andreas Smeja, seine Erfahrung, die er als Wrestler in Köln gemacht hat, zugute. Insgesamt sei er durch die Videos offener geworden, sagt der gebürtige Mechernicher. Auch bei seiner Partnerin habe das geholfen: „Sonst hätte ich mich nicht getraut, Jenni anzusprechen.“
Die Videos produziert Smeja nicht nur daheim, sondern auch in den Freizeitparks. Dorthin begleitet ihn mal seine Partnerin, mal sind seine Fans dabei. „In die Community hat Andi mich eingeführt“, sagt Jennifer Smeja: „Ich mag es, mich mit den Leuten zu connecten. Es ist eine familiäre Atmosphäre, in der man immer wieder Leute kennenlernt.“ Sie selbst bringe sich bei den Streams von zuhause aus mit ein und moderiere die Kommentare.
„Die Menschen mögen unsere unverstellte Art“, so Andreas Smeja. Er beschönige in den Videos nicht, sondern kritisiere auch Schwächen der Parks. Zudem seien die Videos für Menschen mit Einschränkungen, Rollstuhlfahrer etwa, eine Möglichkeit, an den Attraktionen intensiver teilhaben zu können, beschreibt es Jennifer Smeja.
Wie auch in einigen Freizeitparks bietet Halloween den Anlass für eine besondere Aktion in Weilerswist: Jennifers und Andreas Smejas Zuhause verwandelt sich dann in ein Horrorhaus, das viele Gruselfans besuchen. „366 Leute waren es im vergangenen Jahr“, sagt Andreas Smeja. Ihre Begeisterung für das Fest komme nicht von ungefähr, sagt Jennifer Smeja: „Mein Vater ist Amerikaner. Ich war von klein auf ein Halloween-Fan. Wir wollen nun für die Kinder in der Nachbarschaft ein Erlebnis schaffen.“
Der Aufwand wachse von Jahr zu Jahr: „In der Planung befinden Andi und ich uns bereits seit Monaten.“ Freundinnen und Freunde des Paares packen dabei tatkräftig mit an: Manche verkleiden sich und sorgen live für Schreck-Momente. Ein anderer Freund habe extra einen schaurigen Audiotrack aufgenommen, der dann abgespielt wird. Eine Freundin sei gerade dabei, die Hintergrundgeschichte für die gesamte Handlung des Spuktheaters aus dem vergangenen Jahr zu verschriftlichen. Jennifer Smeja: „Das Buch soll an Halloween erscheinen.“


