Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Dankbarkeit nahm Volker Prinz vor der großen Orgel Platz. Zwölf Jahre alt war er, als er zum ersten Mal einen Gottesdienst musikalisch begleiten durfte. „Es war ein wirklich überwältigendes Gefühl, vor so vielen Menschen spielen zu dürfen“, erinnerte sich der Seelsorgebereichsmusiker. Nicht nur die Musik, sondern auch das ihn um ein Vielfaches überragende Instrument selbst habe ihn schon von Kindesbeinen an derart fasziniert, dass er bis heute seinen beruflichen und auch privaten Alltag auf vielfältige Art und Weise diesen Leidenschaften gewidmet hat.
„Einen besonderen Eindruck hat die musikalische Begleitung bei meiner Erstkommunion hinterlassen“, so Prinz. „Diese himmlischen Klänge haben mich damals sehr berührt.“ Ein Eindruck, der sich durch sein gesamtes Leben ziehen und ihm 2001 zudem das Amt des Seelsorgebereichsmusikers einbringen sollte. Prinz feiert also silbernes Jubiläum.
Früh Verantwortung übernommen, Orgelbau kennengelernt
Schon früh übernahm der gebürtige Schleidener die Leitung von musikalischen Ensembles. Mit 17 war er als Kirchenmusiker an St. Peter in Zingsheim tätig, zwei Jahre später stand er dem Männergesangverein Arloff-Kirspenich als musikalischer Leiter vor, weitere drei Jahre später folgten die Chorleiterstellen in Ülpenich und Schwerfen. Die Wahl der Kirchenmusik als Studienschwerpunkt fiel dem heute 51-Jährigen nicht schwer. Sogar dem Bau dieser imposanten Instrumente widmete er sich im Rahmen eines Berufspraktikums bei der Orgelbaufirma Weimbs in Hellenthal. „Alles, was mich der Orgelmusik näherbringen konnte, habe ich auf diesem Weg mitgenommen. Ich wollte die Orgel nicht einfach nur spielen, sondern sie verstehen lernen“, so der Jubilar.

Seifert-Orgel in Großbüllesheim.
Copyright: Cedric Arndt
Dieser Begeisterung ist es zu verdanken, dass Volker Prinz sich der Instandhaltung von Orgeln verschrieben hat und für die Kirche St. Peter und Paul in Kleinbüllesheim eine 1885 erbaute Klais-Orgel Opus 10 ergattern konnte. Die Seifert-Orgel, die regelmäßig in der Pfarrkirche St. Michael in Großbüllesheim zu hören ist, habe Volker Prinz sogar selbst konzipiert. „Das hier ist mein Baby“, gestand der Kirchenmusiker mit einem verträumten Blick auf das Instrument. „Eine Orgel ist der teuerste Einrichtungsgegenstand in einer Kirche. Mit den explodierenden Preisen wäre sie, wenn man heute ein solches Exemplar kaufen würde, wahrscheinlich etwa eine Million Euro wert.“
Chöre für alle Generationen und jeden Geschmack
Zahlreiche Generationen konnten in den letzten Jahren an der Begeisterung von Volker Prinz für die Orgelmusik profitieren. Vom Kinderchor „Good News“ über den Jugendchor „Deo's Voices“ bis zum Singkreis Kuchenheim und vielen weiteren Ensembles startete er zahlreiche Projekte, die über zwei Jahrzehnte Bestand haben sollten. „Für mich war diese Aufgabe immer ein Dienst zum höchsten Wohle aller und es hat mich auch selbst bereichert, wenn ich anderen Menschen eine Freude bereiten konnte.“ Ob Gospel, A-cappella-Werke oder auch moderne weltliche Musik, für jeden Geschmack hatte der Seelsorgebereichsmusiker ein passendes Ensemble auf die Beine gestellt.
Der Ausbruch der Coronapandemie 2021 und ein schwerer Verkehrsunfall im Dezember desselben Jahres sorgten schließlich für einen Einschnitt. „Nach dem Unfall war ich rund anderthalb Jahre raus“, erinnerte sich Prinz. „Auch vorher, aber besonders in der Zeit meiner Rückkehr, habe ich große Unterstützung durch unseren damaligen Pfarrer Hopmann erfahren. Genauso freue ich mich jetzt aber auch auf die Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger, Dr. Tobias Schwaderlapp.“ Ein Beispiel für den gelungenen Neustart bildet der Kuchenheimer Kammerchor, der 2021, bedingt durch die Pandemie, aufgelöst und 2024 als „Collegium-musicum Euskirchen“ neu gegründet wurde. „Ich bin für meine Zeit hier sehr dankbar und freue mich auch weiterhin, wenn es mir gelingt, dass Sängerinnen und Sänger bei den Proben oder auch Gäste unserer Konzerte glücklicher nach Hause gehen, als sie gekommen sind.“

