Der Strom in der ehemaligen Klinik ist weiterhin abgestellt, für die Sporthalle wurde eine Lösung gefunden. Juristische Fragen sind zu klären.
HängepartieKonzept für einstige Eifelhöhen-Klinik in Marmagen ist noch nicht in Sicht

Abgesperrt ist das Gelände der einstigen Eifelhöhen-Klinik weiterhin. Einzig die Sporthalle wird seit einer Woche wieder genutzt.
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Wer davon ausgegangen war, dass nach dem Auftritt der Vertreter der DKA 1 Marmagen Property Development GmbH im Nettersheimer Gemeinderat alle Fragen zur Zukunft der einstigen Eifelhöhen-Klinik (EHK) geklärt wären, wurde enttäuscht. Denn hinterher waren fast mehr Fragen offen als vorher. Immerhin: Sie waren da und demonstrierten, auch nach allen bislang aufgetretenen Schwierigkeiten nicht das Interesse an dem Objekt verloren zu haben.
„Wenn jetzt die Erwartung war, dass heute jemand von der Gesellschaft kommt und sagt, wir haben eine Lösung... Nein, das können wir im Moment noch nicht leisten“, sagte Matthias Henseler. Er ist als Berater für die GmbH tätig und stellte den Stand bei der EHK dar. Die Hoffnung auf Neuigkeiten dämpfte er sofort: Der Sachstand sei eigentlich unverändert. „Ich versuche, mich durchzulavieren“, gab er zu.
Die Sporthalle hat Strom, die SG 69 kann sie wieder nutzen
So sind die Fakten ohne Versprechungen und Zukunftsmusik fast noch so wie vor vier Wochen. So wurde etwa klar, dass zwar mittlerweile die öffentlichen Abgaben bezahlt worden sind. Doch das gilt weder für die offenen Strom- noch die Wasserrechnungen. Das hat zur Folge, dass der Strom weiterhin abgestellt bleibt und die Generatoren der Mobilfunkanbieter immer noch laufen, um die Funkmasten in Betrieb zu halten. In Sachen Wasser war der Bürgermeister aktiv: Er habe im Gespräch mit dem Wasserverband Oleftal erreichen können, dass die Versorgung aufrechterhalten bleibe, teilte Norbert Crump mit.

Auskunft über den Stand bei der einstigen Eifelhöhen-Klinik gaben Matthias Henseler (v.r.), Ibrahim Ergin und Dolmetscher Yakis.
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Das ist vor allem für die SG Sportfreunde 69 Marmagen/Nettersheim wichtig, die in der Halle der EHK trainiert und auch ihre Meisterschaftsspiele absolviert. Auch sie war von den Abschaltungen betroffen und konnte die Halle nicht nutzen. Doch nun ist laut Crump in Kooperation mit Verein und Stromversorger e-regio eine Lösung gefunden, um die Halle und die dazugehörigen sanitären Bereiche am Netz zu halten.
Dafür steige der Verein in den Vertrag ein, und es werde so geschaltet, dass nur die Turnhalle mit Strom versorgt werde. „Seit letztem Mittwoch kann die Halle wieder von den Sportfreunden genutzt werden“, informierte er. Auch mit den Mobilfunkbetreibern sollten Gespräche stattfinden, ob diese sich dieser Lösung anschließen.
Zahlungen für die Gesellschaft wurden durch Dritte geleistet
Henseler bestätigte noch einmal die bisher bekannte Geschichte: Sämtliche Probleme seien durch den bisherigen Geschäftsführer gekommen. Der sei auch zu 20 Prozent Anteilseigner an der Gesellschaft, 80 Prozent werden demnach von einem türkischen Investor gehalten. Mittlerweile sei dieser Geschäftsführer abberufen und ein neuer bestellt. Der präsentierte sich auch dem Gemeinderat und stellte sich dem Unmut der Politiker: Ibrahim Ergin, laut Handelsregister aus Hildesheim. Da er kein Deutsch spricht, hatte er sich zur Unterstützung einen Dolmetscher mitgebracht. Henseler betonte, dass Ergin das volle Vertrauen des Investors habe.
Rund 50.000 Euro seien zwischenzeitlich in die Hand genommen worden, um die ersten offenen Rechnungen zu begleichen, informierte Henseler. Ein Problem sei jedoch, dass die Gesellschaft derzeit ohne Konto sei, weswegen die Zahlungen durch dritte Personen geleistet worden seien, die die Beträge vorfinanziert hätten. „Letztendlich ist es gerade das juristische Tauziehen, sauber zu klären, dass der Herr Ergin als Geschäftsführer rechtlich Verpflichtungen eingehen und die letztendlich finanziell erfüllen kann“, sagte Henseler. Es gehe auch um alte Verpflichtungen, die revidiert werden müssten.
Ein Konzept gibt es frühestens in einem oder zwei Monaten
Wo möglicherweise Probleme lauern, zeigt das Handelsregister. Bei der Gründung der DKA 1 Marmagen Property Development GmbH am 7. Juli 2025 wurde der mittlerweile abgelöste Geschäftsführer als alleiniger Anteilseigner eingetragen. Eingetragen wurde seine Ablösung als Geschäftsführer am 19. Februar 2026.
So könne er derzeit auch nichts über die Konzepte mitteilen, die für die zukünftige Nutzung der EHK erarbeitet werden, führte Henseler aus. Angesichts der Festsetzungen im Flächennutzungsplan werden diese sich aber im sozialen oder medizinischen Bereich bewegen. Da die derzeitige Geschäftsleitung noch nicht so verfügen könne, wie sie es sich vorstelle, werde es noch mindestens einen bis zwei Monate dauern, bevor ein konkretes Konzept präsentiert werden könne.
Der vorige Geschäftsführer habe viele Versprechungen gemacht, so Henseler: „Diese Versprechungen werden wir nicht machen. Aber wir werden eins tun: Wir werden das in die richtige Richtung bringen.“ Bevor ein Konzept vorgestellt werde, würden Gespräche mit den Genehmigungsbehörden geführt.
Die Zufriedenheit der Ratsvertreter mit diesen Ausführungen war allerdings gering. „Es stimmt mich traurig, dass von Ihrer Seite nichts kommt. Neuer Geschäftsführer hatten wir schon, sozial hatten wir auch schon“, sagte Guido Kurth (CDU). „Nett, Sie zu sehen. Neues haben Sie nicht gebracht“, monierte auch Gerhard Mayer (SPD). Und auch ein zeitlicher Horizont für die Entwicklung der EHK, den Andreas Winkler (BVE) anfragte, zeichnet sich noch nicht ab. Eines sei aber sicher, wurde Henseler nicht müde zu betonen: „Wir werden diese Probleme aus der Welt bringen und versuchen, dann auch das Projekt in die richtige Richtung zu bringen.“
