Der Fördertopf für Dorfentwicklung in Schleiden und das große Engagement der Broicher Bürger ermöglichten das Projekt.
Einweihung gefeiertBroich hat jetzt endlich seinen Mehrgenerationenplatz

Welche Kugel liegt am besten? Darüber diskutierten beim Eröffnungsspiel auf der neuen Boule-Anlage der Vorstand der Dorfgemeinschaft Broich und der Bürgermeister: Nadine Rodenbüsch (v.l.), Boule-Experte Helmut Hilger, Andreas Malsbenden, Ingo Pfennings und Melanie Vorstadt.
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Feiertag im 380-Einwohner-Ort Broich: Der erste „Mehrgenerationenplatz“ am Dorfgemeinschaftshaus, der ehemaligen Dorfschule, ist jetzt eröffnet. Helmut Hilger, Boule-Experte („In Frankreich nennt man das Pétanque“) griff zum Maßband. Es ging um Zentimeter. Welche Kugel lag am nächsten zur kleinen gelben Zielkugel?
Um ihn herum standen Bürgermeister Ingo Pfennings, Andreas Malsbenden, 1. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Broich. e.V., und seine Stellvertreterinnen Nadine Rodenbüsch und Melanie Vorstadt. Die Szene auf dem Boule-Platz war vielleicht die vielsagendste bei der Eröffnung des neuen Mehrgenerationenplatzes am Dorfgemeinschaftshaus. Denn dass Broich öffentliche Mittel für einen solchen Platz erhielt, ist einem speziellen Fördertopf zu verdanken.
Im November 2023, so berichtete Andreas Malsbenden, habe man an neue Spielgeräte als Ersatz für das in die Jahre gekommenen und spärliche Mobiliar gedacht. Die Dorfgemeinschaft Broich wollte einen Förderantrag bei der Bürgerstiftung Schleiden stellen. „Doch dann merkten wir, dass das größer wurde“, so Malsbenden. Viel größer. Da sagte die Stadt ihre Unterstützung zu. „Denn wir können pro Jahr aus dem Budget der Dorfentwicklung, der Name des Förderprogramms wechselt immer mal wieder, ein Projekt in einem unserer Ortsteile fördern lassen“, so Bürgermeister Pfennings. In diesem Jahr ist das Mauel.
Das Land NRW übernahm mehr als die Hälfte der Baukosten
2024 wurde es der „Mehrgenerationenplatz“ in Broich. Ursprünglich seien dafür 164.000 Euro kalkuliert worden, so der Verwaltungschef. In zwei Förderanträgen kam man aber am Ende auf rund 93.000 Euro, auch dank günstiger Ausschreibungsergebnisse.
55.000 Euro zahlte das Land, den Rest die Stadt Schleiden. Dafür übernahm die Dorfgemeinschaft Hand- und Spanndienste: Ehrenamtlich wurde das Dorfgemeinschaftshaus barrierefrei saniert. Der Eingangsbereich ist jetzt rollstuhlgerecht verbreitert und eine Zufahrtsrampe angebaut.
Vor dem Gebäude aber entstand eine ganze neue Spielelandschaft: mit einer „Kletterpyramide“, einem Sandkasten mit Spielgerät und einer „Kombischaukel“. Ein Basketballkleinfeld ist markiert und ein Basketballkorb wurde aufgestellt. Vor dem Jugendraum stehen nun eine neue Tischtennisplatte und eine neue Sitzgruppe.
Bürgermeister Ingo Pfennings lobt das Engagement der Broicher
Die Fertigstellung des Projektes war im Oktober des vergangenen Jahres. Nur eine ebenfalls vorgesehene Wildblumenwiese muss noch angepflanzt werden. Und vor der schon vorhandenen Grillhütte gibt es jetzt die 7,50 Meter lange Boulebahn, auf der der Vorstand der Dorfgemeinschaft Broich und Bürgermeister Pfennings das Eröffnungsspiel austrugen. Es lag jedenfalls nicht am perfekten Untergrund, dass die Kugel mal zu weit oder zu kurz rollte und Helmut Hilger zum Maßband greifen musste. So ermittelte er denjenigen, dessen Kugel am nächsten zum „Schweinchen“ oder „Sau“ lag, wie die Zielkugel umgangssprachlich unter Boule-Spielern genannt wird.
Pfennings lobte im Anschluss vor allem die vielen von Ehrenamtlern aus Broich abgeleisteten Stunden bei der Einrichtung des Mehrgenerationenplatzes, vor allem beim barrierefreien Umbau des Zugangs zum Dorfgemeinschaftshaus: „Förderbescheide bauen keine Boulebahn, und Anträge stellen keine Bänke auf. Hinter diesem Projekt stehen Menschen!“
Dorfgemeinschaft hat „Geduld, Ausdauer und Nerven“ bewiesen
Gerichtet an die gesamte Dorfgemeinschaft, betonte Pfennings: „Sie haben in den vergangenen Monaten Geduld, Ausdauer und vor allem Nerven bewiesen!“ Unterstützung habe bei den Arbeiten auch der städtische Bauhof dank Flexibilität und Einsatzbereitschaft geboten, was wesentlich zum Gelingen des Projektes beigetragen habe. Entstanden sei ein Ort für alle Generationen – vom Kind bis zum Senior.
Bei der so gelobten Dorfgemeinschaft Broich e.V. gehen unterdessen die Überlegungen schon weiter. „Im kommenden Jahr werden wir den alten Jugendraum vor dem Platz in Angriff nehmen“, kündigte Andreas Malsbenden an.
