Der 54 Quadratmeter große Anbau am Gerätehaus eröffnet der Feuerwehr in Nettersheim-Roderath zahlreiche Möglichkeiten.
Umbau GerätehausFeuerwehrleute aus Roderath leisteten 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit

2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben die Feuerwehrleute in den An- und Umbau des Gerätehauses gesteckt. Unter anderem gibt es nun Umkleiden für Frauen und Männer sowie eine Schwarz-Weiß-Trennung.
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Gute Aussichten für die Löschgruppe Roderath: Aus den großen Fenstern des neuen Anbaus ergibt sich ein wunderschöner Blick über die Felder und Äcker in Richtung Engelgau. Doch eigentlich ist der Raum, der in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit entstanden ist, nicht primär gedacht, um entspannt mit Fernblick zu träumen. Der Raum ist als Schulungsraum für die Feuerwehrleute gedacht und gebaut.
Auf großem Fuße lebte die Feuerwehr in Roderath nicht. Bisher mussten Utensilien und Materialien hin- und hergeschoben werden, um mit dem beengten Platz zurechtzukommen. Doch mittlerweile hat sich die Lage entspannt: Durch den neuen, rund 54 Quadratmeter großen Raum konnten die Platzverhältnisse im Feuerwehrgerätehaus so geordnet werden, dass nun auch getrennte Umkleideräume für Frauen und Männer eingerichtet sind und die Schwarz-Weiß-Trennung eingehalten wird.
Gemeinde Nettersheim steckte 80.000 Euro in den Anbau in Roderath
Acht Millionen Euro sind laut Bürgermeister Norbert Crump in der nächsten Zeit im Haushalt der Gemeinde Nettersheim für die Feuerwehr vorgesehen. Alleine 3,2 Millionen Euro seien für die Beschaffung neuer Fahrzeuge vorgesehen. Den größten Betrag werde der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Nettersheim verschlingen.

Um den Anbau wurde das Feuerwehrgerätehaus erweitert. Darin ist nun der Schulungsraum untergebracht.
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Doch auch die anderen Gerätehäuser seien betrachtet worden, wie zum Beispiel das in Roderath. 80.000 Euro hat die Gemeinde in den neuen Anbau investiert, der in den vergangenen Monaten dem bestehenden Ensemble am Ortseingang hinzugefügt wurde. Ermöglicht wurde dies in erster Linie durch die rund 2000 Arbeitsstunden, die ehrenamtlich von den Feuerwehrleuten geleistet wurden. Am 24. Mai 2025 starteten die Baggerarbeiten für den Umbau, am 5. August wurde der erste Stein gesetzt. Am 6. März war der Ausbau abgeschlossen.
In dem Zusammenhang ist in mehreren Workshops auch die Dorfentwicklung in Roderath betrachtet worden. Denn das Umfeld des Feuerwehrstandortes soll demnächst umgestaltet werden. „Nebenan ist noch der alte Kindergarten, der in der Zwischenzeit als Asylbewerberheim genutzt worden ist“, erläuterte Crump. Mittlerweile sei die Substanz so schlecht, dass das Haus nicht mehr belegt werden könne. „Das Gebäude ist eine Altlast“, so Crump. Ziel sei, im nächsten Jahr die Förderung für den Umbau zu beantragen. Dann solle der Kindergarten abgerissen werden, damit auch der Spiel- und der Bolzplatz neu gestaltet werden könnten.
Feuerwehr und Junggesellenverein arbeiten im Dorf eng zusammen
Da der Platz auch für die Kirmes genutzt werde, sollten öffentliche Toiletten und Sanitäreinrichtungen geschaffen werden. Doch schon der neue Raum am Feuerwehrgerätehaus ist richtig schön geworden – denkbar sei, ihn auch für kleinere Feiern dem Dorf zur Verfügung zu stellen.
„Es hat vom Anfang bis zum Ende Spaß gemacht“, sagte Löschgruppenführer Tobias Zingsheim, auch wenn es zeitweise Diskussionen gegeben habe. 34 Aktive zähle die Löschgruppe, darunter seien sieben Frauen mit dabei. Rund 80 Mitglieder habe außerdem der Förderverein. „Da braucht sich ein Dorf mit 200 Einwohnern nicht zu verstecken“, betonte er. Zwei Fahrzeuge sind in Roderath stationiert, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) und ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF).
Im Grunde gebe es mit dem Junggesellenverein und der Feuerwehr in Roderath zwei größere Vereine, die das Dorfleben prägen. Da praktisch jeder, der im Junggesellenverein sei, auch in der Feuerwehr sei, arbeiteten beide eng zusammen. Recht bekannt sei zum Beispiel die Roderather Kirmes. „Auch wenn viele Dorffeste eher rückläufig sind, wird unsere Kirmes eher größer“, so Zingsheim. Die Kirmes wird laut Zingsheim auch den Rahmen für die offizielle Eröffnung der neuen Räume bieten.

