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Städtebauliches EntwicklungskonzeptSchleider Stadtrat: Eine große Vision fürs kleine Gemünd

Der Stadtrat beantragt Fördergeld für den Ortsteil: Bis zu 60 Prozent der Kosten könnte das Land übernehmen, die Umsetzung dürfte rund zwölf Jahre dauern.

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Große Potenziale sollen durch die Entsiegelung der großen Innenstadt-Plätze erschlossen werden.

Vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt stammt der Satz „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ Doch ohne Visionen gibt es keine Weiterentwicklung. Im Falle des Schleidener Stadtrats kann man nun sagen, dass die Stadtverordneten, und mit ihnen Bürgermeister Ingo Pfennings (CDU) an der Spitze, tatsächlich für die Verwirklichung einer zwar noch nicht konkret greifbaren, dafür aber umso größeren Zukunftsvision votiert haben.

Einstimmiger Beschluss für Antrag auf Städtebauförderung

In der jüngsten Stadtratssitzung fiel die einstimmige Entscheidung, bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag auf Mittel der Städtebauförderung NRW aus dem Programm „Lebendige Zentren" einzureichen. Damit wurde ein wichtiger Schritt für die Umsetzung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für den Ortsteil Gemünd gemacht. „Es ist nicht so, dass wir in der Verwaltung zu wenig zu tun hätten“, betonte Pfennings. Der noch nicht abgeschlossene Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe allein sei bereits eine große Belastung für das Team im Rathaus.

„Deshalb war es notwendig, in einem Teilbereich von dem ursprünglich geplanten Konzept abzuweichen“, erläutert der Verwaltungschef. Die Maßnahme M2 rund um den Hermann-Kattwinkel-Platz wurde nach eingehender Diskussion im Stadtrat gestrichen. „Das haben wir einerseits aus finanziellen Gründen getan, denn der Ankauf des ehemaligen Gemünder Hofs war in den gut 2,4 Millionen Euro für diesen Bereich noch nicht enthalten“, verdeutlicht Pfennings. Andererseits werde dadurch auch die Arbeitsbelastung für die Verwaltung nicht noch zusätzlich erhöht.

Bürgerbeteiligung: Workshops und Befragung

Auch so bleibt das ISEK eine Mammutaufgabe für die kommenden Jahre. „Der Prozess begann vor knapp einem Jahr mit der ersten Infoveranstaltung“, ruft der Bürgermeister in Erinnerung. Es folgten sieben Workshops, zum Teil als Online-Veranstaltung, und eine große Befragung, an der sich rund 500 Personen beteiligten und wobei die wichtigsten Ziele definiert wurden, die mit dem Programm verwirklicht werden sollen.

„Sehr positiv finde ich, dass sich an dieser Befragung nicht nur die Gemünderinnen und Gemünder beteiligen konnten, sondern auch Menschen, die sich oft hier aufhalten“, so Pfennings weiter. Denn mit Finanzamt, Amtsgericht und einer ansehnlichen Anzahl an privaten Arbeitgebern sei Gemünd auch in dieser Hinsicht der zweite Zentralort im Schleidener Stadtgebiet.

Das Plangebiet entlang der Urft.

Dass es trotzdem einen langen Atem braucht, bis die ersten Maßnahmen umgesetzt werden können, ist allen Beteiligten klar. „Wir gehen von einem Gesamtzeitraum von zwölf Jahren aus“, so der Bürgermeister. Der nun beschlossene Erstantrag müsse bis Ende Oktober bei der Bezirksregierung eingereicht werden. Bis Sommer 2027 folge dann die Entscheidung, ob, und wenn ja, mit welchem Budget Gemünd ins Programm aufgenommen werde. „Im aktuellen Maßnahmenjahr werden die Projekte mit 60 Prozent der Gesamtkosten vom Land gefördert“, erklärt Pfennings – das bedeutet aber auch, dass die Stadt Schleiden trotzdem mit erheblichen Summen aus dem eigenen Haushalt gefordert werde. Kein leichtes Unterfangen angesichts der aktuellen Finanzlage.

Sollte die Bezirksregierung Gemünd ins Programm aufnehmen, folge im Jahr 2028 eine Förderunterbrechung. „In diesem Jahr müsste die Stadt dann die Planungen vorantreiben – inklusive einer belastbaren Kostenplanung.“ Ende 2028 könnte ein Folgeantrag gestellt werden.

Um zu den Visionen zurückzukehren: „Gemünd entwickelt sich zu einem lebendigen, klimaangepassten und gut vernetzten Zentrum am Nationalpark Eifel. Der Ortsteil verbindet seine besondere Lage in Natur und Landschaft mit einer attraktiven Ortsmitte, einem aktivierten Kurpark, erlebbaren Gewässerräumen, neuen Nutzungen in prägenden Gebäuden sowie starken Angeboten für Alltag, Begegnung, Jugend und Tourismus“ – das ist die Idee, die dem ISEK-Prozess in Gemünd als Ergebnis der bisherigen Bürgerbeteiligung zugrunde liegt.

Größte Einzelmaßnahme ist der Punkt „Klimaaktive Ortsmitte“: Katharinenplatz, Marienplatz und Eifel-Ardennen-Platz sollen im Zuge des Programms teilweise entsiegelt werden und nicht mehr ausschließlich als Parkflächen genutzt werden, um die Aufenthaltsqualität für Bewohner und Gäste zu erhöhen. Das Fördergebiet reicht von der Jugendherberge und zieht sich entlang von Urft und Fußgängerzone bis zur evangelischen Kirche. (thw)