Abo

Cheer-Dance-CompanyEuskirchener Tanzgruppe hat sich für deutsche Meisterschaften qualifiziert

4 min
Fünf Tänzerinnen der Cheer-Dance-Company werden von vielen anderen Tänzerinnen in die Luft gehoben.

Eine aufwendige Choreographie hatten die Tänzerinnen der Cheer-Dance-Company Billig für die Landesmeisterschaften eingeübt.

Mit einem vierten Platz in Hessen konnten die Tänzerinnen aus Billig das erhoffte Ticket lösen.

Wild durcheinanderlaufend, lachend und sich gegenseitig über die Ereignisse der vergangenen Woche austauschend, ließen die jungen Tänzerinnen der Cheer-Dance-Company aus Billig ihrer Vorfreude auf das gemeinsame Training freien Lauf. Ausgelassen hießen sie ihre Trainerin Laura Kuschneruk und ihren Manager Björn Schmitz im Sportlerheim willkommen. Kurz nach der Begrüßung hatten sie bereits zwei Übungsleiterinnen aus den eigenen Reihen bestimmt, die mit einem kurzen, aber dennoch anspruchsvollen Aufwärmprogramm in die bevorstehende Trainingseinheit starteten.

Von Nervosität war nichts zu spüren. Alle gingen mit großer Begeisterung ihrem gemeinsamen Hobby nach. Und dies, obwohl den insgesamt 28 Tänzerinnen schon wenige Tage später ihre bislang größte Herausforderung bevorstand. „Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte können sie sich bei den Landesmeisterschaften in Hessen für die Deutsche Meisterschaften qualifizieren“, berichtete Björn Schmitz aus dem Management der Tanzgruppe. Trotz der eine Woche später stattfindenden NRW-Landesmeisterschaften wolle das Team die Gelegenheit nutzen, in Hessen ein Ticket für diesen Wettbewerb zu lösen.

Eine kleine Unsicherheit kann beim Tanzen viel ausmachen

„Ein solcher Auftritt ist extrem von der Tagesform abhängig. Dann kann schon eine kleine Unsicherheit ausreichen, um an einer Hebefigur zu scheitern, die zuvor hundert Mal gut gelungen ist. Darum wollten wir den Mädchen ein wenig Druck nehmen und an zwei Wettkampftagen teilnehmen.“

Dabei durften die jungen Tänzerinnen mit großer Selbstsicherheit zu den Landesmeisterschaften reisen, obwohl mit Jules Declair ihr einziger Tänzer aufgrund von Terminüberschneidungen ausfiel. Denn eine Punktzahl, mit der sie sich bereits bei den zurückliegenden Städtemeisterschaften einen ersten und einen zweiten Platz sicherten, hätte bereits ausgereicht, um ihnen auch die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft zu sichern.

Billiger Cheer-Dance-Company mit 57 Seiten Tanzaufstellung

„Wir mussten uns mit gerade einmal 0,1 Punkten Rückstand nur dem amtierenden deutschen Meister geschlagen geben“, berichtete Laura Kuschneruk über den zweiten Platz bei der Städtemeisterschaft stolz. Sie ist selbst schon als Tänzerin bei einer deutschen Meisterschaft angetreten. „Als Trainerin kann ich am Wettkampftag gar nicht mehr eingreifen und darf nur lächelnd vor der Bühne stehen, um die Mädchen nicht mit meiner Nervosität anzustecken.“ Den 2019 selbst ins Leben gerufenen Verein nun zu einem solchen Turnier zu führen, sei daher die deutlich größere Herausforderung.

An mangelnder Vorbereitung sollten die hochgesteckten Ziele jedenfalls nicht scheitern. Auf insgesamt 57 Seiten hatte Kuschneruk die Aufstellung jedes einzelnen Tanzschrittes festgehalten, um auf alle Eventualitäten in kürzester Zeit reagieren zu können. Mit dem Motto „Die Befreiung aus der digitalen Welt – Ein Tanz in die Freiheit“ hatte sich das Team zudem für ein sehr aktuelles Thema entschieden. „Heute kommt es sehr häufig vor, dass Kinder, selbst wenn sie sich mit Freunden treffen, nur noch auf das Handy gucken und in den sozialen Netzwerken hängen“, so Schmitz: „Mit dem Hobby Tanzen können sie aus diesen digitalen Grenzen ausbrechen. Und das wollten wir auf die Bühne bringen.“

Trotz der Nervosität das Ticket zu den deutschen Meisterschaften gelöst

Ein Vorhaben, das auch bei den jungen Tänzerinnen gut ankommt, wie die zwölfjährige Hannah erklärte. „Mir macht besonders viel Spaß, dass wir hier alles im Team zusammen machen.“ Zudem könne man nach einer erfolgreich aufgeführten Choreographie stolz auf die eigene Leistung sein, stimmte Teamkollegin Mia zu. „Man sieht dann einfach, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat, wenn die Leute klatschen. Oder man viele Punkte bekommt.“

Trotz des großen Ziels vor Augen, an einer deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können, halte sich die Aufregung derzeit dennoch in Grenzen, erklärte die ebenfalls zwölf Jahre alte Anna. „Im Moment haben wir einfach nur Spaß und freuen uns, zusammen zu tanzen. Ich weiß aber noch, dass wir am Tag der Städtemeisterschaft dann doch ganz schön nervös waren, und denke, dass es am Wochenende wieder genauso sein wird.“ Und mit dieser Vorhersage sollte die Nachwuchstänzerin Recht behalten.

Die Erfolge in der Vergangenheit und der Rückhalt durch Trainerin und Manager begleiteten die Akteurinnen der Cheer-Dance-Company Billig zwar auch am Wettkampftag in Hessen, die Aussicht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte an den deutschen Meisterschaften teilnehmen zu können, ließ die Gruppe dennoch mit großer Aufregung den Weg zur Bühne antreten. „Die Kids waren sehr nervös, was sich etwas auf die Performance ausgewirkt hat. Aber das ist sicherlich normal, wenn man das erste Mal so eine Meisterschaft tanzt“, berichtete Björn Schmitz nach der Aufführung.

Die 44,1 Punkte, die trotz kleinerer Unsicherheiten von der Jury vergeben wurden und der Cheer-Dance Company den vierten Platz einbrachten, sorgten jedoch schnell wieder für ausgelassene Stimmung. Björn Schmitz: „Wir haben unser Ziel erreicht und sind superstolz, dass wir zur deutschen Meisterschaft fahren dürfen. Nächste Woche bei der NRW-Meisterschaft können wir frei auftanzen und dann schauen wir mal, was so geht.“