Bis 2025 führte Ulrike Geuenich das Brauhaus in Gemünd. Am Samstag eröffnet sie ihr Café Dorfgeflüster an der Dreiborner Straße.
Süßes und HerzhaftesUlrike Geuenich eröffnet in Gemünd das Café „Dorfgeflüster“

In den Herzen, die Ulrike Geuenich (r.) und ihre Mitarbeiterin Marita Pütz präsentieren, befinden sich verschiedene Pralinen.
Copyright: Wolfgang Kirfel
„Wir brauchen in Gemünd noch mehr gastronomische Betriebe, um die Stadt zu beleben und den Touristen etwas bieten zu können“, sagt Ulrike Geuenich. Die Gastronomin geht mit gutem Beispiel voran und eröffnet am Samstag um 8 Uhr in der Dreiborner Straße 3 am Eingang zur Fußgängerzone das „Gemünder Café an der Olef“, dem sie den Namen „Dorfgeflüster“ gegeben hat. Doch das Dorfgeflüster ist weit mehr als nur ein Café. Dort gibt es auch viel andere Sachen, die das Leben schöner machen: von Gestecken mit Kunstblumen über Olivenöl und hochwertige Gewürze bis hin zu Geschenkartikeln wie Sektgläser oder Tassen mit Köln-Motiven.
Die 63-Jährige kann auf ein abwechslungsreiches Arbeitsleben zurückblicken und hatte sich ursprünglich zur Ruhe setzen wollen. Geuenich ist in Kerpen geboren und aufgewachsen und hat dort eine Lehre als Einzelhandelskauffrau gemacht. „Ich habe in einem kleinen Lebensmittelladen mit Metzgerei und Partyservice gearbeitet“, erinnert sich die Gemünderin.
Beim Wandern hat sie das Restaurant in Gemünd entdeckt
Später verdiente sie ihr Geld in einer Firma für Bürotechnik in der Buchhaltung, ehe sie von einem Onkel einen kleinen Imbisswagen übernahm, der in einem Ort bei Düren stand.
Den Wagen hatte sie aber nicht lange. „Ich habe dann mit meinem zweiten Mann in Girbelsrath bei Merzenich ein Restaurant mit Imbiss eröffnet.“ Einige Zeit später habe ihr Mann beim Wandern in der Eifel das Brauhaus in Gemünd entdeckt: „2015 sind wir in die Eifel gezogen und haben das Brauhaus übernommen.“ Drei Jahre später war das Kapitel Brauhaus erst einmal beendet. Geuenich zog es nach Heimbach, wo sie ein Restaurant und Café führte.

Die belgischen Pralinen kommen von einem Chocolatier aus Brüssel.
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Gestecke mit Kunstblumen können auch im „Dorfgeflüster“ gekauft werden.
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Zwei Jahre später sei sie dann von der Gemünder Brauerei gefragt worden, ob sie das Brauhaus nicht wieder übernehmen wolle. „Silvester 2020 habe ich den Schlüssel bekommen.“ Doch dann kam Corona, und sie musste ihr Restaurant schließen. „Als wir gerade wieder am Start waren, sorgte die Flut dann für einen Totalschaden im Brauhaus.“ Alles musste neu gemacht werden.
Brauhaus abgegeben, um den Ruhestand zu genießen
Geuenich ließ sich davon aber nicht unterkriegen und kaufte einen Imbisswagen, in den sie die Küche aus dem Brauhaus einbauen ließ: „Außerdem habe ich ein Zelt und einen Bierwagen aufgestellt und so für etwas Leben in der Stadt gesorgt. Ich wollte dafür sorgen, dass es einen Treffpunkt in der Stadt gibt.“
Nachdem die Stadt als Eigentümer der Immobilie das Brauhaus saniert hatte und das Restaurant neu eingerichtet war, wurde im Februar 2023 die Wiedereröffnung gefeiert. Im vergangenen Jahr gab sie das Brauhaus dann ab und wollte ihren Ruhestand genießen: „Es war mir zu viel geworden, und ich war froh, dass zwei meiner Mitarbeiter den Betrieb fortführten.“
Doch so ganz wollte sie sich dann doch nicht aus dem Arbeitsleben verabschieden: „Ich habe mir gedacht, Gemünd könnte noch ein Café gebrauchen, und habe dann die Räumlichkeiten in der Dreiborner Straße gesehen. Die sind optimal.“
Im Café gibt es Torten und belgische Waffeln mit Kirschen und Sahne
In einem Café ein bisschen Kuchen und Waffeln zu verkaufen, sei ja kein großes Ding, hatte sie gemeint. Eine Meinung, die sie mittlerweile revidiert hat: „Es ist mehr Arbeit, als ich gedacht habe.“ Schon während sie die Räume eingerichtet habe, seien häufig Leute hereingekommen und hätten gefragt, ob sie bereits geöffnet habe. Mittlerweile habe sie auch schon viele Reservierungen: „Die Nachfrage ist groß.“
Auf der Karte stehen neben Frühstücksangeboten auch Torten und belgische Waffeln, wahlweise mit Kirschen und Sahne. „Die Kuchen und Backwaren werden geliefert. Dabei achte ich auf Qualität.“ Bei ihr gebe es keine Billigprodukte mit Chemie. Mittags werden kleine Gerichte wie Bockwurst mit Kartoffelsalat oder Strammer Max angeboten. Darüber hinaus soll es auch ein wechselndes Gericht wie beispielsweise Rouladen mit Klößen geben.
Wer auf süße Dinge steht, der kann sich auf verschiedene Butterkeks-Variationen und Pralinen des Chocolatiers Valentino aus Brüssel freuen. Eine Maschine für Softeis will sie sich die 63-Jährige auch noch anschaffen. In ihrem kleinen Verkaufsshop bietet Geuenich zudem Nudelvariationen und verschiedene Salze an.
Zwölf Tische gibt es in dem Café. Geuenich möchte auch vor dem Laden ein paar Tische und Stühle aufstellen. Der Antrag läuft noch. Zwei fest angestellte Mitarbeiterinnen und eine Aushilfe hat sie bereits eingestellt: „Eine Frau, die beim Frühstück hilft, suche ich noch.“ Geöffnet ist das Café täglich von 8 bis 18 Uhr, donnerstags ist Ruhetag.

