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Name gesucht„Plaza“ am neuen Euskirchener Ratshaus muss künftig anders heißen

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Blick auf das neue Euskirchener Rathaus: Im Vordergrund parken Autos auf einem Platz.

Der Euskirchener Stadtrat entscheidet am 24. März, wie der Platz am Rathaus heißen wird, der noch als Parkfläche dient.

Konrad Adenauer konkurriert als Namenspatron unter anderem mit Johann Peter Schroeder, Margaretha Linnery und Karre-Willi.

Wie soll der Platz am künftigen Euskirchener Rathaus heißen? Er wird zwischen dem neuen Verwaltungsgebäude und dem geplanten City-Forum in der City Süd hinter dem Bahnhof liegen. Im städtebaulichen Wettbewerb zur Gestaltung des Gebiets und in den politischen Beratungen firmierte das Areal über Jahre hinweg unter „Plaza“. Als Name für einen Platz mit zentraler Funktion kommt diese Bezeichnung aber nicht infrage.

Im Ausschuss für Umwelt und Planungen standen am Dienstagabend Vorberatungen auf der Tagesordnung. Das Gremium war aufgerufen, einen Beschlussvorschlag für den Stadtrat zu formulieren, der in seiner nächsten Sitzung entscheiden soll.

Bennung des Platzes am neuen Ratshaus soll kurzfristig erfolgen

Die Zeit, die noch zur Verfügung steht, ist also recht kurz für die Benennung eines Platzes, unter dessen Adresse in Zukunft unter anderem das Rathaus der Stadt Euskirchen zu erreichen sein wird. Darauf hatte Fachbereichsleiter Thorsten Sigglow in der Sachdarstellung für den Fachausschuss verwiesen.

Die Benennung, schrieb er weiter, sollte „kurzfristig erfolgen, damit die neue Adresse noch rechtzeitig beim Umzug der Stadtverwaltung bedacht werden kann und kein Mehraufwand und Kosten durch eine nachträgliche Adressanpassung erfolgen müssen“. Gegenwärtig werde das neue Rathaus unter der Adresse „An der Vogelrute“ geführt, ergänzte Sigglow.

Die Verwaltung wolle es jedoch, wie auch das City-Forum, „an der Plaza verorten, da hier auch die Haupterschließung erfolgt“. Damit eröffne man sowohl dem Platz, der in einigen Jahren mit dem City-Forum fertiggestellt werden soll, als auch den Neubauten „eine repräsentative Prestige- und Adressbildung“.

Verwaltung empfiehlt neutrale Namensbezeichnung

Die Verwaltung schlug eine – wie Sigglow es formulierte – neutrale Namensbezeichnung vor: Rathausplatz. Die SPD-Fraktion schließe sich dem an, erklärte Jürgen Bohsem, während die CDU sich schon im Vorfeld für Konrad-Adenauer-Platz ausgesprochen hatte.

Damit folge man einer gewissen Systematik, hieß es. Denn Planstraßen im nahe gelegenen Gebiet der ehemaligen Westdeutschen Steinzeugwerke seien nach den vier Müttern des Grundgesetzes und nach Willy Brandt (SPD) benannt worden, der wie CDU-Mann Adenauer Bundeskanzler war. Adenauer stehe darüber hinaus „wie kaum ein anderer für den Wiederaufbau, die Westbindung und die kulturelle wie demokratische Prägung der Bundesrepublik Deutschland“, so die Union.

Entscheidung in Euskirchen wird am 24. März 2026 gefällt

Damit war die Liste der Vorschläge noch längst nicht voll: Die Linke plädierte für die 1587 geborene Margaretha Linnery, die sich in Münstereifel als Schulgründerin in besonderer Weise um die Bildung von Mädchen verdient machte, während die AfD als Namensgeber Johann Peter Schroeder (1794-1876) vorschlug, Landrat des Kreises Euskirchen und erster Ehrenbürger der Stadt Euskirchen.

Johannes Winckler schließlich beantragte für die FDP den Namen Karre-Willi-Platz. Damit wolle seine Fraktion „einen besonderen Charakter aus der Stadt würdigen“, sagte Winckler über den 2003 gestorbenen Willi Pauli, der vielen als Euskirchener Original galt und mit Sperrmüll-Handkarre, Polizeimütze, Bart und roten Haaren jahrzehntelang zum Stadtbild gehörte.

Die Entscheidung über die Benennung fällt in der Ratssitzung am 24. März. Im Ausschuss vereinte die Variante Konrad-Adenauer-Platz zehn Stimmen auf sich, doppelt so viele wie Rathausplatz. Dahinter folgten Johann Peter Schroeder (vier), Margaretha Linnery (zwei) und Karre-Willi (eine).