Junge Gemeindemitglieder haben das Projekt angestoßen. Sie zeigen, dass Begegnungsorte von großem Interesse sind – auch deren Schutz.
Zeichen gegen VandalismusUnterstand in Weilerswist wird zum Treffpunkt für Jugendliche

Angestoßen und genutzt von Jugendlichen: Der Unterstand zwischen Rewe und den Bahngleisen in Weilerswist.
Copyright: Gerriet Scheben
Wiederholt sind öffentliche Plätze im Gemeindegebiet zum Ziel von Vandalismus geworden. Der Weilerswister Boule-Club geriet mehrfach ins Visier. Eine Hütte auf dem Pumptrack brannte im März vergangenen Jahres vollständig nieder, zudem wurden Bänke an der Strecke angezündet. Die überdachte Hütte zwischen dem Rewe-Markt und den Bahngleisen soll nun ein Zeichen setzen, dass junge Weilerswister sehr darum bemüht sind, Begegnungsorte zu schaffen und zu erhalten.
Das Projekt war von einer Gruppe junger Menschen angestoßen worden. Über das Kinder- und Jugendparlament (KJP) der Gemeinde wurde der Antrag an Verwaltung und Rat gebracht. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung war den Jugendlichen klar, dass sie sich für die Umsetzung aktiv einbringen mussten.
Jugendliche Initiatoren haben keinerlei Verständnis für Vandalismus
Und das haben sie getan: Um einen Aufenthaltsort zu schaffen, ohne die Anwohnenden zu stören, sammelten die jungen Leute Unterschriften und suchten nach geeigneten Plätzen für Unterstände und Hütten. Im Austausch mit dem Ordnungsaußendienst, dem Jugendzentrum und weiteren Akteuren erarbeiteten sie schließlich ein Konzept, das der Bauhof auf einem Grundstück der Gemeinde Ende Dezember 2025 umsetzte.
Der neue Treffpunkt an den Bahngleisen ist als Alternative zu Spielplätzen gedacht, die für eine jüngere Zielgruppe ausgelegt sind. Zwei der jungen Initiatoren des Projekts loben die Umsetzung: „Es ist ein schöner Treffpunkt geworden. Wir können hier nach dem Gym abhängen.“ Für die Zerstörung anderer Aufenthaltsmöglichkeiten in der Gemeinde zeigen sie kein Verständnis: „Es ist übel, wenn so etwas passiert – das ist total unnötig. Leute, die so etwas machen, sind einfach Arschlöcher.“
Weitere Projekte sollen eingebracht werden
Simon Krämer, Vorsitzender des KJP, schildert, dass die engagierten Jugendlichen auf Erfahrungswerte bei der Umsetzung des Pumptracks zurückgegriffen hätten. „Die Initiatoren haben sich für die Hütte eingesetzt“, so Krämer. Angesichts wiederkehrender Fälle von Schmiererei und Sachbeschädigung sagt Krämer: „Es ist enttäuschend, wenn nicht pfleglich mit den Sachen umgegangen wird. Das sollte aber nicht auf alle Jugendlichen zurückfallen.“ Weiter spricht er sich dafür aus, entsprechende Taten zu melden.
„Soziale Kontrolle ja“, pflichtet Weilerswists Bürgermeister Dino Steuer ihm bei: „Aber es braucht auch Autonomie für die Jugendlichen.“ Man wolle den Freiraum der jungen Gemeindemitglieder respektieren und sehe daher von Überwachungsmaßnahmen ab, erläutert Steuer.
Laut Bürgermeister ist die Errichtung weiterer Unterstände oder Hütten zwar denkbar, man müsse aber auch die Finanzen im Blick behalten: „Von den 25.000 Euro Budget für Jugendunterstände sind bereits 10.0000 bis 12.000 Euro weg.“ Den Rest bringe man bedarfsorientiert ein. Am Unterstand bei den Bahngleisen könne eventuell noch etwas angepflanzt werden, etwa ein Himbeerstrauch.

