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Nach langer WartezeitGemeinde Weilerswist bringt digitale Anzeigetafel ans Stromnetz

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Dino Steuer (l.) und Christoph Bramer stehen an einer Mobilstation, sprich einer Anzeigetafel, auf der die Fahrtzeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln abgebildet werden.

Beim Anschluss der Anzeigetafel am Bahnhof in Weilerswist waren Bürgermeister Dino Steuer (l.) und Christoph Bramer vom Fachbereich „Planen und Bauen – Gebäudemanagement“ vor Ort.

Die Dynamische Fahrgastinformation am Weilerswister Bahnhof ist jetzt in Betrieb. Wie es zum späten Anschluss der Mobilstation kam.

Fahrgäste, die den Bahnhof in Weilerswist nutzen, können nach mehr als einem Jahr Wartezeit nun endlich Informationen zu Abfahrtszeiten einsehen. Auf der Dynamischen Fahrgastinformation (DFI), die Bestandteil der Mobilstation ist, werden die Daten seit Mittwochmittag in Echtzeit angezeigt.

Dass der Bildschirm der DFI seit ihrer Installation im Jahr 2024 zunächst schwarz geblieben war, lag nicht etwa an einem technischen Defekt: Die Anzeigetafel war bis Mittwoch schlicht nicht ans Stromnetz angeschlossen. Nachdem Weilerswists Bürgermeister Dino Steuer auf den verzögerten Anschluss aufmerksam gemacht wurde, setzte er nach eigenen Angaben alle Hebel in Bewegung, um das zu ändern.

Im Kreistag wurde die Installation der Mobilstationen beschlossen

Der Müggenhausener Ortsbürgermeister Erwin Jakobs, der zugleich Kreistags- und Weilerswister Ratsmitglied ist, hatte diese Zeitung auf die ausgeschaltete Tafel aufmerksam gemacht. „Ich saß im Kreistag, als die Installation der Mobilstationen beschlossen wurde. Das kostet Geld. Bei anderen Stationen, wie in Kall, funktioniert es ja auch“, bemängelte Jakobs.

Laut dem stellvertretenden Bürgermeister von Weilerswist ging aus den Kreis- und Gemeindeunterlagen hervor, dass die Hauptverantwortung für die Mobilstation bei der Gemeindeverwaltung liegt. Diese hätte sich Jakobs zufolge um entsprechende Fördermittel bemühen müssen. Darunter fielen nach seinen Worten auch die notwendigen Mittel, um die DFI anzuschließen.

Viele Akteure mit unterschiedlichen Zuständigkeiten

Angesprochen auf die Zuständigkeit der Gemeinde, brachte deren Fachbereichsleiter für Planen und Bauen, Martin Reichwaldt, zwei weitere Akteure ins Spiel: den Regionalverkehr Köln (RVK) und Nextbike, einen Anbieter von Fahrradverleihsystemen. „Alle Arbeiten sind von der RVK und der Gemeinde Weilerswist in enger Zusammenarbeit erfolgt“, teilte ein Pressesprecher der RVK mit. Reichwaldt bestätigte dies. Nach seinen Angaben habe es jedoch Probleme mit Nextbike gegeben.

Wie kam es also zu der langen Wartezeit auf den Anschluss? Reichwaldt erläuterte, dass die DFI über die bereits vorhandene Stromzufuhr der E-Bike-Ladestation von Nextbike am Weilerswister Bahnhof angeschlossen werden sollte. Nextbike habe jedoch zunächst lange nicht auf die Gemeinde reagiert: „Bei Nextbike gab es wechselnde Dienstleister, die für die Übergabe des Schlüssels zur E-Bike-Station zuständig waren.“ Der Elektroinstallateur der Gemeinde habe im Gegenzug jederzeit für den Anschluss der Anlage bereitgestanden.

Die RVK erklärte auf Nachfrage: „Die Installation der DFI-Anlage hat sich aufgrund weitreichender Abstimmungen und unterschiedlicher Zuständigkeiten mehrerer Dienstleister und Partner verzögert.“ Zum Redaktionsschluss lag noch keine Antwort von Nextbike vor.

Dynamische Fahrgastinformation wurde angeschlossen

„Es ist ein Spielfeld mit vielen Spielern. Zu oft werden Verantwortlichkeiten nicht übernommen“, kritisierte Jakobs. „Es war immer das gemeinsame Bestreben, die Arbeiten schnellstmöglich abzuschließen – auch wenn sie in diesem Fall längere Zeit in Anspruch genommen haben“, so der RVK-Sprecher zur Kooperation mit der Gemeinde.

Laut Reichwaldt verzögerte sich der Anschluss ans Stromnetz nach der Schlüsselübergabe weiter, da der Zugang aufgrund der Feuchtigkeit erst geöffnet werden konnte, nachdem der Frost verschwunden war. Bürgermeister Dino Steuer sprach angesichts der Arbeiten von „technisch anspruchsvollen Elektroinstallationen mit separater Sicherung“.

Damit das Stromkabel von unten in den Kasten eingeführt werden konnte, seien zudem Stemmarbeiten notwendig gewesen. Diese wurden gemäß Steuer von einer Elektrofirma ausgeführt, die Vertragspartner der Gemeinde ist und dem Gebäudemanagement der Verwaltung zugeordnet ist. Beide Akteure hätten die DFI schließlich ans Stromnetz angeschlossen. „Ich habe die Priorität darauf gelegt“, so Steuer.

Weilerswists Bürgermeister möchte Projekte zügig umsetzen

Zum Projekt, das lange stillgestanden hatte, sagte der Bürgermeister: „Letztendlich kann man nicht alle Aufgaben gleichzeitig erledigen.“ Eine Suche nach Schuldigen sei aus seiner Sicht nicht zielführend: „Für mich ist entscheidend, dass ich meine Aufgaben erledige.“

Steuer zufolge werden Projekte der Gemeinde in wöchentlichen Verwaltungskonferenzen besprochen – darunter auch solche, die es aufzuarbeiten gilt. Sobald er von einem ausstehenden Projekt erfahre, sei es ihm ein Anliegen, dieses schnellstmöglich umzusetzen.