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Umweltminister zu GastMit Euskirchen startet die Entsiegelung in NRW

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Blick aus dem 4. Stock des neuen Rathauses in Euskirchen auf einen Teil des Brachgeländes der künftigen "City Süd".

Der Blick aus dem vierten Stock des neuen Euskirchener Rathauses zeigt einen Teil des Brachgeländes der künftigen City Süd.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer wählte das Projekt City Süd  in Euskichen aus, um die neue Grünflächen-Initiative des Landes vorzustellen.

7950 Quadratmeter wurden auf dem Gelände des vormaligen Gaswerks hinter dem Euskirchener Bahnhof in den vergangenen 16 Monaten entsiegelt. Die Euskirchener City Süd hat mit der Fertigstellung des neuen Rathauses als erstem Baustein Gestalt angenommen. NRW-Umweltminister Oliver Krischer nutzte das Euskirchener Projekt, um am Freitag den Startschuss der „Entsiegelungsinitiative NRW“ seines Ministeriums zu geben.

Er kenne das hinter dem Bahnhof gelegene Areal nur als Brache aus seiner Kindheit, so der gebürtige Hergartener bei seinem Besuch im frisch bezogenen Euskirchener Rathaus. Hier wurde Krischer unter anderem von Bürgermeister Sacha Reichelt, Landrat Markus Ramers, dem CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Voussem und Dr. Roland Arnz vom AAV, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, begrüßt. Der AAV mit Sitz in Hattingen betreut derzeit in NRW 67 Projekte, darunter das in Euskirchen.

Euskirchen ist ein Leuchtturmprojekt für die Entsiegelungsinitiative

Hier, so Krischer lobend in Richtung Reichelt, entstehe geradezu ein Leuchtturmprojekt für die Entsiegelungsinitiative NRW: 7950 Quadratmeter wurden entsiegelt, der Bodenaushub beträgt 26.500 Kubikmeter, der klassifiziert und entsorgt worden ist.

„Wir werden solche Entsiegelungsprojekte in NRW pro Jahr mit rund 40 Millionen Euro unterstützen“, so Krischer zum Förderumfang des Vorhabens, wobei offen sei, wie lange das dauern werde. Denn rund 12,4 Prozent der Fläche in NRW seien derzeit versiegelt. Diese Böden heizen sich im Sommer stark auf und nehmen kaum Regenwasser auf. Das wiederum verstärkt die Hitze in den Städten und erhöht die Gefahr von Überflutungen.

Sieben Männer in Anzügen stehen in einem Raum und zeigen einen Übersichtsplan für das Stadtentwicklungsgebiet "City Süd" in Euskirchen.

Vertreter aus Politik und Verwaltung mit Bürgermeister Sacha Reichelt (2.v.r.) und NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Mitte) sowie dem Übersichtsplan für das Stadtentwicklungsgebiet City Süd.

Mehrere Männer schauen aus einem Fenster auf eine entsiegelte Fläche in Euskirchen.

Klaus Voussem (v.l.), Landrat Markus Ramers und Oliver Krischer schauten auf die entsiegelte Fläche.

Mit dem Trägerkreis „Allianz für die Fläche“, einem Bündnis von 30 Fachleuten, habe man daher die Initiative gestartet, so Krischer. Sie sollen Fördermöglichkeiten, Best-Practice-Beispiele, Initiativen und Hilfestellungen bündeln.

Bürgermeister Sacha Reichelt sieht auch deshalb die Neuentwicklung der City Süd als ein Musterprojekt: „Die City Süd soll zukünftig Raum für grüne Oasen bieten.“ Im Einzelnen werden etwa am Rathaus neben dem Luft-Luft-Klimasystem, der Fernwärmeversorgung, dem Gründach und anderem mehr die Standards eines KfW-40-Gebäudes erfüllt. Entstehen werden noch ein neues Park-and-Ride-Parkhaus, das neue City-Forum mit der 1200 Sitzplätze fassenden Stadthalle und einer Plaza davor.

Das Projekt City Süd setzt Maßstäbe für die Stadtentwicklung Euskirchens

Minister Krischer zeigte sich von dem für die Stadtentwicklung Euskirchens Maßstäbe setzenden Vorhaben sichtlich beeindruckt: „Es ist ja immer leichter, so etwas auf einer unbelasteten Fläche zu entwickeln als auf einem solchen Areal.“ Gemeint waren die verschiedenen umweltbelastenden Nebenstoffe, die mit dem Betrieb des 1860 erbauten und 1945 stark kriegszerstörten Gaswerks angefallen waren und im versiegelten Boden schlummerten.

Sie sind geborgen und entsorgt, nun beweist die Baumaßnahme, „dass man eben keine neuen Flächen versiegeln muss, wenn man vorhandene für einen Neubau nutzen kann“, so Landrat Markus Ramers in seinem Grußwort. Und das gelte auch für kleine private Projekte: „Seit 2024 bieten wir Entsiegelungspatenschaften an. 45 Projekte wurden schon 2025 und 2026 von uns finanziell unterstützt.“

Da wollte   Krischer für sein Ministerium nicht zurückstehen. Sein Haus biete 2000 Euro als Umweltscheck für Vorhaben von Privatleuten an. Außerdem habe man das schon länger laufende Projekt „1000 coole Schulhöfe“ in NRW   ausgeweitet. Krischer: „Ich bin in Schleiden zur Schule gegangen. Das war in den 1980er-Jahren. Soweit ich mich erinnere, war unser Schulhof einfach nur Beton. Ohne jeden Schatten.“ Er nannte das Ziel: „Weniger Beton, mehr Grün! Jeder Quadratmeter, den wir entsiegeln und begrünen, hilft den Menschen in unseren Städten. Euskirchen zeigt, dass das auf innerstädtischen Industriebrachen gelingt.“