Die Künstlerin Nora Ehrlich stellt ihre Werke bis zum 13. September im Nettersheimer Kulturbahnhof aus.
AusstellungIn Nettersheim gibt es ein Mit- und Gegeneinander der Farben

Landschaftsbilder der anderen Art präsentiert Nora Ehrlich im Kuba in Nettersheim.
Copyright: Stephan Everling
Ein Kaleidoskop aus den verschiedensten Farben erwartet die Besucher in der aktuellen Ausstellung des Kuba in Nettersheim. Zu Gast ist mit ihren Bildern Nora Ehrlich, die das Mit- und Gegeneinander der Farben zum zentralen Wiedererkennungswert ihrer Arbeiten hat werden lassen.
Ihr Handwerk hat die im Jahr 1954 geborene Ehrlich an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Karl Bobek und Erwin Heerich gelernt. Was auf den ersten Blick erstaunlich klingt, denn gerade diese beiden Künstler stehen für die Bildhauerkunst der 1960er- und 1970er-Jahre. Und so stellt die Bildhauerei auch immer wieder einen Bestandteil ihres Werkes dar, wie einige Skulpturen beweisen. Doch in ihren Arbeiten auf Leinwand oder Papier verzichtet sie völlig auf die Form, und das ganz bewusst.
Nora Ehrlich lässt sich von der Natur inspirieren
Was erstaunt, denn Ehrlich gibt als Hauptinspiration für ihre Arbeit ihre Wahrnehmung der Natur an, so dass die Gemälde im Grunde nichts anderes als Landschaftsmalerei sind – auch wenn die Künstlerin auf die klassischen Elemente dieses Genres verzichtet: keine Weite, keine Perspektive, keine Bäume oder irgendetwas, das ihre Bilder verorten könnte. Und so korrigiert sie: Der Begriff „Farbmalerei“ sei treffender. Dabei wirken die Farbflächen in ihren Bildern immer wieder harmonisch, dann wieder kontrastierend und schwebend.
Nach ihrem Studium habe sie mit ihrem ersten Mann am Niederrhein gelebt und dort die Vielfalt der Natur genossen und sich von den Eindrücken und Farben begeistern lassen, berichtet sie. „Wenn man jetzt besondere Blumen, Vögel oder Fische sieht, dann haben diese oft wunderschöne Farben“, erklärt sie. Um diese Farbwirkung zu betonen und zum Thema eines Bildes zu machen, führe das dazu, dass sie nicht mehr die ganze Form brauche, sondern nur noch die Farbe, damit die alleine wirken könne.
Mal ist das Thema wichtig, mal sind es die Farben
Wenn sie zum Beispiel einen Schmetterling male, wie er naturalistisch auf einem der ausgestellten Bilder zu sehen ist, dann sei nur das Thema Schmetterling für den Betrachter wichtig, aber nicht mehr die Farben.
Manchmal grob und deckend, manchmal lasierend, verwebt Ehrlich die verschiedenen, oft pastellig abgetönten Farben mit- und ineinander. Schichtweise werden die verschiedenen Töne aufgetragen, so dass die zuerst aufgetragenen durch die Aufbrüche der oberen Schichten linsen. „Die Farben sollen angenehm wirken“, sagt sie.
Eines der Bilder, bei dem die Herangehensweise der Malerin deutlich wird, zeigt eine Szene an einem Meeresstrand: Die miteinander korrelierenden Farbwerte eines grauen Tages am Meer umhüllen oben die Wolken, in der Mitte den Horizont und unten die Wellen. „Wenn man an der Nordsee ist und das Licht durch die Wolken kommt, dann ist das eigentlich etwas Konkretes und Gegenständliches. Doch wenn der Horizont und die Wolken weggelassen würden, dann bliebe wieder nur die Farbe, sagt sie.
Die Ausstellung im Kulturbahnhof Nettersheim, Bahnhofstraße 14, ist noch bis zum 13. September zu sehen. Die Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.
